Juni 2018

Elsteraner Oldtimertreffen in Külso

Ankunft in Kolonnen

23.06.2018

Der Besuch der Erlebniswiese an der Külsoer Mühle wurde am Sonntag zum Erlebnis für alle, die alte Fahrzeuge lieben. Vom Fahrrad bis zum Traktor gaben sich insgesamt etwa 230 Oldtimer und ihre Besatzungen ein Stelldichein - so viele wie noch nie in den sieben Jahren zuvor. Die für 180 Teilnehmer vorbereiteten Anmeldezettel haben nicht ausgereicht, erzählt Peter Schulz von den Elsteraner Oldtimer-freunden. So können die Veranstalter das nunmehr achte Treffen an der Külsoer Mühle als vollen Erfolg verbuchen.

„Ich dachte, ich werd’ nicht wieder“, sagte Schulz, der gemeinsam mit Jörg Bethge die ankommenden Fahrer begrüßte und einwies, kurz nachdem gegen 10.30 Uhr eine Kolonne von etwa 40 Fahrzeugen auf einmal gemächlich angeknattert kam. Eile war ein Fremdwort für die Teilnehmer, sehen und gesehen werden, grüßen und gegrüßt werden, lautete die Devise.

In seine Jugend zurückversetzt fühlte sich Schulz angesichts der jugendlichen Simson-Moped-Gangs. „Wir wollen mit solchen Treffen auch das Interesse der jungen Leute wecken“, sagt er. Die Robustheit und den unkomplizierten Aufbau der Simson-Mopeds haben die Heranwachsenden von heute ebenso schätzen gelernt wie einst ihre Großeltern.

Überhaupt waren die Zweiräder bei diesem Treffen in der Überzahl. Mit einer NVA-Regulierermaschine MZ TS 250 ist der Klödener Frank Henkelmann gekommen. Er habe sie bei der Auflösung der NVA-Bestände erworben. „Ich kenne die Regulierer noch aus eigenem Erleben“, erzählt der Klödener, „gefahren bin ich damals sowas aber nicht.“ Seine Sozia war am Sonntag die elfjährige Tochter Marlene. Yvonne Fuchs-Hanke fuhr als Begleitfahrzeug eine RT Baujahr 1961. „Ich habe extra für die Oldtimer den Motorradführerschein gemacht“, berichtet sie. Demnächst werde sie auf eine Awo umsatteln.

Eine - jedenfalls für Nichteingeweihte - ungewöhnliche Kombination fährt der Kemberger Silvio Göttert. Das Trike Chopper ist noch kein Oldtimer, wohl aber der Klappfix, der unverwüstliche Zeltanhänger aus dem VEB Fahrzeugwerk Olbernhau. Camptourist lautete die offizielle Bezeichnung. Bei den Trike-Treffen, unter anderem auf Usedom, „sehen sie jede Menge davon“, sagte der Kemberger.

Einen knallroten Citroen 2CV6 Dyane, Baujahr 1972, nennt Artur Möbius sein Eigen. „Viele verwechseln das Auto mit der Ente“, sagte der Mann, der in Zahna-Elster zu Hause ist. „Das Fahrwerk ist dasselbe, aber die Karosse ist anders“, erklärte er. Er habe das Auto 1993 von Bekannten aus Westdeutschland erworben. Gefahren worden war es dort von einer Frau und deren Tochter. „Ich bin also erst der zweite Besitzer“, so Möbius.

Allerdings sei das Auto „fast nur noch Schrott“ gewesen, als er es gekauft habe. „Vier Jahre habe ich gebraucht, um es wieder aufzubauen.“ Und so glänzt Dyane in top-gepflegtem Zustand. 105 Kilometer pro Stunde schafft sie. Doch nicht weil er damit eventuell zum Bremser würde, meidet Möbius damit die Autobahn. „Es ist nur ganz dünnes Blech.“ Als sein Sohn einen kleinen Unfall damit hatte, sei ihnen bewusst geworden, dass die Insassen bei einem Autobahncrash kaum eine Chance hätten.

Präsentiert wurde von einem Jessener Besitzer der Vorläufer der heutigen E-Bikes. Das Diamant-Fahrrad, 1954 im Magdeburger Armaturenwerk wurde im Volksmund Hühnerschreck genant. Es hat einen Zweitakt-Hilfsmotor mit 49,5 Kubikzentimeter Hubraum. Mit 28-Zoll-Rädern kann es bis 40 Stundenkilometer schnell fahren. Als Kleinkraftrad muss es ein Mopedkennzeichen haben. Wie vom Hühnerhof sieht das in Külso gezeigte Modell aber keineswegs aus. Im Gegenteil - die Felgen, schwarz lackiert mit hellgrauem Streifen - sehen aus wie neu, die Speichen und weitere Chromteile blitzen.

Gelernte DDR-Bürger setzen für solche Effekte auf Elsterglanz. Die legendäre Polierpaste, heute in Zwochau bei Leipzig produziert, war auch im breiten Sortiment des Ersatzteilehändlers zu finden, der seinen Stand an der Külsoer Mühle aufgebaut hat.

Den Inhabern der Ausflugsgaststätte und Grundstückseigentümern, Familie Erpel, sind die Elsteraner Oldtimerfreunde zutiefst dankbar für die Unterstützung des Treffens. „Es war wieder sehr schön und rundum gelungen“, schwärmt Peter Schulz.

Text: Ute Otto

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann, Bernd Hoffmann und Nadin Betke

 

Dorffest in Listerfehrda

Selbst Nena und Co. reisen an

21.06.2018

 „Stars zu Gast bei uns“, so war das Programm zum Dorffest in Listerfehrda überschrieben. Die tragende Säule dabei bildeten die Sangesfreunde Listerfehrda. Für ihre Darbietungen gab es anerkennende Worte im Publikum. „Sie singen ja mehrstimmig“, erkannte ein Zuhörer richtiger Weise.

Und es waren nicht nur Titel, die zum Repertoire fast jedes Chores gehören. So erklangen auch „Über den Wolken“ oder „Wunder geschehen“.

Eine Pause nutzten dann die beiden Moderatorinnen, um eine Überraschung zu verkünden. Die Sängerin Nena, mit deren Kommen schon nicht mehr gerechnet worden war, sei soeben mit einem Hubschrauber gelandet und habe als Überraschungsgast noch Andreas Gabalier mitgebracht. Beide würden, natürlich begleitet von Security-Mitarbeitern, gleich ins Zelt kommen.

