Mai 2019

Stadtratswahlen Zahna-Elster, Jessen und Annaburg Nicht voll besetzt

28.05.2019

In den drei Stadträten Annaburg, Jessen und Zahna-Elster werden in der neuen Legislaturperiode nicht alle Stühle besetzt sein. Das liegt an den Erfolgen der Alternative für Deutschland (AfD). Sie hat in allen drei Kommunen viele Stimmen geholt, aber ist nicht mit vielen Kandidaten angetreten, so dass sie mehr Sitze einnehmen könnte, als Personen zur Verfügung stehen.

In Jessen, hier bekam Frank Luczak allein 1 868 Stimmen, so viele wie kein anderer Bewerber, werden zwei Sitze leer bleiben, in Annaburg und Zahna-Elster nach den vorläufigen Ergebnissen jeweils einer.

An der Zusammensetzung im Stadtrat habe sich bis auf den Einzug der AfD nicht viel geändert, sagt Annaburgs Bürgermeister Klaus-Rüdiger Neubauer (parteilos). Für Annaburg gelte weiterhin, dass es hier um Sach- und nicht um Parteipolitik gehe. Die Regierungsparteien, so äußert er mit Blick auf die anderen Wahlresultate, seien für ihre Gemütlichkeit abgestraft worden. Wie sich jetzt die Fraktionsbildung im Rat vollziehe, müsse abgewartet werden.

Wer schließt sich mit wem zusammen, das sei eine entscheidende Frage, sagte Nadine Lehnert von der Freien Wählergemeinschaft Annaburg. Sie wird erneut als stärkste Kraft in den Rat einziehen. Eine Koalition mit der AfD und der CDU schloss sie aus. Am Montagabend setzte sich die Wählergemeinschaft zur Auswertung zusammen. Da sollte es auch um eine Neuaufteilung der Aufgaben gehen. Sie freue sich auf die neue Legislaturperiode.

Die Freie Wählergemeinschaft, könne mit ihrem Ergebnis zufrieden sein. Sie trete für die gesamte Stadt ein und habe Mitglieder aus mehreren Ortsteilen. „Wir werden sehen, wie sich die AfD im Stadtrat positioniert“, sagte Nadine Lehnert zum Einzug von deren Vertretern ins Ratsgremium.

„Es ist ein ordentliches Ergebnis“, meint Michael Grafe, Fraktionsvorsitzender der Interessengemeinschaft für Feuerwehr und Bürgerwohl. Zufrieden ist er damit nicht, lässt er deutlich werden. Die engagierte Arbeit von Stadträten in der ablaufenden Legislaturperiode spiegele das Ergebnis so nicht wider, sondern allgemeine politische Strömungen, die auch die anderen Abstimmungen am Sonntag beeinflusst hätten. Das Hauptproblem in den Kommunen sei das fehlende Geld. „Dadurch kommen wir doch in Schwierigkeiten.“

Mit Patrick Schubert und Roland Horn wird die CDU-Fraktion im Annaburger Stadtrat nach einer Legislatur-Pause neu aufgelegt. Mit 11,07 Prozent beim Start „sind wir schon zufrieden“, sagt Patrick Schubert, der im Großteil der vorigen Legislatur noch bei den Freien Wählern mitarbeitete. „Das zeigt, dass die Wähler bei ihrer Entscheidung nicht auf die Partei, sondern auf die Kandidaten schauen“, meint er.

Die Verbesserung der ärztlichen Grundversorgung und die Stärkung des Ehrenamtes seien große Themen für die CDU auf dem Land. „Die Kommune beruht doch fast nur noch auf freiwilligem Einsatz“, so Schubert. Vor allem die Feuerwehr brauche die Unterstützung der Stadträte. Er setze auf eine „sachliche und vernünftige Zusammenarbeit“ im Rat, „so wie es bislang meist funktioniert hat“.

„Da müssen wir mit leben“, sagt Klaus Nehring (Die Linke), zu den nur 4,2 Prozent, die seine Partei erreicht hat. Dabei offenbare sich das Dilemma. Die jungen Leute haben die Region verlassen, der Partei mangelt es damit an potenziellen Kandidaten wie Wählern gleichermaßen. „Aber wir halten den Kopf oben“, so Nehring, der ebenso auf eine „vernünftige Zusammenarbeit“ der Stadträte hofft.

„Das wird sicher schwieriger mit der neuen Partei. Gegen Fremdenfeindlichkeit werden wir deutlich einschreiten“, sagt er. Als Politiker der Linken wollen sie sich dafür einsetzen, „dass die Kommunen wieder zu Geld kommen“.

Jessen

 „Das war spannend bis zum Schluss“, erklärt Dirk Nowak, Vorsitzender der CDU/FDP-Stadtratsfraktion in Jessen. Die CDU habe wieder die meisten Stimmen bekommen, obwohl mit der AfD und der Wählervereinigung „Wir für Hier“ zwei neue Gruppierungen in den Rat einziehen. Das habe dazu geführt, dass an das gute Ergebnis von 2014 nicht angeknüpft werden konnte. Die CDU werde weiterhin sachbetonte Politik machen. Eine weitere Zusammenarbeit mit der FDP hält er für erstrebenswert.

Bei „Wir für Hier“ sind mögliche Koalitionen bereits ein Thema. Am Montagabend sollte in der Wahlauswertung auch darüber gesprochen werden, lässt Michael Thieme wissen. Die Wählervereinigung sei glücklich über das Resultat. Aus dem Stand konnten drei Sitze erzielt werden. „Wir haben viele Gespräche geführt und gespürt, dass wir mit unseren Ideen ankommen“, sagte er. Als vordringliches Ziel benennt er die Verbesserung der Arbeitsmarktsituation im Stadtgebiet. Es müsse gelingen, junge Leute hier zu halten oder zur Rückkehr zu bewegen. Ein attraktives Jessen sei dafür wichtig.

Petra Lehmann (Linke) freute sich über das gute Abschneiden der Linken, die hinter der CDU auf Rang zwei reinkamen. Für den neu zusammengesetzten Rat wünscht sie sich ein konstruktives Miteinander und kein Gegeneinander. „Nur so kann etwas für Jessen bewegt werden.“

„Die Wähler haben entschieden. Wir müssen sehen, was jetzt passiert“, sagt Gabriele Wolf (BBP - Bürgerinitiative Jessen). Über das Abschneiden der BI sei sie nicht enttäuscht, obwohl sie sich schon ein besseres Gesamtergebnis gewünscht hätte. Allerdings, ihre Hoffnung, dass die starke Dominanz einer Fraktion abnimmt, habe sich erfüllt.

