Dezember 2019

Heimatstube Zörnigal

Ein Museum im Ausverkauf 

30.12.2019

1 100 Euro hat der Ausverkauf der Heimatstube Zörnigall am Samstagvormittag erbracht. Ortsbürgermeister Eckhardt Krause übergab das Geld gleich nach „Ladenschluss“ an die Leiterin der örtlichen Kindertagesstätte „Zwergenland“, Simone Lühnsdorf. „Wir werden das Geld gut verwenden. Wenn der Neubau steht, wollen wir Spielgeräte kaufen, die allen Altersgruppen gerecht werden“, freut sie sich über das Engagement des Ortschaftsrates für die Kita. „Das ist ein Geben und Nehmen“, so Krause dazu. „Es nützt uns doch allen, wenn sie erhalten bleibt. “

Der von der Stadt Zahna-Elster geplante Neubau der Kita ist der Grund für die Auflösung der Heimatstube. Die beiden Räume im Erdgeschoss der ehemaligen Schule, in denen die Sammlung von Gegenständen aus mehr als 100 Jahren präsentiert wurde, werden benötigt, wenn die Kinder aus dem „Zwergenland“ dort voraussichtlich im Sommer dieses Jahres ihr Übergangsquartier erhalten.

Erinnerungen an Besitzer

Nach Terminen für die Rückgabe von Gegenständen, die Einwohner aus Zörnigall leihweise zur Verfügung gestellt hatten, an die Eigentümer oder deren Nachfahren, wurde die Gelegenheit, in dem großen verbliebenen Rest zu stöbern, am Sonnabend rege angenommen. Marlis Freydank hat sich eine geflochtene Brotform ausgewählt. „Ich kannte die Besitzerin noch. Als sie gestorben war, stand das Haus lange leer“, erzählte sie. „Jetzt ist wieder eine junge Familie eingezogen.“ Reinhard Freydank erinnert sich, dass seine Großmutter, die ihr Brot selber gebacken hat, eine solche Brotform noch bis 1964 benutzt hat.

Lisa Rath aus Mühlanger hat sich auf den ersten Blick in ein Hochzeitskleid von 1972 aus weißer Spitze verliebt. „Schade, dass ich schon geheiratet habe, das hätte ich angezogen“, rief sie aus, als sie es sah. Ihre Hochzeit war am 27. Juli dieses Jahres, erzählt die junge Frau, während sie weitere Wäschestücke in Augenschein nahm. Am Ende trug sie einen großen Einkaufsbeutel gefüllt zur „Kasse“ - und holte sich dann doch noch das Hochzeitskleid. „Wir färben es ein“, hat sie beschlossen. Ihre Errungenschaften waren schon im Auto verstaut, als sie noch einmal hereinkam. Sie hatte sich überlegt, noch den Schlitten mitzunehmen. Wenn es auch nicht schneit, als Winterdeko vor dem Haus taugt er allemal.

Als Dekorationsobjekt nahm auch Steffen Aderhold aus Mühlanger eine Holzbottich-Waschmaschine aus den 1920er Jahren und eine Wäschemangel mit. „Wir stellen sie in den Durchgang zum Haus. Dort steht sie trocken“, erzählte er, kurz nachdem er die Geräte mit Hilfe von Torsten Adrio, Ortschaftsrat in Zörnigall, in den Transporter verladen hatte.

Walter Ludewig aus Elster interessierte sich indes vor allem für alte Bücher und fand den Katalog des Central-Ankaufs für landwirtschaftliche Geräte Halle von 1939. „Das wäre auch für die Zahnschen interessant gewesen“, damit meinte Ludewig das Bauernmuseum. „Wir haben denen angeboten, abzuholen, was sie brauchen, aber da gab es keine Reaktion“, so der Ortsbürgermeister. Aber der Heimatverein Meuro habe einige Exponate für sein Museum genommen.