In diesem Fall wurden die beiden Stars allerdings von Kindern aus Listerfehrda gedoubelt. Die Gitarre Nenas war zum aufblasen und die Mikrofone waren solche zum Spielen. Das tat jedoch dem Spaß ebenso wenig Abbruch wie später die Jacob-Sisters, die nicht zu viert, auftraten. Vielmehr wurden sie von den jüngsten etwa zehn Mitwirkenden dargestellt. Alle hatten zwar keine weißen Pudel mit, aber ein Plüschtier im Arm. Und Karl Moik besang dann noch Kufstein als die Perle Tirols.

Alle bekamen übrigens als „Honorar“ eine lustige Raupe aus Himbeeren, roten und grünen Weintrauben auf einem Holzspieß. Der Knüller des Nachmittags, und als solcher wurde sie auch angekündigt, war die Blue-Girl-Group (Lister-Sisters). Sie trommelten auf ihren Fässern, was das Zeug hielt. Allerdings ohne aufspritzende Farbe und ohne Schlegel. Alles mit den Händen.

Zwischendurch wurde auch mal die Position innerhalb der Truppe gewechselt. Unübersehbar: Alle hatten richtig Spaß dabei, wie dem Lächeln zu entnehmen war. Sie ließen sich daher auch nicht lange bitten, als Rufe nach einer Zugabe laut wurden.

Gemeinsam sangen Akteure und Zuschauer zum Abschluss des einstündigen Programms das Listerfehrdaer Dorffestlied. Die Kinder hatten da schon die Hüpfburg erobert. Die Jugendlichen und Erwachsenen suchten die besten Schützen und Kegler. Eine Kutsche wartete auf Interessenten für eine kleine Runde durch den Ort. Am Abend startete eine 80er-Jahre-Party und mit einem Frühschoppen am Sonntag ging das Fest langsam zu Ende.

Text: Boris Canje

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann und Boris Canje

 

Parkfest in Mühlanger

Sportlicher Einsatz am Seerosenteich

21.06.2018

Mühlanger ist sehr sportlich, sogar beim Park- und Heimatfest. Im Programm auf der Bühne am Seerosenteich, das örtliche Vereine und Einrichtungen gestalteten, drehte sich alles um den Fußball. Etwas anderes war angesichts der laufenden WM wohl kaum zu erwarten. Wichtigste Requisiten bei den Vorführungen, Tänzen oder dem Trommeln auf Eimern waren daher Trikots der deutschen Nationalmannschaft und entsprechende Schals.

Neben der Tagesstätte „Kinderland“ und der Grundschule hatten sich der SV Mühlanger, er stellte u.a. Taekwondo vor, und PEP Flying Step allerhand einfallen lassen. Stärken konnten sich dann alle, Akteure und Zuschauer, an unzähligen leckeren Kuchen, die die Frauen aus Mühlanger gebacken hatten.

Am Abend spielte „Ladykiller“ zum Tanz. Natürlich war dazu die Cocktail-Street geöffnet. Aus jedem Fenster des Gebäudes am Teich gab es ein anderes Getränk, auch einen WM-Cocktail. Er bestand aus Orangensaft, blauem Curacao und Wodka.

Der Frühschoppen am Sonntag wurde von den Dietrichsdorfer Jagdhornbläsern eröffnet, denen sich die Abtsdorfer Blasmusikanten anschlossen. Doch ihnen gehörte nicht die ungeteilte Aufmerksamkeit, denn auch auf dem Teich tat sich einiges.

Die Mitglieder des Schiffsmodellclubs Elbewerft Elster hatten einige selbst gebaute Wassergefährte mitgebracht. Ein Modell hatte sogar eine funktionstüchtige Wasserkanone an Bord. Am Sonntag angesagt hatte sich zudem der Seydaer Frauenchor.

Das Geschehen auf der Bühne wurde relativ uninteressant, als zu den beiden Vorläufen im Entenrennen aufgerufen wurde. An einer Brücke warf man die Plastetiere ins Wasser, sie mussten dann schnellstmöglich zur nächsten gelangen. Die besten aus den beiden Läufen bekamen im Finale eine zweite Chance.

Viel wurde auch für Kinder angeboten. So konnten sie sich schminken lassen, ihren Mut auf dem „Hurican“ (einem Karussell) beweisen, durften auf der Hüpfburg umhertollen, auch geritten wurde. Besonders spannend war natürlich die Schatzsuche.

Text und Fotos: Boris Canje

 

Abfahrtszeiten der Schulbusse

Bitte um mehr Zeit wird erhört

20.06.2018

Jetzt hat auch der Kreistag mit großer Mehrheit dafür votiert, die Veränderungen bei der Schülerbeförderung noch nicht wie ursprünglich vorgesehen Anfang August 2018 in Kraft treten zu lassen, sondern erst zu Beginn des zweiten Halbjahres. Zu groß war der Unmut an den Schulen, nachdem die Pläne bekannt geworden waren, die Busunternehmen und Verwaltung ausgearbeitet hatten.

Es ist ein klassischer Fall von gut gemeint, aber nicht gut gemacht. Basis der Überarbeitung ist der Kreistags-Beschluss vom November, die so genannten Richtzeiten für die Beförderung der Schüler von Grund- und Sekundaschulen zu senken. Das macht es erforderlich, das ganze komplexe System zu überarbeiten. Das Ergebnis war: Empörung - zumindest in einigen Städten und Schulen, weil sich Anfangszeiten zum Teil gravierend nach vorn verlagert hätten.

Die Verwaltung ist harsch kritisiert worden, unter anderem deshalb, weil die Betroffenen erst spät einbezogen wurden. Weshalb Vizelandrat Jörg Hartmann um Zeit bittet für weitere Abstimmungen: „Wir wollen mit den Schulen arbeiten, nicht gegen sie.“ Er hofft, ein wirtschaftlich sinnvolles und schulisch machbares Konzept auf die Beine stellen zu können.

Gestaffelte Zeiten

Der Kreistag hatte nach langen Diskussionen im Herbst beschlossen, die Richtzeiten für die Beförderung von Grund- und Sekundarschülern zu reduzieren: von 45 auf 30 bzw. von 60 auf 45 Minuten. Verschiedene Varianten wurden geprüft, um das umzusetzen - vieles geht nicht wegen Personalnöten. Grundlage des Konzepts sind nun gestaffelte Anfangs- und Endzeiten.