Er habe bei einer Stadtratswahl in Jessen noch nicht erlebt, dass eine Partei mehr Plätze erringt, als sie Kandidaten zur Verfügung habe, sagte Bürgermeister Michael Jahn (SPD) zum Abschneiden der AfD. Ansonsten seien erfahrene, aber auch jüngere Leute in den Rat gewählt worden. Das sei gut. Er wünscht sich eine engagierte, ideenreiche und sachbezogene Zusammenarbeit.

Zahna-Elster

Im Stadtrat Zahna-Elster haben die Freien Wähler ihre Position noch stärken können. Gegenüber 2014 haben sie um noch fast fünf Prozentpunkte zugelegt und haben nun acht von insgesamt 20 Sitzen. „Ich bin hocherfreut, dass wir unser Ergebnis noch verbessern konnten, also muss doch das, was wir geleistet haben, bei den Wählern angekommen sein“, sagt Elke Hiob.

Gut finde sie es, dass in der Fraktion einige Ortschaften vertreten sind. Die Elsteranerin arbeitet seit 2011 im Stadtrat mit, als „Zahlenmensch“ leitet sie den Finanzausschuss, was bei der ständigen Geldknappheit eine eher undankbare Aufgabe ist. Dennoch, sagt sie „hoffe ich, dass wir für unsere Bürger wieder einiges leisten können.“

Die CDU kann sich als zweitstärkste Kraft behaupten und behält ihre sechs Sitze. „Da haben wir wohl doch nicht alles falsch gemacht“, meint Johannes Schneider, der für seine Partei 1254 Stimmen gesammelt hat. Gleichwohl sieht er Reserven, auf die die Stadträte in der kommenden Legislatur verstärkt ihre Kraft lenken sollten: Die Unterstützung und Ausrüstung der Feuerwehren, der Schulen und Kindergärten und der Erhalt freiwilliger Leistungen.

Denn das sei das, was die Bürger in den Ortschaften von der Kommunalpolitik als Erstes spüren. Ziel sei es doch „dass die Stadt lebenswert bleibt“. Die AfD wurde auf Anhieb drittstärkste Kraft. Sven Markgraf hat mit 1 382 Stimmen noch Johannes Schneider überflügelt, was den CDU-Mann nach eigenem Bekunden verstört. „Normalerweise muss man sich den Ortschaftsrat oder Stadtrat verdienen“, sagt er. „Ich habe damals mit 30 Stimmen angefangen. Hier schießt ein Newcomer von Null hoch, nur weil so eine Partei hinter dem Namen steht.“

Der AfD-Stimmanteil von 9,5 Prozent ging deutlich zu Lasten der Wählergruppe Landwirtschaft-Umwelt-Natur (LUN), die gegenüber 2014 fast die Hälfte der Wählerstimmen einbüßte. Die zwei Sitze im Rat bleiben der Gruppe zwar erhalten, aber der Stimmenverlust „ärgert mich schon“, sagt der Leetzaer Peter Schulze, der bislang im Stadtrat zusammen mit Hartmut Steiner oft kontrovers zur Mehrheit die Interessen der Landwirtschaft verfochten hat, zum Beispiel wenn es um die Erhöhung der Grundsteuer ging.

„Wenn ich mich habe aufstellen lassen und gewählt werde, gehe ich nicht dahin, um alles hinzunehmen“, sagt Schulze, dem es nach eigenen Worten „an Kontroversität“ im Rat fehlte. Zu schnell habe man sich auf die Position verständigt, dass eben das Geld fehle.

Prozentual leicht verloren haben SPD und Linke, sie haben nur noch jeweils einen Sitz.

 

Text: Ute Otto und Frank Grommisch

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann (Archiv)

 

Jessener Männerchor mit vielen Gastchören

So alt wie der Suezkanal 

27.05.2019

 „Es war sehr schön. Es hat Spaß gemacht“, sagt Herbert Kleine. Dem Vorsitzenden des Männerchors 1859 Jessen steht die Freude über die gelungene Veranstaltung ins Gesicht geschrieben. Die Sängerschar hat aus Anlass ihres 160-jährigen Bestehens im Weingut Hanke in Jessen ein Musikfest veranstaltet.

Es sei mit Absicht nicht als Jubiläumskonzert bezeichnet worden, denn Anliegen sei gewesen, nicht allein den Männerchor ins Scheinwerferlicht zu stellen, sondern die Laienmusik in der Gegend darzustellen. „Uns hat es Freude bereitet und den Teilnehmern offenbar auch.“

Bedeutende Ereignisse

Der 9. November 1859 sei mit vielen historischen Ereignissen belegt, sagt der Chorvorsitzende. Zu den bedeutsamen Geschehnissen gehöre die Gründung des Jessener Männerchors im Jahre 1859. Ausgangspunkt war ein Doppelquartett, das sich zum Gesangsverein entwickelte. 1859 muss ein ziemlich bewegtes Jahr gewesen sein, wie Volker Oertel anmerkt, der durch das Programm führt.

Der Bau des Suezkanals beginnt, der Elektroherd wird erfunden, Charles Darwin veröffentlichte seine grundlegende Arbeit im Bereich der Evolutionstheorie und Wilhelm Busch seine erste Bildergeschichte.

Udo Sommer, der 30 Jahre den Männerchor leitete und ihn prägte, wie ihm bestätigt wird, bezeichnet es als eine tolle Sache „in dieser rastlosen Zeit“, wenn sich Chöre treffen und gemeinsam singen. Er dirigiert den Kammerchor des Gymnasiums und dabei zu Beginn den Kanon „Dass Erde und Himmel dir blühen“. Darin heißt es neben anderem, „dass Freude sei größer als Mühen, dass Zeit auch für Wunder Dir bleib/ und Frieden für Seele und Leib“.

