März 2019

 

Jugendclub „Zuflucht“ Elster

Jugendliche spielen den Osterhasen

23.03.2019

Der Jugendclub „Zuflucht“ in Elster findet am 30. März das Osterbasteln statt. Mit Betreuerin Sabine Hoffmann hat sich die MZ unterhalten.

Welche Überraschungen warten auf die Kinder?

Die Jugendlichen des Clubs erscheinen ab 15 Uhr in Osterhasen-Kostüm und werden die Überraschungskörbchen verstecken. Diese habe ich mit den Eltern schon gepackt. Ein Sponsor hat ganz besondere Hasen mit reingesteckt.

Was können die Besucher alles basteln?

Die Palette ist riesengroß, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Zum Beispiel Fensterdeko, Türkränze, Blumengestecke, Gipsfiguren oder Osterhasen aus Holz. Doch damit ist längst nicht alles aufgezählt. Wer möchte, kann auch einfach nur ein Osterbild malen.

Ist die Veranstaltung offen für alle Altersklassen?

Ja. Im Jugendclub ist jeder willkommen. In den vergangenen Jahren haben im Schnitt 50 Teilnehmer das Angebot in Anspruch genommen. Los geht es wie erwähnt um 15 Uhr, das Ende ist für 18 Uhr geplant. Zu Gast werden auch unsere Kinder aus dem Kinderheim Wartenburg sein.

Text: Thomas Tominski

Foto: Medientreff  -  Sabine Hoffmann (Archiv)

 

Sie tranken vier Flaschen Schnaps 

50-Jähriger nach Totschlag in Elster vor Gericht 

22.03.2019

Wenn Andreas B.* zu Schnapsflaschen greift, geht dies oft mit starken Erinnerungslücken einher. Der 50-Jährige aus Elster ist Alkoholiker und im Zustand enormer Trunkenheit soll er dafür verantwortlich sein, dass ein Trinkkumpan im vergangenen Sommer zu Tode kam. Wegen Totschlags hat sich Andreas B. seit Donnerstag vor der 2. Strafkammer des Dessauer Landgerichtes zu verantworten.

Die Anklage wirft dem Mann vor, dass er bei einem Trinkgelage in der eigenen Wohnung einen Mann aus dem Nachbarwohnblock nach einer verbalen Auseinandersetzung mit Schlägen und Tritten so verletzt haben soll, dass dieser am Tatort seinen schweren Verletzungen erlag. Zugetragen hatte sich die Tat an der Lindenstraße in Elster in der Nacht zum 12. August 2018, am Vorabend des 50. Geburtstages von Andreas B.

Der Geburtstag, so berichtet der Angeklagte, sei auch der Grund für das Treffen mit dem späteren Opfer Wolfgang K.* gewesen. „Wir haben was getrunken und überlegt, was wir an meinem Geburtstag unternehmen“, berichtet Andreas B., der aus der Untersuchungshaft in der JVA Halle ins Dessauer Gericht vorgeführt wird. B. sitzt ruhig und nachdenklich am ersten Prozesstag auf der Anklagebank. Er vermittelt den Eindruck, sich wirklich ernsthaft an den Tattag erinnern zu wollen, aber die Lücken an das Geschehen überwiegen.

Vier Flaschen Kräuterschnaps, so schätzt er, wurden über den Tag in seinem Wohnzimmer getrunken, man habe dabei Fußball geguckt. Irgendwann habe er dann seinen Gast gebeten zu gehen, weil dieser eindeutig genug hatte. „Er ist richtig komisch gewesen, so habe ich ihn noch nicht erlebt“, sagt Andreas B. Sein Nachbar wollte bleiben, es sei zum Wortgefecht und dann zu Schlägen gekommen, „das ging so hin und her“. Und weiter: „Jedenfalls lag er auf dem Fußboden.“

Fotos mit dem Handy

Auch B. legt sich daraufhin nieder, aufs Sofa und schläft im Rausch. Als er mal wach geworden sei, habe Wolfgang K. vor der Wohnzimmertür gelegen. B. will ihn geweckt haben, um auf die Toilette zu gelangen. Dann macht er mit dem Handy noch Fotos von seinem Gast, um „ihm später zu zeigen, wie betrunken er war“. Andreas B. drapiert einen Fußballschal auf dem Nachbarn, ein anderes Bild zeigt diesen auf dem Boden sitzend und Zigarette rauchend. „Dann bin ich wieder eingeschlafen und als ich wach wurde, war er nicht mehr ansprechbar“, berichtet der Angeklagte.

Panik habe ihn erfasst, er verließ die Wohnung und setzte sich in den Zug. Bis zum 16. August sei er quer durch Deutschland gefahren. Er zählt Berlin, Rostock, Hamburg, Köln auf. Als er in Leipzig ankam, hatte er den Entschluss gefasst, sich der Polizei zu stellen. „Ich hatte mir Gedanken gemacht und konnte ihn doch nicht in meiner Wohnung liegen lassen“, sagt der Angeklagte. Er habe an der Wache im Leipziger Hauptbahnhof geklingelt.

An jenem Abend, es ist der 16. August, hatte der erste Zeuge Dienst. „Er wollte verhaftet werden, weil er jemanden umgebracht hat“, so habe sich Andreas B. gegenüber den Polizisten geäußert. Der Beamte berichtet von den Zweifeln, die er und seine Kollegen anfangs hatten. „Wir dachten, wieder so einer, der sich wichtigmachen will“, schildert er. B. ließ sich jedoch nicht abwimmeln. Man habe im Wittenberger Revier gebeten, in die Wohnung des Angeklagten zu schauen. „Dann kam zügig die Meldung, dass dort jemand liegt.“ Andreas B. wurde vorläufig festgenommen. „Er machte den Eindruck, als wäre er sehr erleichtert“, erinnert sich der Polizeibeamte. Diese Beobachtung teilen auch zwei Polizeikollegen aus Leipzig, die am Donnerstag ebenfalls als Zeugen gehört werden. Als ruhig und völlig normal beschreiben sie Andreas B. an jenem Abend. Die 1,92 Promille, die der Atemalkoholtest ergeben hatte, habe man ihm überhaupt nicht angemerkt.