Dass das gelingen kann, daran gibt es inzwischen offenbar Zweifel: „Vielleicht sollte der Beschluss gleich ganz aufgehoben werden, wenn viele leiden und wenige profitieren. Eine optimale Lösung wird kaum zu finden sein“, sagte Peter Müller (Freie Wähler), Bürgermeister von Zahna-Elster. Schon deshalb, weil es dem Busunternehmen an Kapazität fehle. Auf jeden Fall sei es kleinen Kindern nicht zuzumuten, früh um 6 Uhr zum Schulbus zu müssen.

Im Übrigen habe die Verwaltung Zeit verschenkt, weil die Schulen nicht gleich involviert waren. Auch Müllers Fraktionskollege Stefan Kretschmar meint: „Wenn 25 Schüler profitieren, 50 aber benachteiligt werden, sollte man von der Sache Abstand nehmen.“

Die Christdemokraten wollen davon nichts wissen: Das Prinzip „kurze Beine, kurze Wege“ sei gut, findet Christian Tylsch. „Wir müssen den Mittelweg suchen und brauchen Zeit, um zum Ziel zu kommen.“ Allerdings sei es in der Tat schwierig, den Bürgern zu erklären, warum es vier Jahre dauere, Schüler-Beförderungszeiten zu ändern: Dass da viele den Kopf schütteln, das könne er verstehen.

Tylsch mahnt unterdessen auch: „Wir werden es nicht allen recht machen können. Mit Konflikten müssen wir leben.“ Der CDU-Mann bittet die Schulen im Kreis, sich aktiv zu beteiligen: „Manche lehnen alles kommentarlos ab. So einfach geht das nicht.“

Die Linke kritisiert das vorliegende Konzept heftig. Die Zahl derer, für die sich die Beförderungs-Zeiten verbessern, sei überschaubar, erklärt Mareen Kelle. Hier sei das System auf den Kopf gestellt worden, der Aufschrei also kein Wunder. Was die Abgeordneten wollten, sei nicht umgesetzt.

Sie fordert, die Schulen einzubeziehen und den Kreistag regelmäßig zu informieren und appelliert: „Keine Experimente auf Kosten der Kinder.“ Dass das Konzept zur Schülerbeförderung nicht ideal sei, räumt für die SPD Reinhard Rauschning ein. Allerdings äußert er auch Verständnis: „Irgendwas musste die Verwaltung ja vorlegen.“ Und der Teufel stecke bekanntlich im Detail.

Text und Foto: Marcel Duclaud

 

 

Extremsport aus Listerfehrda

Mit Blaulicht durch Berlin

21.06.2018

Die Gefühlswelle schwappt immer wieder hoch. Wörter wie „Wahnsinn“ oder „unglaublich“ spielen in der Nachbetrachtung von Annette und Roman Timmler eine große Rolle. Das Ehepaar aus Listerfehrda hat die LE Biketour Leipzig - Berlin - Leipzig über 450 Kilometer nonstop auf dem Rennrad gemeistert und von Weltuntergangsstimmung bis Gänsehautfeeling alles erlebt.

90 Minuten nach dem Start am Leipziger Völkerschlachtdenkmal öffnen sich in Eilenburg die Himmelsschleusen. Die 80 Teilnehmer an der 15. Auflage stehen bei strömendem Regen dicht gedrängt unter dem Dach einer Tankstelle und sehnen das Ende der Dauerdusche herbei. „Die Mitarbeiterin an der Tankstelle war ganz cool und hat Plasteumhänge zum Schutz gegen den Regen verteilt“, erzählt der 51-Jährige, der zusammen mit seiner Frau in diesem Moment eine wegweisende Entscheidung trifft.

„Wir hatten nur einmal Wechselsachen mit und sind deshalb mit der nassen Kleidung weitergefahren.“ Der Fahrtwind hat Dress und Hose im Expresstempo getrocknet, aus den Schuhen ist das Wasser etwas später verdampft. Den Zeitverzug von knapp 45 Minuten muss das Teilnehmerfeld in der Nacht aufholen.

Roman Timmler betont, dass die Organisatoren aufgrund des straffen Zeitplans ordentlich auf die Tube gedrückt haben. „Die Pausen sind auf sieben Minuten begrenzt gewesen“, erinnert sich seine Frau. Essen, Trinken, in die Büsche schlagen - alles passiert mit Blick auf die Uhr. Mit Müdigkeit hat das Ehepaar nicht zu kämpfen. Der Adrenalinspiegel sei viel zu hoch gewesen.

Dein Freund und Helfer

Der Tross erreicht um 5.30 Uhr Berlin und wird von neun Polizeiautos zum Brandenburger Tor eskortiert. „Wahnsinn“, meint der 51-Jährige und erzählt, dass die 80 Pedalritter mit Blaulicht über jede Ampelkreuzung gerollt sind. Dies habe bei der Ankunft in Leipzig nicht so funktioniert.

Die rote Welle hat die letzten Kraftreserven abgefordert. „Das ist unser einziger Kritikpunkt. Ansonsten war die Tour perfekt organisiert.“ An der Elbfähre Prettin wird auf der Rückfahrt eine längere Rast eingelegt. Das Ehepaar spürt das aufkommende Heimatgefühl und die Gewissheit, es bald geschafft zu haben. Nach 19 Stunden (inklusive Pausen) stehen beide geschafft aber überglücklich wieder am Völkerschlachtdenkmal.

„Es hat Spaß gemacht“, so die 52-Jährige. Die Männer haben sich den drei Frauen gegenüber sehr ritterlich verhalten, die anfängliche Scheu sei schnell gewichen. „Wir haben die Frauen beschützt. Sie durften in der Mitte des Pelotons fahren“, ergänzt ihr Mann.

Das Duo hat zusammen mir seinen Freunden von den Elbauracern 2.500 Trainingskilometer absolviert, zwei Wochen vor der Tour haben 154 Kilometer unter Volldampf auf dem Programm gestanden. „Wir brauchen Tempohärte“, sagen sie , denn die LE Biketour wird mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern gefahren.

