September 2017

Schüler greifen zum Feuerlöscher

Bildung: Brandschutzthemen werden in Fächer übergreifendem Projekt vermittelt.

30.09.2017

Meterhoch schlagen die Flammen auf der Grünfläche neben der Sekundarschule Elster. Sie sind der Beweis dafür, dass es eine ganz schlechte Idee ist, einen Fettbrand mit Wasser löschen zu wollen. Ingolf Nitzsche und Steffen Kase von der Freiwilligen Feuerwehr Elster demonstrieren das Siebentklässern.

In einem Fächer übergreifenden Projekt (Chemie und Hauswirtschaft) werden am Freitag, dem letzten Schultag vor den Herbstferien, Themen des Brandschutzes behandelt. Schwerpunkt dabei bilden chemische Prozesse wie auch praktische Hinweise zum richtigen Verhalten. Zum zweiten Mal unterstützt dabei Elsters Wehr. Das findet in der Schule große Anerkennung.

Es gehe darum, den Schülern Gefahren zu verdeutlichen, Möglichkeiten des Bekämpfens von Feuer zu erläutern. Dabei werden neben anderem die Fragen geklärt, welche brennbaren Stoffe im Haushalt zu finden sind, bei welchen Temperaturen sie sich entzünden, deutet Chemielehrerin Saskia Meißner das Themenspektrum an. Wissen wird sowohl theoretisch als auch praktisch erläutert. Gerade die praktischen Vorführungen stoßen auf großes Interesse. Sie bieten die Möglichkeit, Berührungsängste mit Löschmitteln abzubauen. Denn die Mädchen und Jungen sind aufgefordert, nach Erläuterungen durch die Feuerwehrleute selbst zum Feuerlöscher zu greifen und die Flammen in einer Feuerschale zu ersticken. Als Erster  aus seiner Gruppe übernimmt Tom Böttcher aus Elster von Ingolf Nitzsche einen Pulverlöscher. Kurz darauf sind die Flammen liquidiert. Mitschüler sind da noch zurückhaltend, doch dann steigt das Interesse, es mal selbst auszuprobieren.

Im theoretischen Teil werden die Schüler daran erinnert, wie sie sich in einem Notfall richtig verhalten. Wer ist zu informieren? Welche Gegenmaßnahmen sind einzuleiten? „Die fünf W-Fragen müssen sitzen“, sagt Ortswehrleiter Marcel Rückert, damit bei einem Notruf die Leitstelle über das Geschehen ins Bild gesetzt wird. Hingewiesen wurde auch auf mögliche Gefahren in der Schule, auch auf Unfallquellen. Ebenso seien die verschiedenen Sirenensignale erläutert worden. Genutzt haben die Feuerwehrleute die Gelegenheit, um ihre ehrenamtliche Arbeit vorzustellen und eventuell Neugier und Interesse zu wecken. Vielleicht, so die Hoffnung, entschließen sich Schüler zur Mitarbeit. In den siebten Klassen seien bereits einige, so Marcel Rückert, die in Kinder- bzw. Jugendwehren im Einzugsbereich der Sekundarschule Erfahrungen gesammelt haben.

Gegen Mittag wird in der Schule Feueralarm ausgelöst. Im Gegensatz zum Projekt erfolgt die Übung für alle überraschend.

Text: Frank Grommisch

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Sekundarschule Elster

Laufen hat sich ausgezahlt

29.09.2017

Ein überragender Erfolg war der Sponsorenlauf an der Sekundarschule Elster im Rahmen eines Sportfestes. 6 800 Euro kamen dabei zusammen. Einen großen Anteil an diesem Resultat hatte die Klasse 10a, die allein Sponsorengelder in Höhe von 1 340 Euro erlief. Die Schüler, 270 lernen in Elster, waren aufgefordert, 15 Minuten zu laufen und zuvor Sponsoren zu finden, die pro Minute einen Euro zahlen, doch viele gaben mehr. Ein Schüler Eric Trepke, konnte sogar allein 19 Geldgeber gewinnen. Die Organisatoren bedanken sich bei allen Unterstützern. Das Geld fließt zur Hälfte in Klassenkassen, der andere Teil wird für Projekte der Bildungsstätte eingesetzt.

Text: MZ

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Landwirtschaft

Seydaland und Neumarkt arbeiten jetzt zusammen

28.09.2017

Die Seydaland Vereinigten Agrarbetriebe und die Neumarkt-Fleischerei aus Jüterbog arbeiten jetzt eng zusammen. Ab 1. Oktober wird das Unternehmen aus dem Nachbarkreis Teltow-Fläming die Verantwortung für die beiden Seydaland-Märkte in Elster und in Seyda übernehmen, kündigten Seydaland-Geschäftsführerin Sabine Mühlbach und Neumarkt-Chef Steffen Papendorf an.