Nicht der erste Fall

Irritierend war für den ersten Zeugen jedoch, dass B. auf der Wache in Leipzig erzählte, dass ihm so etwas schon einmal passiert sei, dass er nach einem Trinkgelage einen Toten vorfand. Dies bestätigt im Prozess Richterin Uda Schmidt. Tatsächlich habe sich Andreas B. vor vielen Jahren schon einmal bei der Polizei gemeldet und einen Toten gemeldet. Das Verfahren gegen ihn sei damals jedoch mangels Tatverdachts eingestellt worden, es habe keine Gewaltanwendung festgestellt werden können.

Andreas B. hat an diesen Vorfall keinerlei Erinnerung mehr, wie er sagt. Kurz danach muss er 2007 eine Langzeittherapie begonnen haben. „Ich war acht Jahre trocken“, so der Angeklagte. Nach einem Unfall und einer Depression habe er jedoch wieder begonnen, Alkohol zu trinken. Nachdem er 2017 seinen Job als Kurierfahrer verloren hatte, sei dies schlimmer geworden.

Die Verhandlung wird am 26. März fortgesetzt.

(* Namen sind geändert)

Text und Foto: Ilka Hillger

 

Luther-Tomaten - Tomatenkönigin 

Wachsender Genuss bei Wittenberg Gemüse 

20.03.2019

Antje Lechelt beißt genüsslich in eine frisch geerntete Tomate. „Was für ein Aroma“, meint die erst vor wenigen Tagen gekürte Tomatenkönigin. In ihrem roten langen Kleid und mit der Schärpe, auf der in goldenen Lettern „Tomatenkönigin 2019“ prangt, steht die selbstständige Physiotherapeutin, Fitness- und Zumba-Trainerin inmitten einer Reihe Tomatenpflanzen. Die Frucht, die sie gerade vernascht, wurde hier in Wittenberg im März gepflückt.

Ihre Amtszeit beläuft sich auf zwei Jahre. In dieser Regentschaft wird sie die Wittenberg Gemüse GmbH repräsentieren. Gelegenheiten gibt es viele. Ob zur Sportlergala in der Lutherstadt oder zur Grünen Woche in Berlin: Da sind Majestäten wie Antje Lechelt gefordert. Und das gerade macht ihr Spaß. So lief sie bereits vor einiger Zeit mit Projektmanager Helmut Rehhahn durch die Gewächshäuser in Apollensdorf und lernte viel über den Betrieb und dessen Früchte.

Immerhin stehen in den unzähligen Reihen allein etwa 480000 Tomatenpflanzen, wusste Rehhahn zu berichten. Mehrere Sorten werden dort angebaut. Die Früchte sind klein oder groß, rund oder elliptisch. Dazu gibt es aus Wittenberg noch Paprika und Peperoni. Diese erst seit dem vergangenen Jahr. Und der Knaller kommt. In diesem Jahr soll eine weitere Frucht dazukommen.

Erstmals im Herbst wird es Erdbeeren geben. Herbst und Erdbeeren? Das Gewächshaus macht es möglich. Dies wird den Betrieb vor neue Herausforderungen stellen. Denn es ist nicht ganz ohne, frische und dazu noch aromatische Erdbeeren unter Glas zu produzieren. „Da muss vor allem die Kühlkette stehen“, verrät Helmut Rehhahn und sagt gleich darauf: „Das wird spannend.“

Auch mit dem neuen Obst will man in die Supermärkte und genau so erfolgreich werden wie mit Tomaten und dem Paprika. Aber auch im Container des Werksverkaufs wird es dann die Erdbeeren geben. Jedoch werden keine zusätzlichen Stände in der Innenstadt eröffnet. Und wenn alles klappt, verkauft das Unternehmen im kommenden Jahr auch Freilanderdbeeren.

Die sollen auf einem Areal zwischen zehn und 30 Hektar in der Nähe gedeihen. Doch wolle man erst klein anfangen und sich schrittweise auf die 30 Hektar hocharbeiten, sagt Rehhahn. Dann hat man ja noch Kapazitäten mit einem letzten Gewächshaus, was zu bauen ist. Doch das ist Zukunftsmusik. Was dort einmal für Beeren geerntet werden, ist auch noch nicht raus. Das sollen die Zeit und der Markt bringen.

Dann ist die Regentschaft von Königin Antje schon vorbei. Für sie steht jetzt erst einmal der erste Höhepunkt an: die Saisoneröffnung 2019. Ab Montag, 25. März, ist der Werksverkauf wieder geöffnet. Pünktlich 8 Uhr morgens geht es los, bis 17 Uhr. Das Sortiment ist bekannt.

Nur eine kleine Peperoni ist neu hinzugekommen. Jetzt hoffen die Mitarbeiter und Königin noch auf reichlich Sonne. Denn die gibt den Früchten das unverwechselbare Aroma, das Antje Lechelt bei ihrem Biss in die erste 2019er Tomate schon genoss.

Text und Foto: Thomas Klitzsch

 

Gespendet für den Förderkreis

20.03.2019

Den Förderkreis Sumy-Hilfe unterstützen die Organisationen der Elsteraner Kinderkleider- und Spielzeugbörse schon seit einigen Jahren. Auch bei der diesjährigen vor wenigen Tagen wurden die Händler gebeten, von den nicht verkauften Waren für den Verein zu spenden. Und das wurde auch reichlich getan. Mehrere Kartons und einige Beutel, gefüllt mit Kindersachen, Jacken, Hosen (Auch für Kleinkinder), Plüschtiere und anderes mehr übergaben Peggy Wollschläger und Theresa Hildebrandt an Sabine Hoffmann, die in Elster die Spenden für den Verein sammelt.