Nächste Herausforderung

Nach der (Tor)Tour wartet bekanntlich das nächste Abenteuer. Spreewald-Marathon, mehrfache Teilnahme an der Vättern-Rundfahrt (zweitgrößter See in Schweden) - 2010 sogar zusammen mit Tochter Nancy - oder die Mecklenburger Seenrunde über 300 Kilometer stehen bereits auf ihrer Visitenkarte.

Roman Timmler will es 2019 richtig krachen lassen und hat sich dafür den Radklassiker Trondheim - Oslo ausgesucht. Auf der 540 Kilometer langen Strecke müssen 3 400 Höhenmeter bewältigt werden. Die 52-Jährige steigt bei Lillehammer ins Rennen ein und begleitet ihren Mann bis in die Hauptstadt Norwegens.

Der Schwiegersohn soll das Duo mit einem Wohnmobil begleiten und hat schon „lose zugesagt“. „Für Begleiter ist solch eine Tour stressig“, sagen sie. Mit Tempo 30 stundenlang durch die Gegend zu zuckeln, sei keine leichte Sache. Deshalb ziehen sie vor allen Begleitern der LE Biketour den Hut. Selbst beim Weltuntergang in Eilenburg haben sie positive Stimmung verbreitet.

Text: Thomas Tominski

Foto: Leserfoto

 

Jugendklub „Zuflucht“ Elster

Elsteraner Projekt überzeugt das Publikum

18.06.2018

Auch am Tag nach der Preisverleihung kann es Sabine Hoffmann kaum fassen. „Damit gerechnet hatte ich nicht“, sagt die Betreuerin im Jugendklub „Zuflucht“ Elster, als sie beim Dorffest in Listerfehrda den Bastelstand betreut. Den Publikumspreis des Vereins „freistil - Jugend engagiert in Sachsen-Anhalt“ zweimal hintereinander zu bekommen, „das wäre ein großes Glück“.

Doch es kam genau so. Die Freude bei der fünfköpfigen Abordnung, die an der Auswertung des Wettbewerbs um den 15. Jugend-Engagement-Preis im Moritzhof in Magdeburg teilnahm, war riesig. In der Landeshauptstadt wurde am Sonnabend das vielfältige jugendliche Engagement in Sachsen-Anhalt gewürdigt.

Insgesamt waren dort zwölf Jurypreise und der Publikumspreis an aktive Jugendliche vergeben. Die jungen Projektmacher konnten sich über Preisgelder in Höhe von je 500 Euro sowie einen Sachpreis freuen. Die Preisgelder wurden von Unterstützern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gestiftet.

Die Elsteraner gewannen die Internetabstimmung deutlich. 2.079 Stimmen erhielten sie für ihr Projekt „Wir tanzen aus der Reihe“. Die Mädchen und Jungen studieren ein Musical ein, „Traumzauberbaum“ von Reinhard Lakomy.

Jeder, der mitmachen möchte, wird in das Vorhaben einbezogen. Im vierzehntägigen Rhythmus treffen sich die Akteure zu einer vierstündigen Probe. In der Adventszeit soll das Musical dann aufgeführt werden.

Bei der Preisverleihung wusste Sabine Hoffmann auch auf ungewöhnliche Fragen Antworten. Der wohl Älteste, der das Projekt bei der Internetabstimmung befürwortete, ist der 89-jährige Helmut Hoffmann, teilte sie mit. Und Stimmen für Elster gab es auch aus Sumy in der Ukraine. Denn die Elsteraner unterstützen aktiv Hilfstransporte dorthin.

Das Elsteraner Projekt ist jetzt für den Deutschen Engagementpreis nominiert.

Text: Frank Grommisch

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann und Steve Vorwerg

 

Förderkreis Sumy-Hilfe

Spenden sind in Ukraine

16.06.2018

Wenn’s losgeht, geht’s los. Manchmal auch mit einem Schock. Zwei Tage bevor der im Jessener Land bekannte Förderkreis Sumy-Hilfe zu seiner jüngsten Spenden-Tour in die Nordost-Ukraine aufbrechen wollte, traf aus Frankfurt/Oder von der Crew der dortigen Wichern Wohnstätten und Soziale Dienste gGmbH, die sich meist mit einem Kleinbus und zwei Mann Besatzung an dem Unterfangen beteiligt, eine Schreckensmeldung ein: Einer der beiden Fahrer musste, wahrscheinlich wegen Herzproblemen, ins Krankenhaus.

Wo so kurzfristig einen Ersatzfahrer mit gültigem Pass und einer Woche Zeit finden? Alle Beteiligten streckten sofort ihre Fühler aus. Die Lösung kam letztendlich aus den Reihen des Wichern-Personals selbst: Andreas Hegner, ein mehrfach Sumy-erprobter Mitstreiter wurde dienstfrei „geschaufelt“ und setzte sich ans Steuer des Frankfurter Busses, gemeinsam mit Fred Noack-Krummhauer, einem Neuling auf der reichlich 1.900-Kilometer-Distanz nach Sumy, der rund 400.000 Einwohner zählenden ukrainischen Bezirksstadt

Bezüglich des ausgefallenen Fahrers gab es bald insofern Entwarnung, dass ihn wohl keine Herz-Beschwerden plagen, sondern ein medikamentös lösbares Schilddrüsen-Problem.

Insgesamt vier Autos

Die drei anderen Kleinbusse, die diesmal für die jeweils zwei Tage dauernde Hin- und Rückreise zur Verfügung standen, kamen von Heiko Mehnert aus Ponnsdorf, Gaston Mätzke aus Friedersdorf (beides unweit von Doberlug-Kirchhain) sowie vom Kreiskirchenrat Finsterwalde. Gaston Mätzke und Heiko Mehnert waren auch als Fahrer mit von der Partie, ebenso Ralf Kummer aus Hohenleipisch, Olaf Wildau aus Finsterwalde, Sabine Hoffmann aus Elster und der Autor dieses Beitrags, der Sumy seit 1993 schon über 30 Mal besuchte. Außerdem nahm Peter Hammitsch aus Frankena (bei Doberlug) an der Tour teil.