Reste werden entsorgt

Einiges an landwirtschaftlichen Geräten wie Rübenhacken und Kummete, sogar eins für ein Hundegespann ist dabei, und auch Hausrat wie Nähmaschinen und Wäschemangeln werden nun wohl dem Sperrmüll anheim fallen. Etwas schade ist es um den massiven gut erhaltenen Ohrensessel mit verstellbarer Rückenlehne, den der Zörnigaller Gerhard Schulze in eigener Werkstatt einst gefertigt hatte.

„Alles, was aus Eisen ist, wird zum Schrotthandel gebracht, das Geld bekommt die Kindertagesstätte noch drauf“, verspricht Krause. Er ist zufrieden mit dem Ergebnis des Vormittags. „Gerechnet hatten wir nicht, aber einen guten Erlös hatten wir uns schon erhofft. Dass es über 1 000 Euro sind, hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagte er.

 

Text und Fotos: Ute Otto

 

Neuer Verein in Elster

Gutes tun und richtig durchstarten 

28.12.2019

„Viele Leute in Elster haben gesagt, macht das. Wir sind sofort dabei.“ Damit meint Steven Patzek die Gründung des Vereins „Strahlende Kinderaugen“ Elster (Elbe) e.V., welcher zukünftig die Kinder- und Jugendarbeit in Elster bündeln und sich für eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung für die Kinder einsetzen will.

Eigentlich wurde der Verein bereits am 19. April dieses Jahres gegründet, doch „die Bürokratie hat uns ein bisschen ausgebremst“, erklärt Sarah Hoffmann, die zu den acht Gründungsmitgliedern gehört. Als „Weihnachtsgeschenk“ habe der Verein in der vergangenen Woche die Eintragung in das Vereinsregister erhalten. „Ab 1. Januar wollen wir richtig durchstarten“, sagt die stellvertretende Vorsitzende.

Auf die Frage, wie die Mitglieder auf den Namen des Vereins gekommen sind, antwortet Sarah Hoffmann: „Wir wollten den Verein erst ’Leuchtende Kinderaugen’ nennen.“ Doch es gebe schon viele gleichnamige Vereine. Der Vereinsvorsitzende Steven Patzek erzählt weiter: „Nach einer Veranstaltung hat jemand gefragt: ’Habt ihr die strahlenden Kinderaugen gesehen?’“ Damit war der passende Name gefunden. Denn für das Strahlen in den Augen der Kinder würde man die Vereinsarbeit machen.

Sarah Hoffmann berichtet, was für das kommende Jahr geplant ist: „Vorrangig wollen wir den Jugendclub sowie die Kinder- und Jugendfeuerwehr unterstützen.“ Neben dem Ferienprogramm organisieren die Vereinsmitglieder auch das Basteln vor Ostern.

Das große Highlight wird aber das Zeltlager in den Sommerferien sein. Die ersten Kinder hätten sich bereits dafür angemeldet. „In diesem Jahr gab es 140 Anmeldungen für 85 Plätze“, blickt Steven Patzek zurück, der schon öfter bei der Organisation geholfen hat. Die Planungen beginnen immer im Dezember des Vorjahres. Zunächst müsse geklärt werden, welche Betreuer für das Zeltlager zur Verfügung stehen. „Man darf nicht außer Acht lassen, dass die Betreuer für das Zeltlager ihren Urlaub nehmen“, hebt Sarah Hoffmann hervor. Danach kümmere sich der Verein um das Rahmenprogramm, die Verpflegung und die Logistik vor Ort.

››Wer Mitglied im Verein „Strahlende Kinderaugen“ Elster (Elbe) e.V. werden möchte, kann Steven Patzek telefonisch unter 01608069902 oder per E-Mail strahlendekinderaugenelsterelbe@gmx.de kontaktieren. 

 

Text: Saskia Hotek

Foto: Verein „Strahlende Kinderaugen“ Elster(Elbe) e.V.

 

Weihnachtsfeier im Jugendclub „Zuflucht“ Elster

20.12.2019

Eine wunderschöne Weihnachtsfeier im Jugendclub „Zuflucht“ Elster. Es wurde viel gelacht, gespielt, gesungen und natürlich genascht. Danke an unseren lieben Weihnachtsmann, Danke an Susan Könnecke Reisen aus Elster für das Fahren zum Bowling nach Klöden, Danke an Michael Müller vom Ratskeller in Zahna für die leckeren Pommes und Schnitzel. Danke auch an Bianca Marx aus Klebitz für die Zuckerwattemaschine. Man könnte schon sagen, das war ein kleines Highlights.