Text und Foto: Boris Canje

 

Kinderkleiderbörse in Elster 

Kontake knüpfen am Spielzeugstand 

19.03.2019

Wer nach der jüngsten Kinderkleider- und Spielzeugbörse am Sonnabend in Elster die Cheforganisatorin Peggy Wollschläger nach ihren Eindrücken fragte, der wird vor allem einen großen Dank an ihren Ehemann und an alle Mitstreiterinnen zu hören bekommen haben.

Diesmal war besonderer Einsatz gefragt, denn aus technischen Gründen musste im Elsterland-Saal zeitweilig der Strom abgestellt werden. Schnell schafften sie drei LED-Baustrahler herbei. Hinzu kam, dass das krankheits- oder arbeitsbedingte Fehlen einiger Stamm- Mitstreiterinnen wettgemacht werden musste.

Und so packten beim Rücksortieren der nicht verkauften Waren in die Wäschekörbe der Verkäufer alle mit an. Dabei gibt es in der Frühjahrs-Börse naturgemäß mehr zu tun als im Herbst, schließlich ist die Kleidung dünner und es passt mehr in die Behältnisse hinein.

Mit dem Ergebnis der Frühjahrsveranstaltung war die engagierte Frau sehr zufrieden. „Es wurde mehr verkauft als im Herbst. Aber das ist auch normal“, erläutert sie ihre Erfahrungen. Eine Besonderheit im Angebot hat sie ausgemacht. Es waren diesmal weniger Kinderwagen und Fahrräder, dafür aber mehr Puppenwagen.

Bevor sich die Tür für die Kauflustigen öffnete, bildete sich eine Warteschlange, die durch den Vorraum bis ins Freie reichte. Und auch der Parkplatz war gut gefüllt. Dennoch ist sich Peggy Wollschläger nicht sicher, ob es mehr oder weniger Kunden als sonst üblich waren.

Eines kann die Chefin der Börse jedoch genau sagen. Da sie an der Kasse saß, hatte sie alle Hände voll zu tun und „erst gegen 11.30 Uhr bin ich dazu gekommen, einen Schluck Wasser zu trinken“. Übrigens hatte ein kleines Mädchen schon wenige Minuten nach der Eröffnung seine Eltern gesucht, wollte ihnen ein Spielzeugpferd zeigen, dass sie unbedingt haben wollte.

Die anderen Mädchen und Jungen hatten auch weniger Interesse an Kleidung, sie hielten sich viel lieber an den Tischen mit Spielzeug, Büchern, Tonträgern und Puzzle auf. Einige trafen dort Freunde und bewerteten gemeinsam das Gefundene. Ihre Eltern nutzten diesen Bereich der Börse zumeist, um sich die Zeit des Wartens, ehe es an die Kasse ging, nicht langweilig werden zu lassen.

Die Herbstbörse in Elster findet eine Woche eher als üblich statt, am 7. September und zwar wieder im „Elsterlandsaal“ statt.

 

Text: Boris Canje

Fotos: Medientreff -  Sabine Hoffmann

 

Schlimmer Trend 

Warum schicken so viele Eltern kranke Kinder in die Kita? 

19.03.2019

Fieber, unbändiger Husten, Durchfall, Erbrechen. Nicht alle Mütter und Väter haben die Einsicht, dass merklich kranke Kinder in der Kindertagesstätte nichts zu suchen haben. Janet Leder, Leiterin der städtischen Kindertagesstätte „Haus der kleinen Elbspatzen“ in Elster, bestätigt, was jüngst im Sozialausschuss des Stadtrates berichtet wurde, als über die Neufassung der Kindertagesstättensatzung beraten wurde: Zu oft werden kranke Kinder in die Einrichtungen gebracht.

Kranke Kinder in die Kita gebracht: Nicht bloß ein Schnupfen

„Wir reden hier nicht über einfachen Husten und Schnupfen, da sind wir schon großzügig“, so die Kita-Leiterin aus Elster. „Aber wenn sich ein Kind absolut nicht fühlt, sich quält und ständig hustet, so dass die anderen Kinder mittags auch nicht zur Ruhe kommen, das geht nicht. Das ist besonders in Zeiten der Grippe grenzwertig und schwierig“, sagt Janet Leder.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich andere Kinder, aber auch das Personal anstecken, ist hoch. „Und es ist unfair den anderen Eltern und Kindern gegenüber.“

„Das ist ein leidiges Thema bei allen Einrichtungen und Trägern“, sagt auch Maike Niendorf, die beim DRK-Kreisverband für die neun Kindertagesstätten zuständig ist, eine davon in Prettin. Sie findet es von den Eltern „unverantwortlich für das eigene Kind. Wenn sie selbst sich nicht fühlen, gehen sie ja auch zum Arzt.“

Freilich hätten die Kita-Leitungen die Möglichkeit, kranke Kinder wieder abholen zu lassen. „Dann werden sie mit Zäpfchen vollgepumpt und sind am nächsten Tag wieder da“, so die Frau vom DRK.

Maximal zehn Tage bezahlte Freistellung im Jahr erhält jeder Elternteil zur Betreuung eines kranken Kindes, bei Alleinerziehenden sind es 20 Tage. Vor allem bei Kleinkindern sei die Zeit schnell aufgebracht. Aber nicht nur wegen des Verdienstausfalls bringen Mütter oder Väter ihre kranken Kinder dennoch in die Kita. Manche befürchten Nachteile im Job, Gesetz hin oder her.

Ärztliches Attest nach Krankheit von Kita-Kindern: Regelung längst außer Kraft

Ein ärztliches Attest, dass ein Kind nach einer Erkrankung wieder tauglich für die Einrichtung ist, dürfen die Einrichtungen nicht mehr verlangen. „Das wurde schon mit der Novellierung vor fünf Jahren aus dem Kinderförderungsgesetz herausgenommen“, berichtet eine Mitarbeiterin aus dem Fachdienst Gesundheit, Bereich Infektionsschutz, in der Kreisverwaltung Wittenberg. „Das sollte dazu dienen, die Kinderärzte zu entlasten.“

Aber selbst nach einer meldepflichtigen Infektionskrankheit sei die „Gesundschreibung“ nicht mehr verpflichtend. Im Infektionsschutzgesetz stehe lediglich „... nach Urteil des Arztes ...“, aber nicht, ob das schriftlich niedergelegt sein muss. Bei Läusen zum Beispiel „muss ich jetzt die Kinder wieder aufnehmen, wenn die Eltern sagen, dass sie das Kind entsprechend behandelt haben“, erzählt Janet Leder.