Für die Kunden werde es keine großen Änderungen geben. Die Schilder von Neumarkt und Seydaland werden an den Verkaufseinrichtungen hängen, in denen dann die Produkte beider Unternehmen angeboten werden. Aber nicht allein in Elster und Seyda. Eine Folge der Zusammenarbeit ist, dass die Seydaland-Produkte, etwa Sanddorn-Saft und Leinöl, in den Neumarkt-Filialen in Jessen und Holzdorf angeboten werden.

Die Milch ebenfalls in Jessen und eventuell in Holzdorf, so der Bedarf besteht. Und auch in den anderen fünf Neumarkt-Handelseinrichtungen in Brandenburg werden künftig Seydaland-Produkte zu haben sein. „Der Sanddorn ist von hier, das Leinöl ist von hier.“ Jeder könne sehen, wie die Kulturen gedeihen, merkt Steffen Papendorf als einen Vorteil an. Bislang seien derartige Produkte von Neumarkt aus weiter entfernten Regionen bezogen worden.

Der Ausgangspunkt für die nun enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen liegt in der Schließung des Seydaland-Marktes an der B 187 in Jessen aus wirtschaftlichen Gründen. „Wir waren traurig, dass wir in Jessen schließen mussten“, sagt Sabine Mühlbach. Für einen Handwerksbetrieb, so bezeichnete sie die Fleischerei-Sparte in dem Unternehmen, sei es schwierig, in Jessen mit seinen vielen Einkaufsmärkten zu bestehen.

Kunden sollen weiterhin erfahren, woher ihr Fleisch stammt

Es gab zunächst Überlegungen, einen kleineren Laden in Jessen zu betreiben, doch dann bahnte sich die Zusammenarbeit mit Neumarkt an. Die Gespräche seien gut und offen gelaufen. Die beiden Unternehmen mit „landwirtschaftlicher Urproduktion“, die Neumarkt-Fleischerei ist Tochter der Jüterboger Agrargenossenschaft, veredeln ihre Produkte selbst.

Neumarkt habe im Fleischerei-Bereich eine moderne Produktionsstätte mit noch freien Kapazitäten, so dass Fleisch und Wurst, auch jene mit Seydaer Rezepturen, künftig von dort kommen werden.

Am Grundsatz, dass nachverfolgbar ist, woher das Fleisch kommt, ändere das nichts, versichern die beiden Geschäftsführer. Zudem haben Interessierte etwa einmal im Monat die Möglichkeit, die Produktionsstätte von Neumarkt in Jüterbog bei einem Tag der offenen Tür zu besichtigen.

Die Jüterboger übernehmen aus Geschäften und Fleischerei das Seydaer Personal. Es hat das Jüterboger Unternehmen und die Läden bereits kennengelernt. „Sie sind alle mit einem guten Gefühl wiedergekommen. Das ist uns sehr wichtig“, sagt Sabine Mühlbach.

Seydaland-Markt Elster: Ausstattung des Ladens wird umfangreich aufgewertet

In punkto Veränderungen merkt Steffen Papendorf noch an, dass im Seydaer Markt lediglich die Beleuchtung verbessert werden soll. In Elster hingegen sind die Aufwändungen viel umfangreicher. Das hängt mit den gerade laufenden Bauarbeiten zur Beseitigung von Hochwasserschäden an dem kommunalen Gebäude zusammen.

Dies erfordert, dass der Verkauf etwa vier bis sechs Wochen über einen Wagen vor dem Geschäft laufen müsse. Und in die Ausstattung des Ladens werde dann „nicht nur ein bisschen Geld“ gesteckt. „Der Standort ist es uns wert“, so Steffen Papendorf.

Seydaland und Neumarkt, „wir passen gut zueinander“, sagt der Geschäftsführer aus Jüterbog. In der nun engen Zusammenarbeit der beiden Unternehmen sieht er auch einen Beitrag zur Lebensqualität in der Region, in der beide Agrarbetriebe fest verwurzelt sind.

Text und Foto: Frank Grommisch

 

Bürgermeisterwahlen in der Stadt Zahna-Elster

24.09.2017

Im Landkreis Wittenberg stand am Sonntag nicht nur die Bundestagwahl an. In der Stadt Zahna-Elster ging es auch um die Bürgermeisterwahl. Peter Müller von den Freien Wählern holte 79,3 Prozent der Stimmen, an den Herausforderer Holger Lehmann Die Linke gingen 19,4 Prozent der Stimmen. Peter Müller wurde bereits vor sieben Jahren zum Oberhaupt der Stadt gewählt. Die Wahlbeteiligung lag in diesem Jahr bei 74,75 Prozent.