Ein ausschlaggebender Faktor für die Zeit, welche der kleine Konvoi auf der Strecke zubringt, ist das Grenzabfertigungsprozedere zwischen Polen und der Ukraine. Anders als jemals zuvor hat es diesmal auf dem Rückweg mit leicht über fünf Stunden deutlich länger gedauert als bei der Hinfahrt, wo es dreieinhalb Stunden, also eine recht moderate Spanne, in Anspruch nahm. Für die Rückreise-Verzögerung waren Polens Grenzer und Zöllner verantwortlich. Sie nahmen ihren Job an der EU-Außengrenze sehr ernst und kontrollierten überdurchschnittlich viele Autos ziemlich intensiv.

Als weiterer Knackpunkt stellte sich der schon immer schlechte Straßenabschnitt zwischen Pyrjatin und Romny auf dem letzten Viertel der Wegstrecke nach Sumy heraus. Unsere ukrainischen Freunde hatten gewarnt, dass diese Piste wegen Unwetterschäden im Winter und Frühjahr kaum zu befahren sei. Also wichen wir mit den vollen Kleinbussen auf die Route Kiew-Pryluky-Romny aus. Was sich im Nachhinein als Fehler herausstellte. Zum einen befand sich diese Strecke bis Romny (ebenfalls) in einem miserablen Zustand.

Zum anderen hatte man - wie sich auf der Tour nach Hause zeigte - zwischen Romny und Pyrjatin bereits intensive Straßenbauarbeiten in Angriff genommen, die so weit gediehen waren, dass wir die Piste nahezu problemlos nutzen konnten. Was uns eine Lehre für 2019 sein soll.

Die Ladung der vier Kleinbusse bestand wie immer überwiegend aus Rehabilitationsmitteln und Verbrauchsmaterialien für Familien mit geistig behinderten Kindern und für entsprechende Einrichtungen in Sumy - dazu rechnen das Förderzentrum des Elternvereins „Felicitas“, mit dem der Förderkreis Sumy-Hilfe partnerschaftlich kooperiert, und der staatliche, integrativ arbeitende Kindergarten 34 mit angeschlossener Grundschule, dem sich vor allem die Mitarbeiter der Wichern gGmbH Frankfurt/Oder verbunden fühlen.

Im Weiteren transportierten die Busse Secondhand-Bekleidung (vorrangig für Kinder) und Schuhe für bedürftige Familien, die über den Elternverein „Felicitas“ in Sumy und Umgebung verteilt werden. Entsprechende Spenden hatte der Förderkreis - diesmal besonders reichlich - von der hiesigen Bevölkerung erhalten. Dafür ein dickes Dankeschön. Dies gilt auch allen anderen Unterstützern, stellvertretend genannt seien hier: der Diest-Hof Seyda und im Besonderen Sylke Iversen - sie macht die Spenden stets transportfertig; die Gärtnerei Böttcher in Elster - sie hat 300 Euro zur Reisekasse beigesteuert; der SV Eintracht Elster - er spendierte Spielerkleidung für Fußballteams verschiedener Altersklassen; der Jugendclub Elster mit Betreuerin Sabine Hoffmann - er hat sich zu einer der wichtigsten Sammelstationen und Koordinationspunkte für die Sumy-Hilfe entwickelt; die Mitarbeiter vom Bauhof in Elster - sie übernehmen das Anliefern der Spenden von Elster nach Seyda; Sabine Aho und Annette Kawalle aus Jessen - auch sie engagieren sich seit Jahren als Sammelstelle für Sumy-Spenden.

Riesige Freude

Einen besonders bewegenden Moment in Sumy bescherte diesmal die Übergabe eines Freiluft-Trampolins und zweier Trikotsätze an die Mädchen und Jungen des Kinderheims von Larissa Prudius. Es handelt sich um eine Übergangseinrichtung für Kinder aus prekären Familienverhältnissen. Das dort von den Sumy-Fahrern aufgebaute Trampolin hat Familie Drewes/Patzek aus Elster spendiert. Die Trikots, auf die sich alle Kinder stürzten, kamen von Eintracht Elster.

Gleich mehrere Fußball-Nachwuchs-Teams der Sumyer Sportschule „Barca“ (frei nach dem FC Barcelona) werden mit Trikots von Eintracht Elster überrascht.

Das gilt ebenso für jene Trikot- und Mannschaftsbekleidungs-Sätze, die am selben Tag in der Sumyer Sportschule „Barca“ (frei nach dem FC Barcelona) gleich an etliche Teams verteilt werden konnten, die sich aus Jugendlichen der Region speisen.

Die Mini-Werkstatt für Menschen mit geistigen Behinderungen, die in einer früheren Wohnung in der Glinkastraße, gleich neben dem Förderzentrum von „Felicitas“ entsteht, war zum Zeitpunkt der Spendentour baulich fast fertiggestellt, aber eben noch nicht betriebsbereit. Tatjana Ushkal, Leiterin des Zentrums, bedauerte dies sehr. Da sich die Räume mangels Gasanschlusses im Winter nicht beheizen ließen, hatten sich die handwerklichen Arbeiten verzögert. „Eigentlich wollten wir die Werkstatt jetzt mit euch einweihen.“

Das allgemeine Stimmungsbild unter großen Teilen der Bevölkerung in der Ukraine präsentierte sich nach wie vor trüb. Die Arbeitslosigkeit sei hoch und die zusätzliche Kriegssteuer - wegen des Krisenherds im Donbass - drücke schwer. Wie unsere Dolmetscherin Swetlana Emolenko, Dozentin an der Sumyer Universität, sagte, werde seitens der Regierung propagiert, dass der wirtschaftliche Trend nach oben zeige. Konkrete Zahlen jedoch nenne niemand.

Text: Detlef Mayer

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Külsoer Mühle Oldtimer werden ausgestellt

15.06.2018

Das achte Elsteraner Oldtimertreffen wird an diesem Sonntag, 17. Juni, an der Külsoer Mühle ausgetragen. Alle historischen Fahrzeuge sind dazu willkommen, teilten die Organisatoren mit.

Die Eröffnung erfolgt um 10 Uhr. Anschließend können die Fahrzeuge besichtigt werden und die Besitzer stehen zum Erfahrungsaustausch bereit. Die Versorgung übernimmt das Personal der Gaststätte „Külsoer Mühle“. Der Eintritt zu dem Oldtimertreffen ist frei.

Text: Detlef Mayer

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Straßenbau in Zahna Programmierter Ärger

14.06.2018

Seit in der letzten Maiwoche die Bahnhofstraße (L 123) baubedingt gesperrt ist, rollt der Umleitungsverkehr durch die Rahnsdorfer und Köpnicker Straße in Zahna. Ein Teil der Straßen ist noch mit Kopfsteinen gepflastert. Wenn Lkw darüber donnern, erreicht der Lärmpegel bis 90 Dezibel. Der Ärger war programmiert.