„Wir sind da in einem richtigen Dilemma“, so die Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes. Auch seitens des Vorbeugenden Kinder- und Jugendgesundheitsschutzes, für den der Kreis verantwortlich ist, gebe es da keine Handhabe.

Manche Kinderärzte würden sich mit Verweis auf den Datenschutz sträuben, eine Bescheinigung auszustellen. Und die Eltern müssen diese aus eigener Tache bezahlen. Die Kosten, die dafür erhoben werden, liegen nach Erfahrungen von Maike Niendorf zwischen 2,50 Euro und 20 Euro. „Uns sind also die Hände gebunden, da ändert sich auch mit dem neuen Kifög nichts“, so die DRK-Verantwortliche.

Das bedeutet aber auch, dass die Träger in den eigenen Satzungen keine weitergehenden Regelungen treffen können.

Bringen Eltern ihre kranken Kinder in die Kita? Träger appellieren an die Vernunft

Es bleibe also nur, an die Vernunft der Eltern zu appellieren, sagen die Kita-Leiterin, die Vertreterin des DRK und die Mitarbeiterin vom Gesundheitsamt übereinstimmend. Mit Fieber, Durchfall und Erbechen müsse kein Kind in der Einrichtung bleiben. Mit der Praxis, kranke Kinder von den Eltern abholen zu lassen, seien die Kindertagesstätten auf der sicheren Seite.

Text und Foto: Ute Otto

 

Geld für Rahnsdorf 

Neuer Anlauf für Feuerwehrgarage 

18.03.2019

Der Weg ist abgesteckt und die Hoffnung groß, dass er zum Ziel führt. Doch die Stadt Zahna-Elster ist auf finanzielle Hilfe angewiesen, um in Rahnsdorf endlich ein neues Gebäude für das Feuerwehrfahrzeug errichten zu können.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Optimismus geherrscht, dass dieses Vorhaben mit Geld aus dem Förderprogramm Stark V umgesetzt werden kann. Doch dann stiegen die Baukosten an der Kindertagesstätte Mühlanger so stark, dass die gesamte aus dem Fördertopf zur Verfügung stehende Summe dort eingesetzt werden musste.

Der Stadtrat hatte das im September zunächst abgelehnt, dann aber nach einem Widerspruch von Bürgermeister Peter Müller (Freie Wähler) in einer Sondersitzung im Oktober doch beschlossen. Die Verwaltung war aufgefordert, möglichst rasch eine andere Möglichkeit zu suchen, um dieses Projekt bezahlen zukönnen. Im Finanzausschuss des Stadtrats Zahna-Elster, der dieser Tage in Elsters Rathaus tagte, informierte Peter Müller über die Vorstellungen der Verwaltung zu diesem Thema.

Demnach sollen zusätzliche Investitionsmittel, die Sachsen-Anhalt zur Verfügung stellt (66 000 Euro im Jahr) dafür eingesetzt werden. Zudem wurde ein Antrag auf Fördermittel zum Bau eines neuen Stellplatzes für ein Feuerwehrfahrzeug an das Land geschickt. Sollte der befürwortet werden, könnte 2020/2021 gebaut werden. Das Gerätehaus soll neben dem Dorfgemeinschaftshaus entstehen, so dass die Feuerwehrleute dortige Räume und Sanitäreinrichtungen nutzen können.

Die Rahnsdorfer Feuerwehrleute könnten zuversichtlich in die Zukunft schauen, meinte Ausschussvorsitzende Elke Hiob (Freie Wähler). Das Gremium sprach sich einhellig für diesen Weg aus. Demnächst werden auch Hauptausschuss und Stadtrat dazu beraten.

Bemühungen, in Rahnsdorf die Bedingungen für die Feuerwehrleute zu verbessern, laufen bereits seit 2012. Denn das jetzt genutzte Gebäude ist feucht, die Einsatzkleidung wird klamm, Umkleidemöglichkeiten und Sanitäreinrichtungen gibt es nicht. 

Text: Frank Grommisch

Foto: Symbolfoto/CCO

 

Freibad Zahna 

Freier Eintritt für aktive Kameraden? 

13.03.2019

Wenn der Stadtrat Zahna-Elster dem Vorschlag des Sozialausschussesfolgt, sollen künftig alle Feuerwehrleute der Stadt Zahna-Elster, die aktive Mitglieder einer Einsatzabteilung sind, kostenlos das Freibad Zahna nutzen dürfen. Sie müssen dafür ihren Dienstausweis an der Kasse vorlegen.

Einnahmeeinbußen seien dadurch nicht zu erwarten, im Gegenteil - meist kämen weitere Besucher mit, hieß es in der Ausschusssitzung.

Zehnerkarten gehen gut

Eine weitere Neuerung soll es für Familien mit mehr als vier Kindern geben. Sie können sich bei der Stadt Zahna einen Familienpass ausstellen lassen, mit dem sie unabhängig von der Zahl der eigenen Kinder eine Familienkarte für zehn Euro bekommen. Diese gilt regulär für fünf Personen, dabei maximal zwei Erwachsene. Jedes weitere Kind kostet dann einen Euro.

Ansonsten kostet der Eintritt für ein Kind bzw. einen Jugendlichen bis 16 Jahren zwei Euro mit Ausnahme der Mitglieder von Kinder- und Jugendfeuerwehren, die ebenfalls nur einen Euro bezahlen. Beibehalten werden sollen die Zehnerkarten, die Kinder für 12 und Erwachsene (Einzeleintritt 4 Euro) für 36 Euro erwerben können. Die Zehnerkarten seien im vergangenen Sommer sehr gefragt gewesen. Bei den Saisonkarten für Kinder (60 Euro) habe es keinen Absatz gegeben, von Erwachsenen (100 Euro) wurden im vorigen Sommer 18 Stück verkauft.