Text: MZ

Foto: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Jugendclub „Zuflucht“ Elster

Abstimmung läuft noch!

23.09.2017

Noch bis zum 20. Oktober läuft die Internet-Abstimmung über den Deutschen Engagementpreis, um den sich auch der Jugendclub „Zuflucht“ in Elster bewirbt. Rund 680 Projekte und Personen haben die Chance, den mit 10 000 Euro dotierten Publikumspreis zu erhalten. Die ersten 50 der öffentlichen Abstimmung gewinnen zudem die Teilnahme an einer kostenfreien Weiterbildung in Berlin.

Link:

https://www.deutscher-engagementpreis.de/publikumspreis/suchwort/winter/bundesland/st/

Text: MZ

Foto: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Elsteraner Kinder helfen Wildforschern

Herbst: Waldfrüchte gehen an die Hochschule Eberswalde.

22.09.2017

Für ungewöhnliche Aktionen ist der Jugendclub „Zuflucht“ in Elster immer zu haben. Diesmal hat eine solche Sigrun Horbach, bekannt als eine der Initiatorinnen der Kinderkleider- und Spielzeugbörse, vorgeschlagen. Im Fernsehen hatte sie von einer Kastanien- und Eichelsammlung erfahren, die der Gründer von Haribo, Johann Rigel, vor einigen Jahren ins Leben gerufen hat. Der passionierte Jäger wollte so für ausreichend Futter für Wildtiere in der Winterzeit sorgen. Als Belohnung gab es natürlich Gummibärchen und anderes mehr. Davon erzählte Sigrun Horbach der Betreuerin des Jugendclubs, Sabine Hoffmann. Beide waren sich schnell einig, einmal etwas Ähnliches zu versuchen.

Den beiden Frauen war natürlich klar, dass sie mit den gesammelten Wildfrüchten nicht bis nach Bonn fahren könnten, um sich dort mehrere Stunden anzustellen. Sie suchten und fanden andere Verbündete, insbesondere als Abnehmer für Kastanien und Eicheln. Sie holten Rebecca Rathmann, Revierförsterin in der Glücksburger Heide, mit ins Boot. Diese hatte auch eine Idee, für die Verwendung des Gesammelten.

Die Wildtierforscher der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde können es gut gebrauchen. Dort werden Kastanien und Eicheln genutzt, um damit Rotwild anzulocken. Den Tieren sollen Sender verpasst werden, über die ihre Wege nachvollziehbar werden. Natürlich sollen die fleißigen Sammler nicht leer ausgehen. Sie erhalten eine je nach Menge an Kastanien und Eicheln ausfallende süße Belohnung für die Mühen. Welche genau, darüber werden noch Gespräche geführt.

Sabine Hoffmann und Sigrun Horbach wollen die Aktion aber nicht nur auf den Jugendclub beschränkt wissen. Erste Gespräche über eine Teilnahme wurden mit den Grundschulen in Zahna und Mühlanger geführt und auch die Kindertagestätte „Kinderland“ in Mühlanger wurde angesprochen. Die Jugend- und Kinderfeuerwehr Elster wird sich ebenfalls beteiligen. Auch private Sammler können mitmachen.

Abgegeben werden sollen die Waldfrüchte am 5. und 6. Oktober jeweils von 14 bis 18 Uhr im Jugendclub „Zuflucht“ in der Betonwerkstraße in Elster. Angenommen werden nur von Schalen und Kappen befreite Früchte, die auch nicht schimmlig sein dürfen. An einem der beiden Tage wird die Revierförsterin nach Elster kommen. Und bei der Abgabe sollen natürlich gleich die versprochenen Süßigkeiten ausgeteilt werden.

Text : Boris Canje

Foto: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Bürgermeisterwahl in Zahna-Elster

Kandidat Peter Müller - Kein Zaudere

18.09.2017

Peter Müller (Freie Wähler) ist kein Zauderer, das liegt wohl in der Natur des begeisterten Hobby-Fußballers. Aber: „Ich habe tatsächlich ein paar Tage überlegt“, sagt er, ehe er sich entschieden habe, erneut für die Bürgermeisterwahl in Zahna-Elster anzutreten.

Im Juni war die Haushaltsverfügung der Kommunalaufsicht eingetroffen, wonach der Bürgermeister eine Haushaltssperre in Höhe des aktuellen Defizits von 1,3 Millionen Euro zu verhängen hat. Was nicht nur die Hände binde für alle freiwilligen Leistungen, sondern auch für Pflichtaufgaben. „Da fühlt man sich schon im Stich gelassen.“

Und doch will er weiter machen. Weil in seiner persönlichen Bilanz der zurückliegenden sieben Jahre überwiege, was „zusammen mit dem Stadtrat“, wie er betont, geschafft und geschaffen wurde. Er sieht das Zusammenwachsen der beiden Gebiete von Zahna und Elster gelungen, deren Bewohner sich fremd waren durch jahrzehntelange Verwaltungsgrenzen; die sich auch in ihrer Mentalität ein bisschen unterscheiden.