Diese Wünsche gibt es neben einigen Geschenken für die Jubilare öfters während des mehr als dreistündigen Musikfestes. Älter als die Jessener Sängerschar ist der Schweinitzer Männerchor. Er wurde 1847 ins Leben gerufen. Da könnte vermutet werden, dass die Freundschaft zwischen beiden Chören bereits seit 160 Jahren währt, meint der Schweinitzer Chorvorsitzende Knut Werner. Nachweise hierfür gibt es bislang allerdings nicht.

Bei ihrem Musikfest dachten die Jessener Sänger an Holger Thelen. Der Schatzmeister hatte sich sehr für die Veranstaltung engagiert, Ideen beigesteuert, konnte das Konzert aber leider nicht mehr erleben. Sein Tod „ist ein schwerer Verlust“, sagt Herbert Kleine.

Passender Veranstaltungsort

Jessen ist die Stadt der Lieder und des Weins, deshalb sei das Weingut als Veranstaltungsort so passend, wird öfters geäußert. Und Jessen hat 2019 mehrere musikalische Jahrestage zu bieten. Die Jessener Musikschule wurde 40 und der Jessener Frauenchor wird 50. Das 160-jährige Bestehen des Männerchors wird beim Stiftungsfest am 8. November im „Schützenhaus“ groß gefeiert. Das werde als Festakt gestaltet, lässt Herbert Kleine noch wissen.

››Zu den Mitwirkenden des Musikfestes gehörten neben den Gastgebern der Spielmannszug Jessen, der Kammerchor des Jessener Gymnasiums, die Percussionsgruppe der Jessener Musikschule, der Gemischte Chor Elster, der Männerchor Schweinitz, der Frauenchor Jessen, das Saxophon-Quartett Wittenberg, die Sangesfreunde Listerfehrda, der Forstliche Gesangverein Annaburg, der Volkschor Reinsdorf und die Elbaue-Musikanten.

Text und Fotos: Frank Grommisch

 

Freibad Zahna

47 Meter freie Fahrt auf der großen Rutsche 

25.05.2019

Nach dem fünften Durchgang gibt Sascha Alkewitz grünes Licht. Der Mitarbeiter vom Tüv Thüringen kontrolliert akribisch jeden Millimeter der 47 Meter langen Wasserrutsche im Zahnaer Freibad und dokumentiert seine Wasserfahrt sogar mit der  Kamera.

Sascha Alkewitz ist überrascht, dass viele Besucher zur technischen Abnahme des neuen Schmuckstücks gekommen sind. „Meistens bin ich allein“, sagt er und freut sich, „mal richtig im Mittelpunkt“ zu stehen. Der Tüv-Mitarbeiter betont, dass in Zahna mit Sonnenschein pur und 18 Grad Wassertemperatur ideale Bedingungen herrschen.

Da macht es Laune, im Becken zu landen. „Ich nehme auch Wasserrutschen im Winter ab. Da ist es im Außenbereich richtig kalt.“ Die erste Runde dreht Alkewitz rückwärts.

Er überprüft Fugen, Abstände, tastet Boden und Seitenwände ab. Nach knapp einer Stunde Arbeit inklusive vier Wasserfahrten vorwärts ist er zufrieden und verleiht der rund 132000 Euro teuren Rutsche die für ein Jahr gültige Prüfungsplakette. „Ich habe die Badehose noch an“, benennt er scherzhaft ein wichtiges Kriterium, denn ein schadhafter Untergrund entpuppt sich schnell als garstiger Hosendieb.

Tropfsteinhöhle ist Geschichte

Der Bürgermeister der Stadt Zahna-Elster, Peter Müller (Freie Wähler), betont, dass dieser Umstand ein Auslöser gewesen ist, die Planungen voranzutreiben. Den Badehosen-Test hat er selber ausprobiert. Zudem sei es wichtig gewesen, den Treppenaufgang vom Gebäude zu trennen.

„Dort ist jeder mit seinen nassen Füßen durchgelaufen. Das Haus hat sich schnell in eine Tropfsteinhöhle verwandelt“, so das Stadtoberhaupt, das den Aufgang an der Rückseite der Rutsche als „unbedingt notwendig“ bezeichnet.

75 Prozent der Gesamtkosten werden durch das Programm Regionale ländliche Entwicklung (Rele) gefördert, den Rest bezahlt die Stadt. „Wir haben mit den Planungen vor zwei Jahren begonnen“, erzählt Müller, der zur technischen Abnahme noch eine Testperson mitgebracht hat.

Termin im Internet

Laut Bürgermeister Peter Müller steht der Eröffnungstermin für die Badesaison noch nicht exakt fest. Anvisiert war bisher der 1. Juni. An diesem Tag finden in der Region aber mehrere Feste statt. Zudem soll es laut Wetterprognose kühl werden. Das genaue Datum wird kurzfristig auf der Internetseite der Stadt bekannt gegeben. Die geplanten Öffnungszeiten: Montag - Freitag 14 bis 19 Uhr; Samstag - Sonntag 12 bis 19 Uhr; Ferien 11 bis 19 Uhr.

Paul Lühnsdorf fühlt sich im Wasser pudelwohl. Der Schwimmer des SV Grün-Weiß Piesteritz bereitet sich aktuell auf den traditionellen Wettkampf anlässlich „Luthers Hochzeit“ im Piesteritzer Freibad vor und geht dort über 100 Meter Brust an den Start. Laut Müller arbeitet der 18-Jährige, der in Zahna wohnt, in den Sommerferien als Rettungsschwimmer im städtischen Bad.

Derzeit büffelt er noch für seine Abiturprüfungen. Traumberuf? „Mediengestalter für Bild und Ton beim Mitteldeutschen Rundfunk“, meint Lühnsdorf, der in seiner Freizeit Filme dreht und diese auch schneidet.

Als Einheimischer darf der 18-Jährige noch vor Alkewitz auf die Rutsche, damit dieser einen ersten Eindruck gewinnt. Das Tempo wird bei jeder Abfahrt kontinuierlich gesteigert. Lühnsdorf betont, dass er die Stufen zum Ausgangspunkt der 47-Meter-Fahrt nicht mit zittrigen Knien hinaufgestiegen ist. „Hier bin ich schon als Kind runtergerutscht“, sagt er.

Heißer Sommer

Manfred Pötzsch gibt in diesem Jahr im Freibad den Ton an, da Sissi Frank, Fachangestellte für Bäderbetrieb, im Babyurlaub ist. Der 73-Jährige erzählt, dass er früher schon einmal in Zahna als Schwimmmeister gearbeitet hat und ihm dieser Job viel Freude bereitet. Der Mann aus Abtsdorf findet es klasse, dass die Stadt über ein Bad verfügt.