Besucherrekord im Vorjahr

Nach 18 Uhr wird der Preis der Tageskarten halbiert, auch daran soll sich nichts ändern. Babys bis ein Jahr dürfen weiterhin kostenfrei planschen.

Im vergangenen Sommer hatte das Zahnaer Freibad nach Aussagen der Leiterin Sissi Frank 18.869 Besucher. Das war Rekord, dem Rekordsommer geschuldet. 

Text: Ute Otto

Foto: Medientreff  -  Sabine Hoffmann (Archiv)

 

Aktion in Elster – Jugendclub „Zuflucht“ Elster

Im Sommer in die Eishalle 

13.03.2019

Großer Jubel im Jugendclub „Zuflucht“ in Elster: Die Einrichtung freut sich über eine Spende in Höhe von 700 Euro, die sie von der Alexianer Klinik Bosse Wittenberg erhält. Für die feierliche Übergabe des Schecks ist die Alexianer-Regionalgeschäftsführerin Petra Stein nach Elster gekommen.

Sie erklärt, wie das Geld gesammelt wurde: „Jedes Jahr verzichten unsere Mitarbeiter auf ihre Weihnachtsschokolade“, die sie ansonsten von ihrem Arbeitgeber geschenkt bekommen. Der Gegenwert dieses Geschenkes, insgesamt 1500 Euro, werde stattdessen an wohltätige, soziale Zwecke im Landkreis Wittenberg gespendet. Aus diesem Grund heißt die Aktion „Spenden statt Schokolade“.

Nach der Übergabe des Spendenschecks verrät Sabine Hoffmann, Betreuerin in der „Zuflucht“, wofür das Geld verwendet werden soll. „Im Sommer findet wieder unser großes Kinderzeltlager statt. Dafür können wir jede finanzielle Unterstützung gebrauchen“, erklärt sie. Verschiedene Spielgeräte, eine Hüpfburg und einen Zauberer möchte die Betreuerin für das Ferienlager organisieren. Außerdem plant sie mit den Kindern einen Ausflug in die Eishalle in Wolfen. So soll den Kindern eine unbeschwerte, ereignisreiche Ferienwoche geboten werden.

Die Klinik Bosse ruft jedes Jahr gemeinnützige Vereine und soziale Initiativen aus dem Landkreis dazu auf, sich für die finanzielle Zuwendung zu bewerben. Nach Einsendeschluss wählen das Direktorium und die Mitarbeitervertretung der Klinik die Vereine und Initiativen aus, welche von der Spendenaktion profitieren sollen.

Bei der Bewertung der eingereichten Projekte berücksichtigt die Jury verschiedene Kriterien. So wird beispielsweise geprüft, wie vielen Menschen damit geholfen wird oder wie nachhaltig das Projekt ist. Neben dem Elsteraner Jugendclub erhält auch die Jugendbegegnungsstätte der Volkssolidarität Wittenberg „Techna“ eine Spende für die Erneuerung des Spielplatzes.

Text: Saskia Hotek

 

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Freiwillige Feuerwehr Elster - Kinderfeuerwehr

Kleine Löschelstern hatten Dienst

12.03.2019

Zum heutigen Dienst der kleinen Löschelstern stand Erste Hilfe auf dem Programm.

In zwei Gruppen wurden verschiedene Aufgaben erledigt. Vom richtigen Absetzen eines Notrufes, über die 5-W Fragen, stabile Seitenlage, reanimieren und einen Verband anlegen war alles dabei. Für die erfolgreiche Teilnahme gab es für jedes Kind noch einen Pflasterpass. Im Anschluss ging es dann noch zum Eis essen, da unsere Lieblingseisdiele die Winterpause hinter sich hat. 

Zurück im Gerätehaus hieß es auch Abschied nehmen. Eine kleine Löschelster hat das entsprechende Alter erreicht und somit mussten wir uns heute von Shana verabschieden.

Natürlich gab´s von uns noch ein kleines Abschiedsgeschenk.

Wir wünschen Shana auf ihrem weiteren  Weg alles Liebe und Gute.

 

Text und Fotos: Sarah Hoffmann

 

Frühling in der Gärtnerei Böttcher in Elster

Unterm Glas blüht’s 

12.03.2019

Das Wetter lässt gerade wenig Gedanken an ein sonniges Frühjahr aufkommen. Fußballspiele mussten am Sonntag unterbrochen werden wegen Schneefalls. Auf Autobahnen ging es in der Nacht zu Montag aus gleichem Grund streckenweise kaum über Tempo 60 voran. Doch von alledem dürfen sich Katja und Martin Böttcher in ihrer Gärtnerei in der Gielsdorfer Straße in Elster nicht schrecken lassen. Bei ihnen sind alle Wegweiser auf Frühling gestellt.

Hornveilchen, Stiefmütterchen, dürfen sogar schon ins Freie gepflanzt werden, sagt Katja Böttcher. Primeln Tausendschönchen bedingt auch, wenn sie etwas geschützt stehen können. „Zwiebelgewächse, wie Tulpen oder Hyazinthen, ginge auch.“ Denn noch muss man damit rechnen, dass sich hier und da der Frost zurückmeldet. Selbst wenn es wohl kein Dauerfrost mehr sein würde, der sehr tief ins Erdreich zieht. Wetterprognosen lassen sich momentan nur schwer treffen.

Einige sagen wohl doch, dass es in einer Woche wieder mit den Temperaturen nach oben gehen solle. Aber, wer weiß... Insbesondere sind es die Angehörigen von Verstorbenen, die nun im Frühjahr darauf warten, die Gräber endlich schön herrichten zu können. Denen rät Katja Böttcher noch zu etwas Geduld. Allerdings, wer einen konkreten Anlass hat, der kann das mit den genannten robusten Plfanzen eben auch schon tun. In aller Regel gilt Ostern als der übliche Termin dafür. „Allerdings ist Ostern dieses Jahr eben sehr spät“, so Katja Böttcher.