Viel Verwaltungskraft und Geld gekostet habe die Aus- und Wiedereingliederung von Mühlanger nach Entscheidungen des Landesverwaltungsgerichtes. Ein Vorgang, über den die Bürger nur die Köpfe schütteln konnten.

Glück im Unglück für Zahna-Elster bei der Flutkatastrophe 2013

Die Prioritätenliste der Investitionen, die er nach seinem Amtsantritt mit dem Stadtrat erstellt habe, wurde 2013 über den Haufen geworfen durch die neuerliche Flutkatastrophe. Müller bestreitet es nicht, dass es Glück im Unglück war, dass über die Flutschadenshilfe Investitionen zu 100 Prozent gefördert wurden. „Dafür bin ich sehr dankbar.“ Auch dafür, dass der Bau der neuen Deichanlagen eine Dynamik bekam, wie es ohne das Ereignis wahrscheinlich nicht der Fall gewesen wäre.

Zur Person

Peter Müller, ist 57 Jahre alt, verheiratet und inzwischen fünffacher Großvater.

In Elster ist er geboren und dort hat er mit Ausnahme der Armeezeit sein ganzes Leben verbracht. Im Piesteritzer Gummiwerk hat er BMSR-Techniker gelernt. Schon mit 19 Jahren war er Mitglied des Gemeinderates. Bald nach der Rückkehr von der Armee wurde er Sportstättenwart in Elster. Von 2003 bis 2010 leitete er die Geschicke von Elster ehreamtlich. Seit 2007 sitzt er für die Freien Wähler im Kreistag.

Schnitzel mit Spargel in der Saison ist sein Favorit beim Essen. Zu einem Eisbecher vom Eiscafé Elster kann er schwer nein sagen.

Auf einer einsame Insel würde er es mit seiner Frau, einem weichen Bett und einem guten Buch schon mal eine Woche aushalten.

Einen freien Kopf verschafft ihm ein Lauf durch den Wald und als Spieler - bei den Alten Herren und in der Nationalmannschaft der Bürgermeister und als Zuschauer bei Heimspielen von Verbandsligist Eintracht Elster.

Die Umstellung der Haushaltsführung auf das System der doppelten Buchführung (Doppik) koste die Verwaltung viel Kraft. Durch die Abschreibungen auf das kommunale Anlagevermögen ist es für die Kommunen noch schwerer, aus dem Defizit herauszukommen. Die zügige Entscheidung, das Freibad zurück in städtische Regie zu nehmen und es so vor der Schließung zu bewahren, ist vor diesem Hintergrund keine Selbstverständlichkeit.

Die Zahnaer könne er nur für sich gewinnen, wenn er den Ausbau der Landesstraße voran treibe, wurde ihm vor sieben Jahren gesagt. Auch wenn nicht die Stadt, sondern das Land der Bauherr ist: Man müsse in der Landesbaubehörde immer auf der Matte stehen. „Wer sich nicht meldet, bleibt auf der Strecke.“

Amtierender Bürgermeister Peter Müller: Kontakte sind wichtig

„Ein Bürgermeister muss Netzwerke pflegen“, sagt Müller. Seine Mitarbeit im Regionalen Planungsausschuss und die Arbeit als Kreisvorsitzender des Städte- und Gemeindebundes wie auch als Kreistagsmitglied befördern dies. „Weil ich die richtigen Leute im Landesverwaltungsamt gekannt habe, war es möglich, für den Neubau der Kita Zahna noch 500.000 Euro zusätzliche Förderung zu beschaffen“, erzählt er.

Mit Mühlanger werde jetzt die dritte größere Kindereinrichtung in der Stadt fit gemacht und für Zörnigall ist ein Neubau geplant. „Ich möchte, dass sie auch 2024 mit Kindern gut gefüllt sind“, schließt Müller in dem Ausblick über seine mögliche nächste Amtszeit den Erhalt der kleinen Kindergärten in Leetza und Dietrichsdorf sowie der vier Schulen der Stadt ein.

Kostengünstige Wohnbauflächen sollen Familien locken. Und auch die älteren Bürger sollen ihren Lebensabend in gewohnter Umgebung genießen können. Projekte für betreutes Wohnen seien angeschoben.