„Im vergangenen Jahr haben in Deutschland viele dicht gemacht“, sagt er. Pötzsch wünscht sich für 2019 viele Besucher und trotz aller Prognosen nicht wieder so einen heißen Sommer. „Am Rand der Becken ist kaum Schatten. Wir haben Temperaturen um die 50 Grad gemessen.“ Deshalb ist der 73-Jährige überrascht gewesen, dass die Menschen 2018 scharenweise ins Bad gepilgert sind. Täglich „um die 600 bis 700“ sei eine ordentliche Hausnummer.

Beim Rundgang durch das Freibad erzählt Pötzsch aus seinem Leben. Er sei als Chefmonteur 30 Jahre für die Firma Maschinen- und Mühlenbau Wittenberg auf Achse gewesen und zählt mit Ägypten, Algerien, Iran und Kasachstan einige Stationen auf. Seit seiner Pensionierung schätzt Pötzsch die Ruhe in Abtsdorf. Die Familie ist froh, dass er nicht mehr durch die Welt zieht. Während seiner Montagezeit in Algerien hat er mal als Rettungsschwimmer an einer Botschaftsschule gearbeitet.

Die neue Rutsche der Firma Aquarena entspricht seinen Vorstellungen. Sie wird der Besuchermagnet, da sei er sich ganz sicher. Der 73-Jährige betont, dass dieser Job ihn fit hält. Sein Schrittzähler zeigt am Ende des Tages stets mehr als zehn Kilometer an. Kurzum: Schwimmmeister heißt nicht, am Beckenrand zu sitzen und die Füße ins Wasser baumeln lassen. Selbst beim Abnahmetermin läuft der Abtsdorfer kreuz und quer über das Areal.

Alle Informationen zum Freibad sind für Internetnutzer einsehbar unter www.stadt-zahna-elster.de.

Text und Fotos:

 

Körperverletzung in Elster 

Hund beißt Postbotin in Oberschenkel 

24.05.2019

Der Polizei wurde am Freitagvormittag angezeigt, dass am Donnerstagmittag um 12.30 Uhr in Elster eine Postzustellerin in den Oberschenkel gebissen wurde. Sie beabsichtigte, ein Paket zuzustellen, wobei der Hund gleich nach dem Öffnen des Eingangstores auf sie zulief.

Die Polizei hat gegen die Hundehalterin ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Die Postbotin musste ärztlich behandelt werden und wurde krankgeschrieben.

Text: MZ Jessen

Foto: Symbolfoto/ imago/Horst Rudel

 

Crossgolf in Jessen

Einfach um die Ecke denken 

24.05.2019

Statt kurz gehaltenem Grün bevorzugen sie die Wildheit der Natur. Statt freier Fläche sind bei ihnen auch Hindernisse jeder Art willkommen. Crossgolf erfreut sich in Deutschland zusehends größerer Beliebtheit. Am Samstagmittag ist diese exotische Sportart auch im Jessener Schlosspark zu erleben.

Jeder kann mitmachen

Sein Handicap definiert Mario Prell „um eine Zahl bei 30“. Doch darauf kommt es dem leidenschaftlichen Golfer gar nicht an. Freizeitsport soll Spaß machen, fit halten und ein Ausgleich zum Alltag sein. Dennoch kommt bei den zum UHC Elster gehörenden Crossgolfern der Wettkampfgedanke nicht zu kurz.

Am Samstag treffen sie sich im Schlosspark Jessen mit drei weiteren Teams aus Köthen und Berlin zum ersten Crossgolf-Ligaturnier für Mitteldeutschland. „Da es sich um eine offene Meisterschaft handelt, kann jeder Interessierte teilnehmen“, so Prell.

Im Gegensatz zum klassischen Platzgolf sind für ein Crossgolf-Turnier die Voraussetzungen deutlich einfacher. Ziele, in denen der Ball versenkt werden muss, können Eimer, Koffer, WC-Becken oder sogar Waschmaschinen sein. Alles geht, nichts ist unmöglich. Auch spielt nicht jeder Teilnehmer für sich, sondern alle Akteure beginnen gleichzeitig.

In Jessen werden deshalb zwölf Bahnen von je 150 Meter Länge plus eine Bonusbahn vorbereitet. „Wenn das Terrain schwierig ist, etwa indem Bäume oder Wasserläufe das Spielen erschweren, wird die Länge verkürzt. Bei offenem Gelände hingegen kann auch verlängert werden“, so Prell.

Auf die Frage, ob das klassische Golfspiel oder Crossgolf den größeren Reiz ausübe, wiegt Prell ab. Beides hätte seine Anziehungskraft. Allerdings müsse man, um beim Crossgolf zu bestehen, mit mehr technischem Aufwand herangehen. „Die Ziele sind deutlich schwerer zu bespielen. Hausecken oder Toreinfahrten machen taktisches Herangehen erforderlich. Wer beim Crossgolf punkten will, muss manchmal auch um die Ecke denken“, bringt er es auf den Punkt. Bei allem sportlichen Ehrgeiz und Ernst betont Prell aber auch, dass Crossgolfer die Sache nicht ganz so ernst nehmen.

An hehren Zielen fehlt es den gegenwärtig zehn Vereinsmitgliedern aus Elster aber nicht. Neben einer Deutschen Meisterschaft sucht auch diese Sportart ihre Besten in Europa und der Welt. Das Ziel Nationalmannschaft ist daher nicht abwegig. Anders als üblich stellt hier aber kein Bundestrainer sein Team zusammen, sondern werden die freien Plätze bei drei Wertungsturnieren vergeben. „Sechs Startplätze sind für die kommende WM zu besetzen. Wer einen guten Lauf hat, dem steht eine internationale Karriere zweifelsfrei offen“, so erklärt Mario Prell.

Das vereinseigene Spielfeld nahe der Windmühle in Elster sowie Flächen am Freibad Wittenberg und am Badesee Dixförda stehen den Crossgolfern zum Üben bereit. Mit dem Schlosspark Jessen kommt nun ein weiteres Areal hinzu. „In Jessen waren wir vor zwei Jahren schon einmal und haben den Platz in guter Erinnerung. Zudem ist er eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Spielflächen“, sagt Prell.