Im Herbst hatten sich die Anwohner an Landesstraßenbaubehörde (LSBB) und Stadt gewandt mit der Bitte zu prüfen, ob die Straßen in diesem Zustand überhaupt als Umleitung für die Landesstraße taugen. Ihr Vorschlag, das Katzenkopfpflaster mit einer Bitumenschicht zu überziehen, war vom Landesstraßenbaubetrieb für nicht umsetzbar erklärt worden.

In dem Antwortschreiben auf einen Brief der Anwohner sowie bei einem Vor-Ort-Termin im November war deshalb zugesichert worden, dass bei Sperrung der offizielle Umleitungsverkehr für Lkw ab 7,5 Tonnen großräumig um Zahna herum ab/bis Kropstädt über die B 2 geführt wird.

Nicht nur Brummifahrer

Derzeit gibt es an der Kreuzung von Landesstraße 126 und Kreisstraße am Gewerbegebiet Bülzig ein Schild, das auf die Baustelle in der Ortsdurchfahrt Zahna hinweist und den Durchgangsverkehr zur B 2 leiten soll. Dass Lkw ab 7,5 Tonnen diese Strecke zwingend nehmen müssen, geht daraus jedoch nicht hervor. Und so sieht man auch die meisten Laster geradeaus weiterfahren, bis nach etwa 200 Metern am Abzweig Woltersdorf die ausgeschilderte Umleitungsstrecke beginnt, die in Richtung Kropstädt über die Köpnicker und Rahnsdorfer Straße führt.

Laut Beobachtungen von Dieter Wende aus der Rahnsdorfer Straße sind es nicht nur Brummifahrer, die in der Region zu tun haben und sich den Umweg über die B 2 sparen, sondern auch aus dem Fernverkehr. „Ich kann die Spediteure auch verstehen“, sagt der Zahnaer. „Für sie ist Zeit wirklich Geld.“

Wortbruch werfen die Anwohner daher den Behörden vor. Dieter Wende drückt es drastisch aus: „Die haben uns schlichtweg verarscht“. Die LSBB weist den Vorwurf zurück und gibt auf Anfrage der MZ folgende schriftliche Auskunft: „Die L 126 ist zur Zeit nicht gesperrt und damit ist auch die Herabsetzung des zulässigen Gesamtgewichtes der Fahrzeuge noch nicht erfolgt. “

Bis jetzt nur Empfehlung

Die Rücksprache mit Michael Audörsch, Fachbereichsleiter der LSBB, bringt etwas Licht ins Dunkel: In der derzeitigen Bauphase könne Zahna aus Richtung Bülzig in Richtung Seyda uneingeschränkt durchfahren werden. Auch sei es möglich, über die Jüterboger Straße/Breitenteichstraße/Elsterstraße wieder zur L 123 in Richtung Kropstädt zu gelangen.

Die Vollsperrung der L 126, in deren Folge die Geschwindigkeitsbegrenzung zugesichert wurde, trete erst im Juli in Kraft. Dann wird die Baustelle Westendstraße/Dr. Kurt-Fischer-Straße (L 126) ab Töpferstraße bis zur Triftstraße aufgemacht (siehe Grafik). Das heißt, der Verkehr in und aus Richtung Wittenberg muss umgeleitet werden. Für Lkw über 7,5 Tonnen bedeutet das die B 2.

Die Anwohner fordern die Behörden auf, dafür zu sorgen, dass es für sie erträglicher wird. Dazu gehörten Kontrollen. An das vorgeschriebene Tempolimit von 30 km/h, das in der Rahnsdorfer Straße von jeher gilt, halte sich kaum jemand, „ob Lkw-, Bus- oder Pkw-Fahrer“.

Am frühen Morgen und zur Feierabendzeit sei der Lärm besonders schlimm, aber auch abends und nachts. Die Fenster zur Straße hin offen zu lassen, sei nicht möglich.

Polizeikontrollen habe er dort noch keine erlebt, so Wende. „Die nützen auch nicht viel“ - sobald ein Blitzer aufgebaut sei, spreche sich das herum oder das Navi warne. Einen stationären Blitzer - „die Linden hier wären dick genug, um dahinter einen zu verstecken“, so Wende - dürfen in Sachsen-Anhalt nur Kommunen ab 20 000 Einwohner aufstellen.

„Was uns ein bisschen helfen würde, wäre, dass die Stadt ihr Tempomessgerät mit der Leuchtanzeige aufstellen würde“, unterbreitet der Zahnaer einen Vorschlag. „Aus eigener Erfahrung wisse er, dass man sich doch ertappt fühlt und auf die Bremse geht, wenn da was aufleuchtet.“

Amtsleiter fordert Kontrollen

„Wir haben uns diesbezüglich schon etwas überlegt, ich will aber der endgültigen Entscheidung nicht vorgreifen“, sagte Bürgermeister Peter Müller (Freie Wähler) dazu auf Anfrage der MZ.

In der LSBB ist die Botschaft, dass der Umleitungsverkehr für die Anwohner jetzt schon belastend ist, ebenfalls angekommen. „Der Regionalbereich Ost wird zusammen mit den zuständigen Behörden (Straßenverkehrsamt Landkreis Wittenberg) den Sachverhalt prüfen und wenn möglich, die Beschränkung des zulässigen Gesamtgewichtes auf der Umleitungsstrecke bereits jetzt ausführen lassen“, heißt es in der Stellungnahme.

Mehr Polizeikontrolle, auch für Einhaltung von Durchfahrtsverboten, wünscht sich gleichwohl der Bauamtsleiter der Stadt Zahna-Elster, Reinhard Thaldorf. „Sie glauben gar nicht, was hier los ist. Da werden sogar Bauzäune weggeräumt“, berichtet er.

 

Text und Foto: Ute Otto

 

Kinder- und Sommerfest des FFW Verein Zahna

Neues Zelt in Zahna eingeweiht

09.06.2018

Just als das mittlerweile neunte Kinder- und Sommerfest in Zahnas Triftstraße - auf dem Gelände von Feuerwehr und Tagesstätte - eröffnet werden sollte, setzte Regen ein. Was die Spielleute der Löschtruppe bewog, ihren Auftritt ins nagelneue, acht mal 15 Meter messende Festzelt des Feuerwehrvereins zu verlegen, das, wie Daniel Siegel sagte, mit der Veranstaltung offiziell eingeweiht wurde.