Text und Foto: Ute Otto

 

Bürgermeisterwahl in Zahna-Elster

Kandidat Holger Lehmann - Beharrlicher Streiter

18.09.2017

Mangelnde Beharrlichkeit kann man Holger Lehmann, der für die Linkspartei zur Bürgermeisterwahl in Zahna-Elster kandidiert, nicht vorwerfen. Er gräbt sich regelrecht ein in Themen, die ihn bewegen, zum Beispiel die Kommunalfinanzen. „Ich stecke tief drin in der Materie“, sagt Lehmann. Das hänge mit seinem Beruf zusammen.

Als Systemkaufmann für Informationstechnologien berät er Kommunen zu Computerlösungen. Das erfordere auch betriebsbetriebswirtschaftliches Verständnis. „Den Bürgern in Zahna-Elster wird nicht klar gesagt, welche aktuellen Risiken die Finanzsituation der Stadt birgt“, meint er.

Ein großes Risiko sehe er in den 45-Millionen Euro Verbindlichkeiten des Wasser- und Abwasserzweckverbandes (WAZV) Jessen, dem Zahna-Elster 2013 beigetreten ist. Das mache pro Kopf 1.800 Euro, die nach der neuen doppischen Haushaltsführung mit in den Schuldenstand einzurechnen seien. Dazu komme, dass die jährlichen Abschreibungen des städtischen Vermögens im Haushalt negativ zu Buche schlagen.

Bürgermeister-Kandidat Holger Lehmann (Die Linke): Seit Jahren ein kritischer Beobachter

Das könnte auch ein Bürgermeister Holger Lehmann nicht verhindern. Aber wenn die Kiste so verfahren ist, warum will er sich das antun? „Ich bis seit vielen Jahren kritischer Beobachter. Ich sehe, wie es in anderen Kommunen läuft. Ich möchte meine Erfahrungen in eigene Projekte umsetzen“, begründet er.

Zur Person

Holger Lehmann ist 41 Jahre alt, verheirateter Familienvater mit zwei Söhnen im Alter von sechs und elf Jahren.

Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist er in Mühlanger. Nach sechs Jahren Bundeswehr, währenddessen absolvierte er Auslandseinsätze, hat er eine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann absolviert. Beruflich ist er in einer Berliner IT-Firma als Berater für kommunale Internetportale tätig. Mitglied der Linkspartei ist er seit 2016. Im Ortschaftsrat ist er seit 2015 auf einem Mandat der Allianz der Bürger. Außerdem ist er Vertreter im Landeselternrat.

Sein Lieblingsessen ist Schnitzel mit Spargel. Eine Schwäche hat er für Süßes „und soziale Themen“. Auf eine einsame Insel mitnehmen würde er Werkzeug, etwas Saatgut und seine Familie. „Dorthin zu gehen, wäre schließlich eine längerfristige Entscheidung. Ich bin keiner, der kurzfristig agiert.“

Einen freien Kopf verschafft ihm Holzhacken, Spielen mit seinen Kindern und Fahrrad fahren.

Dafür habe er Konzepte. A und O sei es, die Stadt als Wirtschaftsstandort attraktiv zu machen. Dafür brauche es „deutlich mehr Engagement des Bürgermeisters als bisher“. Die Stadtverwaltung will Lehmann so umbauen, dass der Bürger im „Front-Office“, also dem Bürgerbüro alle Dienstleistungen geregelt bekommt und nicht mehr einzelne Ämter aufsuchen muss.

Einmal im Monat soll das samstags möglich sein, dabei denkt Lehmann vor allem an Pendler. Für die zunehmend ältere Einwohnerschaft will Lehmann, so er gewählt wird, nach dem Vorbild der Lutherstadt ein mobiles Bürgerbüro einrichten.

Lehmann will Firmen beim Gewinnen von Fachkräften helfen

Im „Back-Office“ der Rathäuser soll dann ungestört - aber nicht intransparent - die Verwaltungsarbeit laufen, ausgerichtet auf Fachdienste für Wirtschafts- und Tourismusförderung, Familie, Demografie, Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit. Die Unternehmen will er über die gesamte Stadt vernetzen - im Moment agierten diese noch in Zahna und Elster getrennt. Und er will sie für alternative Finanzierungskonzepte im freiwilligen Bereich gewinnen.

Dafür könne die Stadt den Firmen bei der Gewinnung von Fachkräften helfen. Lehmanns Idee ist es, dass Kinder von Fachkräften, die sich in der Stadt ansiedeln, für das erste halbe Jahr von den Kita-Gebühren befreit werden. „Wir stehen in der Konkurrenz um Fachkräfte mit Wittenberg und allen anderen Kommunen ringsum“, verteidigt er seine Vision. Durch höhere Anteile an den Einkommenssteuern würde das refinanziert.