Hoffnung auf viele Zuschauer

Dabei hofft er, dass zahlreiche Zuschauer dem Spektakel beiwohnen. Wie viele Aktive sich dem Ziel nähern werden, lässt sich erst kurz vor Veranstaltungsbeginn sagen. Denn wer immer möchte, kann noch kurz vor Veranstaltungsbeginn seinen Hut in den Ring werfen. „Wer keine eigenen Schläger hat, dem kann geholfen werden. Wir teilen gern“, macht Prell Kurzentschlossenen Mut. Almostgolfbälle gehören zum Starterkit, Kunstrasenmatten sind erlaubt, und es dürfen auch eigene verwendet werden. Gespielt wird mit handelsüblichen Golfschlägern, Hölzer, Hybride und Driver.

››Wettkampfbeginn ist am Samstag in Jessen ist 11 Uhr. Mitspielen kann jeder, der sich spätestens 10.30 Uhr an der Freilichtbühne vor dem Jessener Schloss einfindet. Golfbälle werden durch die Organisatoren gestellt. Für Erwachsene beträgt die Startgebühr 15 Euro, Kinder bis 14 Jahre zahlen sieben Euro, UHC-Mitglieder zehn Euro.

Text: Sven Gückel 

Foto: Thomas Tominski

 

Kriminalität in Elster 

Immenser Schaden durch Einbrecher 

23.05.2019

Gleich drei Einbrüche in Elster beschäftigen seit dem Mittwochmorgen die Polizei. Es kann wohl angenommen werden, dass sie im Zusammenhang stehen.

Ausmaß nicht abschätzbar

Eingedrungen wurde in der Nacht in die Turnhalle des Elbeortes. Die Schäden am und im Gebäude sollen erheblich sein, äußert Ortsbürgermeister Wolfgang Fröbe auf Nachfrage der Mitteldeutschen Zeitung. Das ganze Ausmaß des Beutezuges lasse sich derzeit noch gar nicht abschätzen.

„Da kommt einiges auf uns zu“, sagt er und meint damit die Kosten, die anfallen werden, um den Ausgangszustand herzustellen. Nachdem die Täter in das Gebäude eingedrungen waren, suchten sie neben anderem die Geschäftsstelle vom Sportverein Eintracht Elster heim. Dort sollen sie mehrere elektronische Geräte sowie eine Geldkassette entwendet haben. Deren Inhalt konnte noch nicht beziffert werden, informiert Polizeihauptkommissarin Cornelia Dieke.

In dem Gebäude, das im Zuge der Beseitigung der Hochwasserschäden umfangreich saniert worden war wurden auch mehrere Türen aufgebrochen, teilt Wolfgang Fröbe mit. Wenn sich wohl kein passender Schlüssel fand, sei mit roher Gewalt vorgegangen worden. „Drei Türen werden wir wohl komplett ersetzen müssen.“ Die Sachschäden sind beträchtlich.

Zigaretten als Beute

Das gilt auch für das benachbarte Veranstaltungshaus. Dort hatten es die Einbrecher laut Polizei auf Zigarettenschachteln aus einem Automaten abgesehen. Außerdem hätten sie Bargeld und Schlüssel entwendet. Am Morgen gegen 4.40 Uhr sei das bemerkt worden.

Von den bislang Unbekannten heimgesucht wurde auch ein Geschäft in der Elsteraner Molkereistraße. Schubkästen seien durchwühlt worden. Auch dort fehle Bargeld, wurde am Mittwochnachmittag aus dem Wittenberger Revier mitgeteilt.

Wolfgang Fröbe verweist auf die zeitliche Nähe zu anderen Eigentumsdelikten im Ort. So war erst am vergangenen Montag ein Einbruch in eine Lagerhalle in der Gielsdorfer Straße gemeldet worden. Wahrscheinlich war es am Wochenende zu der Straftat gekommen. Verschiedene elektrische Werkzeuge sind dort entwendet worden.

Zudem erinnert der Ortsbürgermeister auch an einen bislang einmaligen Vorfall im März dieses Jahres. „Das ist auch noch nicht lange her.“ Da waren aus einer Umkleidekabine Wertgegenstände, unter anderem mehrere Mobiltelefone, von trainierenden Fußballern entwendet worden.

Text: Frank Grommisch

Foto: Symbolfoto

 

Dorffest in Zemnick 

Mit dem Harry-Potter-Stab zum Ringreiten 

23.05.2019

Sonnenschein, volle Bänke und gute Laune gab es in Zemnick zum traditionellen Ringreiten. Die 99-Seelen-Gemeinde lockte zu ihrem Dorffest Besucher aus der gesamten Umgebung an.

„Wir haben so ein unglaubliches Glück mit dem Wetter, vor einer Woche sah es ja eher nach Regen als nach Sommerwetter aus“, freute sich Ortsbürgermeister Dirk Kreuzmann und erklärte, dass dieser Umstand auch einen großen Anteil am Verkauf der Tickets hatte. Laut Schätzung wurden um die 600 davon an die Interessenten gebracht.

Am Vormittag setzten sich die Elsteraner Männer der Montagssportler im Volleyball gegen acht Mannschaften durch und verwiesen die Teams aus Mügeln und der Gruppe von der ansässigen Heporö-Einrichtung auf die zweiten und dritten Plätze.

Tempo und Augenmaß

Der traditionelle Höhepunkt zum Nachmittag war nach der kulinarischen Versorgung durch Heiko Klausa fraglos das Ringreiten. Im Starterfeld waren einige altbekannte Gesichter zu sehen, darunter Henry Wagenknecht und René Richter, die in den letzten Jahren auch schon gewonnen hatten.

Jeder der Teilnehmer ging die Herausforderung mit seiner ganz eigenen Technik an. Das Erfolgsgeheimnis liegt in einer Mischung aus optimaler Geschwindigkeit und Augenmaß, um die Ringe mit fünf Zentimeter Durchmesser mit einem Stock so groß wie der Zauberstab von Harry Potter zu erwischen. Die Strategie des Titelverteidigers Henry Wagenknecht, mit halsbrecherischer Geschwindigkeit auf das Ziel loszustürmen, zahlte sich dieses Jahr leider nicht für ihn aus.