Die Friedhofsbepflanzung ist um diese Jahreszeit schon das Hauptgeschäft für die professionellen Gärtner in Elster. „Kaum jemand bepflanzt sich seinen Balkon mit Frühblühern, um sie dann wenig später gegen die Sommerpflanzen zu ersetzen“, erzählt die erfahrene Gärtnerin. Allerdings: „Ich mach’s.“ Ins Frühbeet können derweil schon Salat und Kohlrabi angepflanzt werden.

Bewässern, Topfen, Stutzen, Rücken - das bedeutet, vereinzeln, damit die Pflanzen mehr Platz haben -, sind derzeit die Hauptarbeiten in der Gärtnerei. Es gibt eigentlich nur zwei Monate im Jahr, in denen die Gewächshäuser fast leer sind. Das ist zum Jahresbeginn und zur Mitte des Jahres. Dann können Böttchers und ihre Mitarbeiter alles saubermachen, desinfizieren und fürs Neue vorbereiten.

Einen Herbst gibt es in der Elsteraner Gärtnerei kaum noch. Herbstblüher sind nicht mehr gefragt. Wie kommt das? „Die Sommerpflanzen blühen bis weit in den Herbst hinein“, erläutert Katja Böttcher. Das hängt mit den langanhaltenden Sommern der letzten Jahre zusammen. „Die große Hitze war ja für die Pflanzen auch Stress. Da haben sie sich zurückgezogen und keine Blüten ausgebildet. Und haben, als es dann kühler wurde, dies noch einmal nachgeholt.“ Gibt es neue Trends? Angesichts solcher Erfahrungen wünschen sich Kunden zunehmend Pflanzen, die länger die Feuchtigkeit speichern können. Portulakröschen etwa gehören dazu.

Bei Gemüse ist noch Zurückhaltung angesagt. „Wer ein beheiztes Gewächshaus hat, kann Tomaten oder Gurken schon pflanzen. Letztere brauchen aber selbst nachts noch mindestens zwölf Grad Wärme. Die Freilandpflanzzeit beginnt erst Ende April, Anfang Mai. Dann ist auch Zeit für den Tag der offenen Gärtnerei in Elster, am 4. und 5. Mai.

 

Text: Klaus Adam

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Wintersport in Elster 

Viele Stürze sind Programm 

11.03.2019

 „Ich bin gefühlte 40 Mal hingefallen“, erzählt Natalie Trepke und deutet mit einer Oberkörperbewegung an, dass Gleichgewicht halten zu den Grundtugenden eines Skiläufers gehört. Das Mädchen aus der 5 b der Sekundarschule Elster bewertet ihre Erstteilnahme am Langlauflager in Johanngeorgenstadt (Erzgebirge) rückblickend als großen Erfolg.

Zwei Siege stehen auf der Visitenkarte, die Landungen im Schnee mit Backen bremse inklusive hat sie als Anfängerpech abgehakt. Klassen- und Skilehrer Olaf Däumichen ergänzt, dass seine Schützlinge zunächst auf einem Ski stehen und sich mit dem anderen Fuß in der Loipe abstoßen müssen. Dies sei eine Art Gleichgewichtsschulung.

Nach ein paar wackligen Übungsstunden gehen die Schüler die nächsten Aufgaben selbstbewusster an und nehmen sogar leichte Abfahrten in Angriff. Alle Kinder, so Däumichen, sind gesund und munter wieder nach Elster zurückgekehrt. Zwei Kinder haben sich nach der Landung auf dem Steißbein im Krankenhaus kurz checken lassen, doch dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen.

Ausflug nach Tschechien

Die Schüler der fünften und sechsten Klassen erzählen von ihrer tollen Unterkunft, sehenswerten Landschaften, Schnee satt, frischer Luft und täglichen Herausforderungen - und ihrer 16-Kilometer-Tour ins benachbarte Tschechien. Bei zwölf Prozent Gefälle geht die Post auf der Piste ordentlich ab. Beim Thema Mittagessen eröffnet Nick Jahn sofort eine Diskussionsrunde.

Von Langstrecke bis Biathlon alles dabei

Insgesamt 74 Schüler der Klassen 5a/b und 6a/b haben in zwei Durchgängen am Ski-Langlauflager der Sekundarschule Elster in Johanngeorgenstadt (Erzgebirge) teilgenommen.

Mehrere Wettkämpfe haben innerhalb der 14 Tage auf dem Programm gestanden. Hier die komplette Übersicht:

1. Durchgang (5 b) - Sprint 100 Meter, Mädchen: 1. Aileen Liehmann, 2. Sevda Abak, 3. Alexis Paula Mechling; Jungen: 1. Felix Weller, 2. Tim Sprenger, 3. Felix Vorwerg

Biathlon (5 b), 2 km, Mädchen: 1. Natalie Trepke, 2. Sevda Abak, 3. Alexis Paula Mechling; Jungen: 1. Tim Sprenger, 2. Eric Maier, 3. Felix Vorwerg

Langstrecke (5 b), 1 220 Meter, Mädchen: 1. Natalie Trepke, 2. Sevda Abak, 3. Aileen Liehmann; Jungen: 1. Tim Sprenger, 2. Felix Weller, 3. Eric Maier

Biathlon (6 b), 2 km, Mädchen: 1. Emilie Rhode, 2. Alicia Schmidt, 3. Lena Lopatta; Jungen: 1. Luca Reinhardt, 2. Nick Jahn, 3. Dominik Rotte

2. Durchgang (5 a/6 a) - Sprint 100 Meter, Mädchen: 1. Selina Weiß, 2. Marie Boog, 3. Miriam Ziegler; Jungen: 1. Bennet Barth, 2. Shero Abak, 3. Leland Gabler

Langstrecke (5 a), 1 220 Meter, Mädchen: 1. Leila Günther, 2. Miriam Ziegler, 3. Marie Boog; Jungen: 1. Shero Abak, 2. Bennet Barth, 3. Paul Jentzsch