Wenn Lehmann über seine Themen spricht, ist er nur schwer zu bremsen. Ungebremst schreibt er in seinem Facebook-Profil. Beharrlich möchte er seine, „eine andere Sichtweise“ vermitteln. Er versäumt kaum eine Ausschuss- oder Stadtratssitzung. Manchmal fragt man sich, wann der Mann schläft.

Ähnlich rastlos war er auch in Sachen Kinderförderungsgesetz. Bis 2016 als Kreiselternvertreter im Unterausschuss Jugendhilfe. Er wurde als Elternvertreter nicht wieder gewählt, kommt aber von dem Thema nicht los. Das will er auch nicht. „Man kann sich auch als Mitstreiter für eine Sache engagieren“, erklärt er. „Mich treibt das wirklich.“

Text und Foto: Ute Otto

 

Handwerkskammer Halle

Listerfehrdaer wird jahrgangsbester Jung-Zimmerergeselle

17.09.2017

Philipp Höhne als Zimmererlehrling einzustellen, war ein Glücksgriff der Arche Naturhaus GmbH. Der Listerfehrdaer hatte sich schon vor Unterzeichnung des Lehrvertrags 2014 durch Einsatzbereitschaft und Lernfreude in Ferienarbeit und Schülerpraktika selbst empfohlen und die Erwartungen der Kollegen nicht enttäuscht.

Jetzt hat er die Ausbildung als Jahrgangsbester im Bereich der Handwerkskammer Halle abgeschlossen. Mit 88 von 100 Punkten erreichte er in der Prüfung die Gesamtnote zwei. „Das draußen sein, dass man eigene Ideen einbringen kann“, ist es, was ihm an diesem Beruf gefällt. Er sei stolz darauf, die Zimmermannskluft zu tragen, sagt der 20-Jährige.

Berufsschule in Wernigerode, überbetriebliche Ausbildung in Halle und Stedten.

Es waren in seinem Jahrgang nur fünf auszubildende Zimmerer im Kammerbezirk, weshalb Philipp zur Berufsschule nach Wernigerode fahren musste. Die überbetriebliche Ausbildung, bei der die Lehrlinge im ersten Jahr Einblick in verschiedene Gewerke des Bauhandwerkes und später die speziellen Zimmerei-Fertigkeiten vermittelt bekommen, fand in den Ausbildungszentren der Handwerkskammer in Stedten und Halle-Osendorf statt.

Deshalb meint Alexander Kasper, Technischer Leiter der Arche-Naturhaus-Niederlassung Zörnigall, „haben wir nicht so einen großen Einfluss“, was das Abschneiden der Auszubildenden betrifft. „Sie müssen schon selbst hinterher sein und Einsatz zeigen“, so Kasper.

Solche jungen Menschen mit Interesse am Handwerksberuf sind dünn gesät. Dass bei den Zimmererlehrlingen in der Zörnigaller Firma derzeit eine Lücke zwischen dem ersten und dritten Lehrjahr klafft, liegt daran, dass sich im vergangenen Jahr kein geeigneter gefunden hat. Das hätte sich Alexander Kasper nicht träumen lassen. Der heute 35-Jährige musste seinerzeit weit im Westen Deutschlands nach einer Lehrstelle suchen. Als Zimmerer- und Dachdeckermeister ist der Pülziger 2006 in die Heimat zurückgekehrt und seitdem in Zörnigall tätig.

Boom im Baugewerbe macht Kommunen zu schaffen

Da war das Baugewerbe gerade wieder im Aufwind. Dass der Boom so lange anhalten würde, habe er sich damals ebenfalls nicht vorstellen können. Vor allem in Berlin und Brandenburg sind Bauleistungen gefragt - und daher überall teuer geworden, was vor allem kommunalen Auftraggebern zu schaffen machen wird. 25 Mitarbeiter sind im Unternehmen beschäftigt. Herzstück in Zörnigall ist die computergesteuerte Anlage zum Zuschnitt der Bauelemente. Vom Carport bis zur Großbaustelle reiche die Palette der Aufträge.

Von Beginn an war Philipp Höhne in den Großauftrag eingebunden, der die Zörnigaller Holzbauer noch bis ins nächste Jahr hinein beschäftigen wird. Die Wohnungsbaugenossenschaft „Märkische Scholle“ lässt in der Schwelmer Straße in Berlin Lichterfelde ein Viertel mit 860 Wohnungen sanieren. Um zusätzliche Wohnungen mit gewünschten Größen um 100 Quadratmeter zu schaffen, bekommen Blöcke aus den 1930er Jahren Dachgeschosse aufgesetzt. Es ist wegen der ökologischen Orientierung ein Vorzeigeprojekt für alle Beteiligten.