Die Podestplätze gingen an Dirk Rothe, Mandy Zwicker und René Reiter. „Ich bin sehr stolz auf Montgomery, es war schließlich sein erster Wettkampf. Diese Ringreit-Parcours sind für die Pferde auch ein großer Spaß und tolles Spiel“, erklärte Mandy Zwicker nach dem Rennen. Am Ende konnte sie auch nicht erklären, wie sie die Ringe bei der intensiven Sonne überhaupt gesehen hatte. „Ich hatte auch viel Glück“, lachte die Zweitplatzierte nach ihrem Erfolg überglücklich.

Abend voll Musik und Lachen

Der Abend wurde mit den eigens einstudierten Sketchen der Heporö-Bewohner eingeläutet. Besonders viele Lacher erntete der altbekannte Sketch um den Lottogewinner Erwin Lindemann, der an einem Kamerateam verzweifelt. Die Band „6atü“, aus Magdeburg, sorgte dann noch für viel Stimmung bis in die späte Nacht hinein.

„Wir sind all unseren Sponsoren dankbar, aber auch dem unermüdlichen Einsatz der freiwilligen Helfer der Feuerwehr und vom Heimatverein Zemnick, die die Feste jedes Jahr erst zu dem machen, was sie sind“, lobte am Ende ein zufriedener Dirk Kreuzmann. 

Text und Foto: Annette Schmidt

 

Sekundarschule Elster

Farbtupfer im Feenwald 

22.05.2019

Silke Wolter steht mit der Hand unter dem Kinn am Rand des Feenwalds und grübelt. Die fünf neuen und mit Liebe zum Detail gestalteten Stühle sollen ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Die Teilnehmer des Kurses „Kreativ“ stellen sie je nach Ansage auf einen anderen Fleck, Hausmeister Mario Prell hält sich raus.

„Einrichtung ist Frauensache. Wenn man sich einmischt, heißt das nur zusätzliche Arbeit“, flüstert er. Der strafende Blick der Kursleiterin, die an der Sekundarschule Elster pädagogische Mitarbeiterin ist, bedeutet, dass sie die Worte trotzdem gehört hat.

Nach dem Bau der Feenhäuser im Herbst des vergangenen Jahres haben Silke Wolter und ihr Team lange nach einem passenden Projekt gesucht. Dabei hat der Zufall eine Rolle gespielt. „Der Hausmeister wollte die Stühle eigentlich entsorgen. Beim Erzählen sind wir auf die Idee gekommen, diese umzugestalten“, erinnert sich die Kursleiterin.

Die Gestaltung überlasst sie den Schülern. Wichtig ist ihr allein der Bezug zu den Fächern Musik, Sport, Kunst, Mathematik und Deutsch. Um die Farbe ordentlich auf Sitzfläche oder Lehne zu bekommen, haben die Kursteilnehmer diese vorher mit einer Drahtbürste aufgeraut.

Angelina Marks hat sich zusammen mit Emma Kräge für die Gestaltung des Stuhles Kunst entschieden. „Wir wollten eigentlich Sport nehmen, doch dieses Fach war schon weg“, sagen die beiden Mädchen aus der achten Klasse, die sich die entscheidenden Tipps vor der Gestaltung von Sabine Wolter geholt haben.

Mit ihrem Kunstwerk, an dem sie über einen Monat gearbeitet haben, sind sie zufrieden. „Ist schön geworden“, lautet ihr Urteil. Besonders witzig finden sie die Mischpalette mit Pinsel, die vor der Sitzfläche baumelt.

Tabea Nikolai hat gemeinsam mit Tim Biermann den ausrangierten Stuhl mit Details aus dem Bereich Musik aufgepeppt. „Die alten CDs sind von einem bekannten Internetanbieter. Heute wird gestreamt“, klinkt sich Hausmeister Prell ein, der nicht davon ausgeht, dass die Stühle zehn Jahre durchhalten müssen.

„Auf solche Arbeiten muss man Laune haben. Es hat sehr viel Spaß gemacht“, meint Tabea Nicolai, die von einer langwierigen Ideenfindung spricht. Als das Eis gebrochen war, sind die Arbeiten flott von der Hand gegangen. Der Hausmeister mischt sich noch einmal ein.

Sein schelmischer Blick verrät, dass seine Worte nicht ganz ernst gemeint sind. „Wenn den Teilnehmern die Ideen ausgehen, werde ich sie zu Crossgolfern machen.“ Denn Prell ist Abteilungsleiter dieser Sportart beim UHC Elster und nutzt den Termin, um ein wenig Eigenwerbung zu machen.

Den Feenwald soll laut Wolter noch in diesem Jahr erweitert werden. Ein konkretes Konzept gibt es nicht. Die Idee mit den Stühlen sei den Kursteilnehmern ja auch sprichwörtlich in den Schoß gefallen. „Mal sehen, was unser Hausmeister demnächst entsorgen will“, meint sie etwas sarkastisch.

Prell lässt sich jedoch nicht locken. Kurz darauf beginnt das Spiel von vorn. Die pädagogische Mitarbeiterin grübelt, ob das neue Inventar an der richtigen Stelle steht, der Hausmeister steht still daneben. „Sie ist eine tolle Kursleiterin“, meinen die Mädchen aus der Gruppe. Diesmal hat es Wolter nicht gehört. 

Text und Fotos: Thomas Tominski

 

Finanzen in Zahna-Elster 

Ein Riesenloch klafft 

17.05.2019

Der österreichische Dramatiker Nestroy stellte angeblich die genaueste Frage: 'Die Phönizier haben das Geld erfunden - aber warum so wenig?'"

 „Ein Riesenloch klafft.“ Elke Hiob (Freie Wähler), Vorsitzende des Finanzausschusses des Stadtrats Zahna-Elster, spricht deutlich aus, welches Problem die Mitglieder des Gremiums und die Verwaltungsmitarbeiter in den folgenden Stunden während der Beratung am Mittwochabend im Rathaus Zahna beschäftigen wird.

Dass die Finanzplanung für das laufende Jahr so schwierig wird, war so nicht erwartet worden. Doch unterm Strich steht im Ergebnisplan ein Minus von derzeit 1,8 Millionen Euro.