Der Vorstandsvorsitzende des Feuerwehrvereins blieb für seine Begrüßung der Gäste vor dem Zelt im leichten Regen stehen. Zahna-Elsters Bürgermeister Peter Müller (Freie Wähler), Ina Wartenberg, Leiterin der örtlichen Kita „Unter dem Regenbogen“, Zahnas Wehrleiter Matthias Schneider und Johanna Grude taten es ihm gleich. Letztgenannte war von der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt nach Zahna gekommen, weil ihre Firma einen Großteil des Geldes fürs neue Festzelt gestiftet hat.

Die anderen wichtigsten Geldgeber sind laut Daniel Siegel die Gebäudereinigung Danzer Wittenberg, die Sparkasse Wittenberg und der Feuerwehrverein. Gekostet hat die Anschaffung alles in allem knapp 12.000 Euro.

Peter Müller dankte dem Feuerwehrverein für seine Zelt-Initiative. „Bei der Größe von Zahna-Elster kann es nicht schaden, eins mehr zu haben für die vielen Veranstaltungen“, meinte er. Dem stimmte Daniel Siegel zu: „Natürlich wollen wir das Festzelt auch anderen Vereinen zur Verfügung stellen.“

Das Kinder- und Sommerfest in Zahna veranstaltet der Feuerwehrverein stets gemeinsam mit der DRK-Tagesstätte „Unter dem Regenbogen“. Beide Institutionen haben seit Jahren einen Kooperationsvertrag. Ina Wartenberg dankte dem Verein, der ihre Einrichtung von der Festorganisation sehr entlaste. Daniel Siegel wiederum wandte sich an alle Fest-Unterstützer: „Nur dank ihrer Hilfe gibt es die kostenlosen Angebote für die Kinder“, zu denen er Brause und Eis zählte. „Außerdem kommen die Einnahmen vom Kaffee- und Kuchenbuffet zu 100 Prozent der Kita zugute.“

Den Kuchen hatten übrigens die Eltern und Großeltern der Kinder „Unter dem Regenbogen“ gebacken. Für die Beliebtheit des Sommerfests spricht der Zuspruch. „In den letzten Jahren hatten wir 200 bis 300 Kinder auf dem Gelände“, erinnerte sich Daniel Siegel.

Auch wenn das Feuerwerk wegen der allgemeinen Trockenheit ausfallen musste, hatten Feuerwehrverein und Kita ein attraktives Programm gestrickt. Dazu gehörten Minibus-Touren durch die Stadt, Karussell, Kinderschminken und Instrumente-Basteln. Die Polizei war mit einem Stand vor Ort, ebenso der Betreuungszug des DRK aus Jessen (Feldküche), der Verein der Pflege- und Adoptiveltern Wittenberg-Anhalt sowie Zahnas Jugendrotkreuz, das Autohaus Gottwald (verloste ein Wochenende mit einem Mustang) und das Anhängercenter Wittenberg.

Musikschüler bestritten am Nachmittag ein halbstündiges Konzert und es gab eine Karate-Show. Am Abend spielte die Band Wohlget(h)an, die Tanz-und-Aerobic-Frauen traten auf sowie das bauchtanzende Ensemble Nurya Tahani.

Text: Detlef Mayer

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

146. Schul- und Heimatfest 

in Elster ohne Feuerwerk

04.06.2018

Traurig, aber nicht zu ändern: Elsters 146. Schul- und Heimatfest am zurückliegenden Wochenende musste ohne das bei Alt und Jung beleibte Höhenfeuerwerk an der Elbe auskommen. Am Freitag stand es für den späten Sonntag - nach dem üblichen musikalischen Ausmarsch zum Ufer des Stroms - noch auf dem Plan.

Am Samstagnachmittag verkündete Heimatvereinsvorsitzende Sabine John im Festzelt mit tiefem Bedauern das Aus fürs große Knallen und farbige Sterne regnen. Die anhaltende Trockenheit sorgte für eine so hohe Brandgefahr (Warnstufe vier bis fünf), dass es den Organisatoren unverantwortlich erschien, dieses Risiko einzugehen.

Bunte Höhepunkte

Doch auch ohne das Feuerwerk am nächtlichen Himmel hatte das aktuelle Heimatfest etliche bunte Höhepunkte zu bieten, die den Sinnen der Besucher durchaus ein munteres Feuerwerk an Eindrücken bescherten. Zu allererst ist da natürlich der Festzug am Samstagnachmittag zu nennen.

Begleitet von den Seydaer Spielleuten und dem Wittenberger Fanfarenzug präsentierte sich ein Reigen von der bezaubernden Miss Elbenixe Nicole Kaufmann und einer kleinen Einheit der Ersten Preußischen Artillerie um Jan Hoffmann, die an den 1813er Elbübertritt und die Schlacht bei Wartenburg erinnerte, über den Unikockeyclub und die Schiffsmodellbauer bis hin zu zum Elsteraner Carnevals Verein und der Feuerwehr.

Die Elsteraner Oldtimer-Freunde kurvten mit ihren SR-Mopeds über die Straße und machten mit ihrem Schaubild auf ihr nächstes Oldtimertreffen am 17. Juni (Sonntag) an der Külsoer Mühle aufmerksam. Ebenfalls mit von der Partie waren die Motorboot-Enthusiasten, der SV Eintracht Elster, die Angler, der Awo-Ortsverein, die Elbspatzen-Kita und die Sekundarschule des Elbeortes.

Letztgenannte stellte auch die Akteure für den traditionellen Programmpunkt, der sich nach der Ankunft auf dem Festplatz anschloss: den Bändertanz. Die jungen Akteure waren einheitlich in Schwarz-Weiß gekleidet, vielleicht wegen des Kontrasts zu den bunten Bändern, die sie um den Stamm flochten, den sie zur Musik der Seydaer Spielleute gekonnt umschritten.