„Erst einmal möchte ich hier noch weiter arbeiten“, sagt Philipp Höhne, „später eventuell den Meister und den Ausbildernachweis machen.“ Sein Vorgesetzter hört das gern.

Text Und Foto: Ute Otto

 

Kinderkleider- und Spielzeugbörse in Elster

Die Nachfrage ist groß

16.09.2017

Am Samstag war die diesjährige Herbst-Kinderkleider- und Spielzeugbörse im Elsterlandsaal in Elster.

Das Angebot reicht vom Kinderwagen, Laufkitter über Fahrräder in verschiedenen Größen, Spielzeug, Bücher und Bekleidung. Frühzeitig standen schon einige Muttis an. Wer zuerst kommt, kann suchen und hat die beste Auswahl.

Alle Hände voll zu tun hatten die fleißigen Helfer von der Kinderkleider- und Spielzeugbörse. Da gab es keine Zeit hoch zu schauen. Hier helfen, da eine Auskunft. An der Kasse ging es zwar zügig vorfährts. Aber man musste sich schon etwas gedulden. Um später eine schnelle Abrechnung für jeden Verkäufer zuzuordnen zu können, ordneten Sigrun Horbach und Stefanie Trepke jeden Aufkleber dem Verkäufer zu.

Eine Mutti meinte zu mir draußen, wissen Sie Frau Hoffmann schauen sie so tolle Sachen für solch kleines Geld. Ich komme gerne her. Eine andere Mutti, sie strahlte. Sie bekommt im Dezember ihr erstes Kind. Man kann gar nicht alles neu kaufen. Schauen sie, das sieht doch aus wie neu.

Zufriedene Gesichter auf beiden Seiten. In  Laufe der Zeit hat sich das Team verändert. Dadurch entstanden neue Ideen wie zum Beispiel das Gästebuch und die Banner an den Ortseingängen. Und weitere werden folgen. Ein Gästebuch liegt nun zum zweiten Mal aus. Hier können die Käufer Fragen stellen, aber auch ihre Meinung sagen. Zu den Fragen, sie bleiben nicht einfach so stehen, sie werden im Buch beantwortet und der Käufer kann bei der nächsten Kinderkleider- und Spielzeugbörse nachlesen. Diese Woche wird man sich treffen so war es von der Chefin Peggy Wollschläger zu hören. Hier kommt die Auswertung. Hier kann jeder vortragen was nicht so gut war was man noch besser machen kann. Aber es wird auch überlegt wo die nächste Spende, welches soziale Projekt unterstützt wird.

Die nächste Kinderkleider- und Spielzeugbörse findet am 17.März 2018 im Elsterlandsaal in Elster statt.

Text und Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Bürgermeisterwahl in Zahna-Elster

Kandidaten liefern sich heftigen Schlagabtausch

15.09.2017

Die finanzielle Situation der Stadt, die Kinderbetreuung, Erhalt und Unterhaltung öffentlicher Einrichtungen waren die Schwerpunkte der beiden Wahlforen in Zahna und in Elster mit den Bürgermeisterkandidaten, dem 41-jährigen Holger Lehmann (Die Linke) und Peter Müller (Freie Wähler), 57 Jahre und Amtsinhaber.

Aus den Fragen des Publikums, die sich hauptsächlich an Lehmann richteten und kritisch um die Realisierbarkeit seiner Wahlziele drehten, kam es unter Moderation des Stadtratsvorsitzenden Matthias Wartenberg (CDU) in beiden Veranstaltungen zum teils heftigen Schlagabtausch zwischen den Kontrahenten.

Lehmann wirft der Stadtverwaltung vor, die Haushaltsführung zu spät auf die Doppik umgestellt zu haben. Seiner Meinung nach wäre die diesjährige Haushaltssperre in Höhe des Defizits von 1,3 Millionen Euro vermeidbar gewesen. „Die Stadt steuert auf die Handlungsunfähigkeit zu“, meint er.

Peter Müller indes sieht die Hauptursache dafür, dass Zahna- Elster wie andere Städte auch nicht aus dem Defizit herauskommen, im Finanzausgleichgesetz des Landes. „Je mehr Steuereinnahmen wir haben, um so weniger Zuweisungen bekommen wir, um so höher steigt die Kreisumlage.“ Die Stadt habe trotzdem 15,3 Millionen Euro in den vergangenen Jahren investieren können.

Stimmungsbild für die Bürgermeisterwahl bleibt unklar

Die Vorsitzende des Finanzausschusses Elke Hiob und in Zahna Doreen Elmenthaler (beide Freie Wähler) fühlten sich von Lehmanns Aussagen, der Stadtrat sei nur Erfüllungsgehilfe und vernachlässige die Kontrollfunktion, angegriffen. Der Stadtrat wisse sehr wohl, worüber er beschließe.