Langstrecke (6 a), 1220 Meter, Mädchen: 1. Thyra Garn, 2. Josephine Schulze, 3. Emely Krappmann; Jungen: 1. Miguel Munoz-Thiel, 2. Fynn Hüttig, 3. Justin Dahlmann

Die Grillwurst, klingt es im Chor, sei sehr, sehr gewöhnungsbedürftig gewesen, zu Hause schmeckt es besser. „Der Gulasch ist lecker gewesen“, bricht Lehrerin Andrea Däumichen eine Lanze für die Küche des Nachbarlandes und erklärt, dass Fettstücke in der Wurst nicht jedermanns Sache sind. Das tolle Naturpanorama und der gemeinsame Spaß haben das geschmackliche Abenteuer Grillwurst schnell vergessen gemacht. „Auf der Skimagistrale herrscht offener Grenzverkehr. Das gibt es keine Kontrollen“, erzählen die Schüler.

Die Fahrten auf dem Schneemobil ist das zweite Highlight gewesen. Mit 80 Sachen über die Piste zu brausen, sei ein tolles Gefühl, meint Leila Lehmann, die bei ihren 10 bis 15 Stürzen „manchmal richtig doll“ hingefallen ist. Die Zwölfjährige ist zum zweiten Mal mit ins Langlauflager gefahren und schwärmt von tollen Bergen und wunderbaren Aussichten. Leila Lehmann gibt zu, dass Ordnung auf einem Mädchenzimmer nicht immer oberste Priorität genießt.

 „Zum Glück“, sagt sie, „habe ich nur in einem Vier-Bett-Zimmer geschlafen. In größeren Räumen herrscht bestimmt mehr Unordnung“, schätzt die Sechstklässlerin ein. „Mädchen halten mehr Ordnung als Jungs“, ruft Lehrerin Andrea Däumichen durch den Raum und stößt mit dieser Feststellung auf keine Widerworte.

Gelungene Premiere

Felix Vorwerg und Arne Hermelpracht aus der „Fünften“ sind stolz, dass es nach der anfänglichen Sturzphase permanent bergauf gegangen ist. „Der Schnee in den Loipen ist super gewesen. Es ist ein tolles Gefühl, sicher auf den Skiern zu stehen“, so Hermelpracht, der seine Premiere als gelungen einstuft. Vorwerg legt sogar eine Schippe drauf und berichtet von zwei dritten Plätzen im Sprint und Biathlon. Dürfen Kinder schon mit einem Gewehr auf Zielscheiben schießen?

„Nein“, meint der Zehnjährige aus Zemnick, „wir haben mit Bällen auf Scheiben geschossen.“ Für jeden Fehlwurf habe es 15 Strafsekunden gegeben. Der Schüler schwärmt von den Wanderungen durch die Winterlandschaft, die auch zur Stärkung des Teamgeistes beigetragen haben. Klassenlehrerin Heike Stahl (6 b) verrät, dass sie nicht die geborene Alpinistin ist, aber die Kinder auf den angesprochenen Wanderungen „mal von einer ganz anderen Seite“ kennengelernt hat.

Sie sind ganz locker drauf und suchen das persönliche Gespräch mit den Erwachsenen. „Die gemeinsamen Tagen haben Spaß gemacht“, betont Heike Stahl. Und Olaf Däumichen ergänzt: „Alle sind mit offenen Augen durch die Gegend gelaufen.“ Soll heißen: Dem Charme der Natur konnte sich keiner entziehen.

Das Eis in der Runde ist längst gebrochen. Die Schüler erzählen, wie sie ihre Lehrer veräppelt haben, sich ein Betreuer beim Versuch, Skier aus dem Bach zu retten, nasse Füße geholt hat und einige Sechstklässler traurig sind, dass sie ab dem kommenden Jahr in den alpinen Kurs wechseln. „Es passt“, sagt Olaf Däumichen, der es gut findet, dass sich die Älteren ohne Aufforderung um die Anfänger kümmern. Der Lehrer ist diesmal nicht gestürzt.

 

Text: Thomas Tominski

Fotos: SK Elster – Oaf  Däumichen

 

Aktion für behindertes Kind 

Hilfe für den Sonnenschein 

07.03.2019

 „So viel haben unsere Kunden noch nie gespendet“, verkündet Britta Hoffmann, Inhaberin der Anker-Apotheke. Jedes Jahr sammelt die Apothekerin mit ihrer Kalenderaktion Geld für lokale, wohltätige Zwecke. In diesem Jahr wird Familie Jakoby aus Elster unterstützt. Völlig überwältigt nimmt Benjamin Jakoby die Spende über 700 Euro und den Gutschein für einen Ausflug in den Freizeitpark entgegen.

Julia und Benjamin Jakoby können jede Hilfe gebrauchen. Ihr Sohn Joel Konstantin ist 2017 mit schwersten Behinderungen zur Welt gekommen. Seither hat sich das Leben der kleinen Familie, zu der auch die fünfjährige Tochter Bella gehört, komplett verändert.

Bisher hat die Familie in der zweiten Etage eines Neubaus gewohnt. „Aber einen 70 Kilogramm schweren Reha-Buggy kann meine Frau nicht allein in die Wohnung tragen“, sagt Benjamin Jakoby. Deshalb haben sich Julia und Benjamin Jakoby dazu entschieden, ein Haus zu kaufen, welches nach und nach behindertengerecht umgebaut werden muss.

„Das ist finanziell natürlich eine Belastung“, gibt der Familienvater zu. Für den Umbau hätten sie von der Krankenkasse einen einmaligen Zuschuss von 4000 Euro erhalten. „Das Geld hat gerade einmal für die Rampe gereicht.“

Rund um die Uhr

Bezogen auf den Umbau spricht Benjamin Jakoby nicht von Luxus. Ganz im Gegenteil: Es handelt sich dabei um notwendige Maßnahmen, die den Alltag mit ihrem behinderten Kind zu Hause erst ermöglichen. Der Umbau des Hauses ist nicht die einzige Aufgabe, die das Ehepaar Jakoby zu stemmen hat.