Das könne sich zwar jeden Tag ändern, da an dem Haushaltsplan ständig gearbeitet wird, sagt Kämmerin Monika Hönicke. Doch gravierende Korrekturen zum Positiven sind derzeit nicht auszumachen.

Ursachen benannt

Die Hauptgründe für die desolate Lage sind von den Stadtverantwortlichen nicht zu beeinflussen. Die Personalkosten sind nach den neuerlichen Tarifsteigerungen deutlich gestiegen. Bei den Gewerbesteuereinnahmen wird von einem Einbruch gesprochen. Die Schlüsselzuweisungen vom Land Sachsen-Anhalt an die Stadt sind gravierend gesunken.

Der Zuschussbedarf bei der Kinderbetreuung ist deutlich angewachsen. Es fließt weniger Geld in die Stadtkasse, aus der immer höhere Ausgaben zu begleichen sind, so dass eine große rote Zahl die schwierige Haushaltslage nachdrücklich verdeutlicht.

Dem Trend entgegenzuwirken, ist für die Stadt schwierig. Das Haushaltskonsolidierungskonzept, das bei so einer Lage zwingend gefordert ist und zeigen soll, wie die Einnahmesituation verbessert und die Ausgaben reduziert werden könnten, ist fortzuschreiben. Doch im Vergleich zur Größe des Finanzlochs sind es eher kleinere Positionen.

Monika Hönicke erinnert an die 18 in der Vergangenheit vom Stadtrat beschlossenen Konsolidierungsmaßnahmen. Sie führten dazu, dass im vorigen Jahr durch Mehreinnahmen bzw. Minderausgaben 391000 Euro zusammenkamen.

Vorschläge erwartet

Was könnte 2019 und in den Folgejahren die Finanzlage verbessern? Vorschläge sind gefragt. Doch davon gibt es bislang wenig. Monika Hönicke ermuntert die Ausschussmitglieder, hier Anregungen einzubringen, da sie von außen einen anderen Blick auf die Lage hätten als die Verwaltungsmitarbeiter. Elke Hiob spricht sich dafür aus, dass sich die Stadt von einigen Immobilien trennt.

Neben dem Verkaufserlös könnten Ausgaben für die Betriebskosten gespart werden. Das sollte überprüft werden, meint Monika Hönicke. Im Blickfeld stehen auch die Dorfgemeinschaftshäuser. Der Zuschussbedarf für die Gebäude beläuft sich im Jahr auf über 100.000 Euro. Das sei schon eine Hausnummer, so die Kämmerin.

„Es bringt doch nichts, an kleinen Positionen herumzudoktern“, sagt Hans-Joachim Harm (Freie Wähler). Es brauche eine grundsätzliche Idee, um die Finanzlage zu verbessern. Sein Resümee der Aussprache im Finanzausschuss: „Für mich ist das total deprimierend.“

Angesichts der prekären Lage, der nur geringen Zahl an Sparvorschlägen und der ausstehenden Sitzungen von Ortschaftsräten, in denen die Finanzsituation ebenfalls Thema ist, einigte sich das Gremium darauf, keine Beschlüsse zu fassen. In der gemeinsamen Beratung von Haupt- und Finanzausschuss am 3. Juni sollen Empfehlungen für die Ratssitzung beschlossen werden.

Text: Frank Grommisch

Foto: Symbolfoto CC0

 

Sekundarschule und Eintracht 

Spaß kommt nicht zu kurz in Elster 

16.05.2019

Samantha Henze steht mit dem Rücken zur Kegelbahn. Diese Technik, verrät die Sekundarschülerin aus Elster, habe ihr schon als Kind Glück gebracht. Mit ordentlich Schwung lässt sie die Kugel durch die Beine gleiten und dreht sich den Bruchteil einer Sekunde später herum.

Trotz dieser speziellen Variante erreicht die Kugel ihr Ziel und legt sogar ein paar Kegel flach. Die Schülerin aus der Klasse 9 b betont, dass sie für diese Sportart eher nicht geeignet ist. Auf einer Skala von eins bis zehn sei ihr Talent im Bereich drei angesiedelt. „Ich spiele lieber Klavier“, sagt sie. Freundin Jette Lorenz hat den Bogen besser raus. Sie fixiert die hölzerne Zielgruppe und versucht, die Kugel in der Mitte der Bahn aufzusetzen.

Am Anfang, erzählt der Teenager, habe sie zu viel Respekt vor dieser Disziplin gehabt, doch mit jedem Schub klappt es besser. „Mit fehlt trotzdem der Schwung“, meint Jette Lorenz selbstkritisch. „Wir wollen bei den Schülern das Interesse am Sport wecken“, erklärt Gunnar John von der Kegel-Abteilung des SV Eintracht Elster, der die Mädchen und Jungen zusammen mit Lothar Wassersleben betreut.

Sieben Disziplinen

Das erste gemeinsame Sportfest von Schule und Verein (anlässlich des 100. Geburtstages) kommt bei allen Beteiligten gut an. „Wir haben unser jährliches Sportfest, das sonst traditionell am 1. Juni mit den Disziplinen Sprint, Weitsprung und Schlagballweitwurf stattfindet, vorgezogen“, erklärt der stellvertretende Direktor Michael Ziehm.

Der Verein bietet im Brale-Sportpark und der angrenzenden Turnhalle Fußball, Tischtennis, Kegeln und Handball an. Schulchefin Heike Bräse ergänzt, dass insgesamt 230 Schüler an dieser Veranstaltung teilnehmen. Mit der Kooperation kann die Bildungseinrichtung ihr Portfolio in Sachen Sportangebote erweitern. Leila Günther, Marie Boog und Lena Ehser aus der 5a hocken geduldig in den Startblöcken und warten auf das Startsignal.

 „Olaf Däumichen fehlt noch“, schallt es aus dem Zielbereich herüber. Der rennt Minuten später mit den Stoppuhren in den Händen über den Rasen und hebt beide Hände. Die drei Mädchen gehen wieder in ihre Ausgangspositionen. Als die Klappe zuschlägt, spurten sie los und 50 Meter weiter an Lehrer Däumichen vorbei. Leila Günther hat die schnellsten Beine. Sie gewinnt den Sprint in 7,7 Sekunden. Früher, sagt die Fünftklässlerin, habe sie Kickboxen gemacht. Aktuell treibt sie keinen Sport.