Im Anschluss an den doppelten Salut der Elsteraner Schützen verlagerte sich das Geschehen am Samstagnachmittag ins Festzelt. Dorthin lud der Heimatverein zum musikalischen Kaffeetrinken. Ihren Kuchen - beigesteuert von Bäckerinnen aus Elsters Vereinen - konnten die Gäste zu Darbietungen der tanzenden Blau-Weißen Funken des ECV und abermals von Sekundarschülern genießen.

Die tanzten auch, und zwar zeigten sie ihren absolut neuen Schultanz, den sie am Freitag, 1. Juni, dem Kindertag, auf ihrem Pausenhof erstmals ausprobiert hatten. Sie bewegten sich bei ihrer Choreografie nach dem Titel „Can’t stop the feeling“ von Justin Timberlake. „Es ist ein Versuch“, sagte Schulleiterin Heike Bräse, „ mal seh’n, was sich daraus entwickelt.“

Musikalische Solisten

Auf der Bühne des Festzelts machten sich außerdem zwei musikalische Solisten zu schaffen, die - wie die Tanzgruppen - zusätzlich zu den Kaffeetrinkern etliches Publikum anlockten. Yves Dinter war als Keyboarder zu erleben, er interpretierte den Rag „Der Entertainer“ von Scott Joplin aus dem Jahre 1902.

Vanessa Sprenger präsentierte sich trotz ihres jugendlichen Alters als profunde Sängerin und beherzte Interpretin von Nena-Songs. Mit „99 Luftballons“ sorgte sie für Stimmung unter den Zuhörern aller Altersklassen. Und nach der Keyboard-Einlage von Yves Dinter legte sie mit „Wunder gescheh’n“ nach. Beide Akteure ernteten viel Beifall.

Text: Detlef Mayer

Fotos: Medientreff   -  Sabine Hoffmann

 

Schul- und Heimatfest in Elster

Angehende Piraten öffentlich geprüft

01.06.2018

Das 146. Schul- und Heimatfest in Elster läuft. Erster Programmpunkt war am Freitag eine Kindertagsveranstaltung bei freiem Eintritt. Ermöglicht wurde das durch eine Spende des Energieversorgers Envia-M.

Auch wenn die Piraten, die den Abschluss des munteren Treibens im Freizeitpark bildeten, nach eigenem Bekunden keine Angst vor Stürmen haben. In der Realität ausprobiert werden sollte es auf keinen Fall. Deshalb hatten Organisatoren vom Heimatfestverein das Wetter ständig im Blick, schließlich lag Elster mit im Vorwarngebiet für heftige Gewitter.

„Jede App hat was anderes gesagt“, teilte Heimatvereinsvorsitzende Sabine John mit. Doch Wolkenberge, die sich mal zeigten, zogen weit um Elster herum, so dass 15.30 Uhr die Entscheidung fiel, dass die Piratenshow im Freizeitpark stattfinden kann und nicht in den „Elsterland“-Saal, den André Grams dankenswerter Weise als Ausweich bei schlechtem Wetter angeboten hatte, umgezogen werden muss.

An diesem Sonnabend steht beim 146. Schul- und Heimatfest in Elster der Umzug der Vereine an. Er beginnt um 15 Uhr. Es geht von der Turnhalle über die Bundesstraße und die Gielsdorfer Straße bis zum Festplatz. Dort wird anschließend zum Kaffeetrinken eingeladen. Zudem werden dort Programmpunkte von Vereinen und Einrichtungen gestaltet. Um 20 Uhr beginnt der Tanzabend mit der Band „Ascania“. Zum Frühschoppen am Sonntag ab 10 Uhr spielen die „Lustigen Blasmusikanten aus Seyda“. Anschließend übernimmt DJ Rossi und kümmert sich um die gute Laune. Gegen 22 Uhr erfolgt der musikalische Ausmarsch zur Elbe. Dort wird etwa 22.15 Uhr das Feuerwerk gezündet. Auf dem Festplatz sorgen Schausteller für Unterhaltung und das leibliche Wohl. Der Eintrittspreis auf dem Festplatz beträgt pro Tag 2,50 Euro für Erwachsene, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.

Unmittelbar neben der Bühne hatte der Ortsverein Zahna des Jugendrotkreuzes seinen Stand aufgebaut. Aus der Angebotspalette entschieden sich Mädchen und Jungen am Freitag diesmal vor allem fürs Malen, berichtete Ralf Wroblewski. Da bekamen Bilder mit Rettungswagen, Rettungshubschrauber oder verletztem Teddy Farbe. Für Erwachsene hatten die Jugendrotkreuzler Informationen zum Bevölkerungsschutz dabei. Etwa zur Grundausstattung im Haushalt, um für Naturkatastrophen, Stromausfälle oder Ähnliches gewappnet zu sein. „Wir haben auch informiert, wo es Hilfe gibt, wenn die Telefonverbindungen gestört sein sollten.“

Nachdem um 17 Uhr die Luft aus den sechs Hüpfburgen der Firma „Kinder-Dschungelland und Co“ aus Seyda, die ab 14 Uhr kostenfrei genutzt werden durften, starteten die Piraten. Sie waren aus Storkow nach Elster geschippert, um bei sommerlichem Wetter nach einer furchtlosen Mannschaft zu suchen. Bewerber hatten sie genügend. Aber waren die Mädchen und Jungen auch geeignet? Beweisen mussten sie es dem Piratentrio Andy, Gabi und Dirk in fünf Piratenprüfungen.

Da tanzten die Kinder mit großer Freude unter einer Limbo-Stange hindurch, hatten sie tanzend gegen Langeweile, den schlimmsten Feind eines Piraten anzukämpfen, mussten sie „Kanonenkugeln“ fliegen lassen, hatten sie eine große Schlacht (mit Papierkugeln) zu schlagen und mussten sie bei einer Polonaise Zusammenhalt beweisen. Danach konnte das Piraten-Trio feststellen: „Wir haben unsere Crew gefunden“.

Sabine John ging zu dem Zeitpunkt sicher etwas anderes durch den Kopf. Die Entscheidung für den Freizeitpark war richtig. Und sicher war dann auch, dass der Umzug mit dem Schweinitzer Spielmannszug vom Freizeitpark zum Festplatz unbehelligt von Regen dort ankommt. Für diesen Sonnabend wünschte sich die Heimatvereinsvorsitzende, dass es ja regnen könne, aber erst wenn der Umzug durch den Ort trockenen Fußes sein Ziel erreicht hat.

 

Text: Frank Grommisch

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 


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