Aus diesen Veranstaltungen ein Stimmungsbild hinsichtlich der Bürgermeisterwahl zu zeichnen, wäre vermessen. Etwa 120 Anwesenden an beiden Abenden steht eine schweigende Masse von rund 8.000 Wahlberechtigten gegenüber.

Text: Ute Otto

Foto: dpa

 

Städtewettbewerb Sechs Stunden Vollgas

07.09. 2017

Peter Müller tritt derzeit fleißig in die Pedale. „Auf dem Weg zur Arbeit gemütlich, nach Hause in Sportsachen volles Tempo“, erzählt der Bürgermeister der Stadt Zahna-Elster (Freie Wähler), der täglich auf dem Drahtesel zwischen beiden Orten 30 Kilometer pendelt.

Der 57-Jährige will am Sonntag beim Städtewettbewerb von Envia-M und Mitgas, der im Rahmen des Stadt- und Vereinsfestes in Mühlanger über die Bühne geht, zehn Minuten Expresstempo auf dem Ergometer durchhalten und zeigen, dass ein Kommunalpolitiker kein Schreibtischheld ist. „Wir haben im Jahr 2012 mit 297 geschafften Kilometern den dritten Rang belegt. Der aktuelle Spitzenwert von Lugau mit 374,39 Kilometern ist schon fantastisch.“

Klare Spielregeln

An dem Bundesländer übergreifenden Wettbewerb beteiligen sich insgesamt 25 Kommunen. Der Auftakt ist am 1. Mai in Teutschenthal erfolgt, die letzte Station am 3. Oktober ist Kolkwitz (Vorjahressieger). Auf der Showbühne stehen zwei Ergometer. Das Kinderfahrrad darf nur von Teilnehmern bis zu einer Größe von 1,50 Metern genutzt werden. Die maximale Aktionszeit beträgt fünf Minuten.

Alle Erwachsenen dürfen, wenn es die Kondition erlaubt, die doppelte Zeit nach Herzenslust strampeln. „Man darf nicht zu schnell angehen. Wichtig ist, kontinuierlich zu fahren“, lautet der Tipp des Bürgermeisters, der aus eigener Erfahrung weiß, wie lang zehn Minuten sein können.

Schnelle Wechsel nötig

Das Ziel am Sonntag - der nunmehr 14. Städtewettbewerb beginnt um 10 Uhr - heißt 300 Kilometer. Der Bürgermeister macht dafür eine ganz einfache Rechnung auf. Der Wettkampf geht über sechs Stunden und auf der Bühne stehen zwei Ergometer. Wenn die Teilnehmer in jeder Stunde 25 Kilometer schaffen, macht das in der Summe die anvisierte Zahl.

Entscheidend sei, dass die Wechsel im Höchsttempo passieren, damit keine wertvolle Zeit verschenkt wird. Wer merkt, dass die Muskeln langsam übersäuern, sollte dem nächsten Starter ein Zeichen geben. Müller findet es gut, dass die letzten 30 Minuten des Stadt- und Heimatfestes allein den Sportlern auf den Ergometern gehören. Gerade in der ganz heißen Phase benötigen die Aktiven die Unterstützung des Publikums, um im Rennen um eine gute Platzierung die letzten Kraftreseren zu mobilisieren.

Der Bürgermeister weiß, dass weder in Zahna noch in Elster ein Radsportclub ansässig ist. Deshalb setzt er auf die geballte Kraft der Vereine und hofft, dass sich zusätzlich viele Besucher des Festes für einen Einsatz auf dem Drahtesel entscheiden. Für jeden gefahrenen Kilometer gibt es von den beiden Veranstaltern (Plätze sechs bis 25) vier Euro.

Die Spenden sind an die Unterstützung gemeinnütziger Projekte gebunden. Für Zahna-Elster stehen mit Ausrichtung eines Stadt- und Erntefestes, Durchführung eines Trainingslagers für die Kinder- und Jugendmannschaften sowie Kindertagsfeier im Rahmen des Schul- und Heimatfestes (alle 2018) drei zur Auswahl. Die Abstimmung erfolgt am Sonntag vor Ort beziehungsweise online auf der Wettbewerbsseite.

Der Sieger bekommt im Übrigen 8 000 Euro, die Nächstplatzierten 6 000 beziehungsweise 4 000. Müller, der mit der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Bürgermeister eine Woche später beim Alpencup in Slowenien unterwegs ist, will wie erwähnt mit gutem Beispiel vorangehen. Zehn Minuten sind schon eine Hausnummer.

Text: Thomas Tominski

Foto: Medientreff  -  Sabine Hoffmann


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