Deshalb habe sie sich über Platz eins sehr gefreut. Marie Boog (8,2 s) ist nicht traurig über Rang zwei. „Leila ist meine beste Freundin. Ich gönne ihr den Sieg“, sagt sie und verrät, dass sie Leichtathletin bei der TSG Wittenberg ist. Lena Ehser (9,2 s) kann mit Platz drei gut leben. Sie habe sich sowieso keine Chancen ausgerechnet. Ihre bevorzugte Disziplin ist das Reiten. Dafür fährt sie regelmäßig nach Kropstädt.

Sinnvolle Beschäftigung

In der Turnhalle sind mehrere Tische aufgebaut. Einige Schüler jonglieren den Ball auf der Kelle, andere spielen Chinesisch. Abteilungsleiter Olaf Recknagel hat alles im Blick. Die Kinder und Jugendlichen, meint er, sollen in erster Linie Spaß am Tischtennis haben. „Ich erwarte von diesem gemeinsamen Sportfest jetzt keine 50 Neuanmeldungen bei unserer Abteilung.“

Den Schülern soll vermittelt werden, dass Sport eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist. Leon Schumann und Kai Lucas Wettengel finden Tischtennis „cool“. „Es macht Laune. Außerdem ist die Verletzungsgefahr nicht so hoch wie beim Fußball“, meint Wettengel, der wie Schumann regelmäßig die Arbeitsgemeinschaft in der Schule besucht. „Tischtennis bietet viel Abwechslung“, sagen sie und spielen den nächsten Ball. 

Text und Fotos: Thomas Tominski

 

Jugendclub "Zuflucht" in Kochschule

11.05.2019

Zum Programm für die zurückliegenden Osterferien des Jugendclubs „Zuflucht“ in Elster gehörte auch ein gemeinsamer Besuch der Kinder- und Familienkochschule „ganzundgar“ in Leipzig. Die Mädchen und Jungen aus dem Elsteraner Club, im Alter von sieben bis 18 Jahren, kreierten unter fachlicher Anleitung das erste Vier-Gänge-Menü ihres Lebens. In mehrere Gruppen aufgeteilt, wurden Rezepte studiert und dann eine Vorsuppe, gebackenes Knäckebrot, Kräuterbutter, ein Erdbeercocktail und Blattspinattaschen gezaubert. Im Anschluss ans Kochen verspeiste man die Leckereien. „Wir haben gegessen wie die Könige“, sagte Betreuerin Sabine Hoffmann. Zudem durften die Kinder alle Rezepte mitnehmen, um das Menü zu Hause für die Eltern nachkochen zu können.

 

Text und Foto: MZ und Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Jugendclub "Zuflucht-Elster"

Mit 70 Kindern im Sommer auf Eis

04.05.2019

Noch bis Sonntag läuft im Internet die Publikumsabstimmung im Freistil-Jugendengagementwettbewerb, an dem der Elsteraner Jugendclub „Zuflucht“ teilnimmt. 

Die MZ sprach darüber mit Betreuerin Sabine Hoffmann

Mit welchem Projekt bewirbt sich der Club im Wettbewerb?

Mit dem 8. Elsteraner Kinderzeltlager. Wir wollen während dieser Woche den 70 Kindern etwas ganz besonderes Besonderes bieten: Schlittschuhfahren im Sommer, das ist in Bitterfeld-Wolfen möglich, kostet aber viel Geld. Da kämen uns die 500 Euro Preisgeld sehr recht.

Es sind 63 Projekte von jungen Leuten aus Sachsen-Anhalt im Wettbewerb. Wie hoch schätzen Sie die Chancen ein?

Wir haben den Publikumspreis zweimal gewonnen und hoffen, dass die Leute uns treu bleiben und wieder fleißig für uns voten.

Wie können die Fans noch abstimmen?

Das ist noch täglich bis zum 5. Mai mit Computer, Smartphone und Tablet möglich unter  http://jenwe.freistil-Isa.de  Unser Projekt ist Nummer 35.

Text: Ute Otto

Foto: Medientreff  -  Sabine Hoffmann (Archiv)

 

Jugendclub „Zuflucht“ Elster

Viel erlebt in den Osterferien
01.05.2019

Alles hat mal ein Ende. So auch die Osterferien im Jugendclub „Zuflucht“ in Elster. Viel erlebt, gelernt und gelacht haben wir. Rundum hatten wir enorm viel Spaß.

Wir haben wirklich viele bunte Eier gefärbt. Am 12. Mai ist Mutti-Tag. Dafür haben wir kleine bunte Herz und Blumenseife selbst hergestellt.

Sogar Gummibären haben wir selber gekocht. Lecker. Ferien zu Ende – Gummibären aufgegessen.

Unsere Spielgeräte nutzten wir natürlich im Freien. Der Tag war immer viel zu kurz. Im Frühjahr wird immer wieder das Trampolin aufgebaut. Danke liebe Bauhofmitarbeiter aus Elster. Das macht uns glücklich. 

Gemalt, gebastelt, alles war möglich und wir haben auch alles genutzt. Wir haben gemeinsam viel gelacht. Wir hatten einfach Spaß.

Mit unseren Holzbausteinen haben wir wieder zwei große Türme gebaut. Sie stehen immer noch.

Gesunde Ernährung ist uns sehr wichtig. Viele frische Kohlrabis, Möhren, grüne Gurken, Äpfel, Mangos, Pfirsiche und Paprikas sind bei uns täglich über den Tisch gegangen.

OK – das eine oder andere Eis ist aber auch in unserem Bauch gelandet. 

Viel frische Energie haben wir fürs restliche Schuljahr getankt. Auch wenn wir viel Spaß jeden Tag hatten, dass Lernen für die Schule wurde nicht vernachlässigt. Lesen, schreiben, rechnen, bei uns ist alles möglich. Ja, bei uns wird viel Stadt Land Fluss gespielt und da muss man Schreiben und rechnen können. Jeder will mit Spielen und jeder kann mit Spielen. Das Miteinander unter den Kindern und Jugendlichen im Jugendclub Elster macht es aus, dass es so viel Spaß macht jeden Tag.

Danke an alle fleißigen Helfern und Unterstützern. Es waren erholsame, lustige Osterferien.  Einfach Danke das Sie den Kindern und Jugendlichen so wohlgesonnen sind.

Danke

 

Text und Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann


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