Die Eltern pflegen Joel Konstantin 24 Stunden am Tag. Seit langem würden sie nach einer Pflegefachkraft suchen, die die Betreuung ihres Sohnes übernimmt, sagt Jakoby. Neben den physischen Herausforderungen der Pflege käme speziell bei der Versorgung von Kleinkindern auch eine psychische Belastung hinzu.

Benjamin Jakoby spricht aus eigener Erfahrung: „Ein Kind mehrmals am Tag ersticken zu sehen und nur Hilfestellungen geben zu können oder im schlimmsten Fall zu reanimieren, damit muss man umgehen können.“

Diese Tatsache, so vermutet der Vater, schrecke Fachkräfte von der Pflege ihres Sohnes ab. Trotz der gesundheitlichen Probleme, die Joel Konstantin hat, wird er von seinem Vater als „Sonnenschein“ beschrieben: „Ich habe noch nie so ein fröhliches Kind erlebt. Er meckert und quengelt nicht, außer wenn er wirklich Schmerzen hat.“

Für die fünfjährige Bella sei der kleine Junge der normalste Bruder der Welt, berichtet Jakoby. Sie beschütze ihren Bruder in jeder Situation. Stolz erzählt der Vater: „Wenn Besucher kommen, ist Bella die Erste, die ihnen sagt, dass sie sich die Hände waschen und desinfizieren müssen“, bevor sie zu Joel Konstantin dürfen. Sie liebe ihren Bruder über alles.

Tolle Unterstützung

Das Schicksal der Familie Jakoby hat Britta Hoffmann zum Nachdenken gebracht. Die Apothekerin hat überlegt, wie sie, über die Spendenaktion hinaus, der Familie noch eine Freude machen kann. Aus diesem Grund habe sie den Freizeitpark „Belantis“, der südlich von Leipzig ansässig ist, um Hilfe gebeten.

Dieser habe ihre Anfrage, der Familie „ein schönes Erlebnis zu verschaffen, positiv unterstützt und auch finanziert“, erklärt Britta Hoffmann. Damit habe die vierköpfige Familie die Möglichkeit, einen unbeschwerten Tag im Freizeitpark zu verbringen.

Wer der Familie Jakoby in jeglicher Form helfen möchte, kann über den Medientreff Elster Kontakt zu Sabine Hoffmann aufnehmen. Die Mailadresse: medientreff-elster@t-online.de. Sie leitet Anfragen an die Familie weiter. 

Text und Foto: Saskia Hotek

 

Tag der Berufe in Elster 

Prognose: sehr gut 

07.03.2019

Ja, sie kann sich gut vorstellen, in der Produktion zu arbeiten, bestätigt Xenia Müller. Die Siebtklässlerin aus Elster ist mit ihrer Oma Cornelia Peters

an diesem Mittwochnachmittag Gast im Fahrzeugwerk Empl Germany in Elster. Gemeinsam mit vier Jungs nutzt sie den von der Agentur für Arbeit und etlichen Unternehmen der Region angebotenen Tag der Berufe.

Es geht darum, sich ein Bild von der Firma zu machen, die potentiell als künftiger Ausbildungsbetrieb in Frage kommt. Als Metallbauerin, konkret heißen die beiden Ausbildungsgänge Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker sowie Kfz-Mechatroniker, wäre sie derzeit nicht einmal das einzige Mädchen. Denn gerade lernt eine junge Frau genau den erstgenannten Beruf. Und sie steht in ihren Leistungen den männlichen Kollegen keineswegs nach, würdigt Alexander Blum.

Der Leiter Nutzfahrzeuge und Konstruktionsbau in dem Elsteraner Unternehmen steht gemeinsam mit Thorsten Müller - er ist für die Betreuung der Auszubildenden zuständig - den Schülern Rede und Antwort. Wobei es vorrangig bei Rede bleibt. Beim Rundgang haben die Jugendlichen vereinzelt Fragen. Doch an diesem Tag geht es auch noch nicht um eine Entscheidung.

Die Jugendlichen sollen einen Eindruck vom Unternehmen erhalten, von den Arbeitsbedingungen, von der Produktionspalette und vielleicht auch schon vom herrschenden Arbeitsklima. Das empfindet der Wittenberger Arne Göpel nach dem Rundgang durch die Werkshallen als sehr angenehm. Vorstellen kann er sich genauso wie Florian Thiel aus Neuerstadt, dass dies der richtige Ausbildungsbetrieb für sich sein könnte.

Blum und Müller sprechen von der Auftragslage, die sehr gut ist. Und davon, dass das Unternehmen wahrscheinlich noch im Sommer mit dem Bau einer weiteren Halle beginnen wird. Dafür werden etliche weitere Fachkräfte in diesem Metier gebraucht. „Wir vergeben schon Aufträge, zum Schweißen an externe Firmen. Aber auch die brauchen ja die Leute dafür“, benennt Alexander Blum den gegenwärtigen Kreislauf. Insgesamt, festangestellte Mitarbeiter, Zeitarbeiter und die fünf Lehrlinge eingerechnet, beschäftigt Empl Elster gegenwärtig 185 Leute.

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen immerhin 1850 Fahrzeugaufbauten - als Bausätze und fertig montierte - produziert. „In diesem Jahr sind bereits 2700 verplant“, berichtet Alexander Blum, „und das Jahr hat gerade erst angefangen.“

Allein die quantitativen Anforderungen steigen also. Für die potentiellen Mitarbeiter sind das beste Aussichten für eine gesicherte Zukunft. Dass das Unternehmen im Kampf um die Köpfe auch finanziell mithalten muss, ist Blum und Müller klar, wie sie einräumen. „Wir sind dran, dass sich da auch was tut“, sagen sie. Aussuchen wie noch vor ein paar Jahren können sie sich die Bewerber heute kaum mehr.

Text und Foto: Klaus Adam


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