Es war ein wunderschöner Tag.

Zur Ankunft der Kinder gab es erst einmal eine Zuckerwatte. Zum Einstieg ins Weihnachtsfest noch ein Kinderpunsch. Schnell noch eine Runde mit den Fahrzeugen gedreht und schon ging es mit dem Bus Richtung Klöden zum Bowling. Hier hatten wir viel Spaß, zwei Muttis an meiner Seite zur Unterstützung. Wenn die Jüngeren mal gar nicht getroffen haben, haben wir mal eine oder zwei Runden geholfen.

Es sollte ja Spaß machen und nicht darum wer die meisten Punkte erspielt. Ein jeder sollte Punkte haben. Unser Oli aus Zemnick hat so gut Anlauf genommen das die Kugel nach hinten ging. Oder unser Hannes. Er konnte irgendwann nicht mehr und hat sich einfach auf die Kugel gesetzt. Voller guter Laune ging es nach zwei Stunden wieder Richtung Jugendclub in dem schon der Weihnachtsmann auf uns wartete. Es gab Geschenke für den Jugendclub. Gedächtnisspiele! Die Kinder wollten gleich anfangen. Als dann die letzten Pakete geöffnet wurden, gab es bei allen Kindern, egal ob es die Jüngeren oder die Älteren waren, ein Jubeln durch den Raum. Alle dürfen nun ein Tier ihr Eigen nennen.

Aber dann war der Hunger doch größer als gedacht und es ging ans Essen. Vorher sangen alle als kleines Dankeschön für die fleißigen Helfer Kling Glöckchen Kling. Es wird den Koch freuen, nicht blieb übrig nichts. Als Nachtisch gab es Zuckerwatte und Kinderpunsch. 

Ich möchte mich auf das herzlichste noch einmal bedanken für die liebevolle Unterstützung durch das ganze Jahr. Unsere Kinder sind unser Herzstück in dieser Welt. Unser krönender Abschluss wird dann am 27.12. der Weihnachtsmarktbesuch in Wittenberg sein. 

Es liegt ein erlebnisreiches Jahr hinter uns. Ich wünsche mir für alle Gesundheit, Zufriedenheit immer tolle Ideen und immer viel Spaß.

 

Text und Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Schiffahrt auf der Elbe

Filigranarbeit mit Tonnenlast bei Elster 

17.12.2019

In der kommenden Ausflugssaison können Schiffe wieder in Elster Halt machen. 

Vorausgesetzt, es gibt genügend Wasser. 

Der Anleger jedenfalls ist zurück.

Der große Maxikraft-Mobilkran vom Wittenberger Standort der Firma ist kurz vor 9 Uhr an diesem Montag zur Stelle. Allerdings brauchen die Monteure eine gute Stunde, bis sie das Gefährt an der Fährabfahrt in Elster in Stellung gebracht haben. Denn diese Aktion ist nicht ohne Tücken. Die Abfahrt zur Fähre ist recht steil. Und der Kran muss nun einmal gerade stehen. Sonst würde er mitsamt der Last vielleicht noch in den Fluss rutschen oder gar kippen. Daher bauen die Maschinisten zwei Türmchen links und rechts, auf denen die Sicherheitsarme des Kranes aufsitzen.

So sieht es schließlich von der Flussseite her aus, als ob das riesige Gefährt zur Hälfte in der Luft schwebt. Das ganze Aufheben hat einen Grund: Nach rund neun Monaten soll der stählerne Schiffsanleger wieder in die Elbe kommen.

Ende März war er aus dem Wasser gehoben worden, weil eine technische Revision anstand. Die ist, so bestätigt Roman Timmler, Chef der gleichnamigen Stahlbaufirma im Ort, besser ausgefallen, als es nach der 14 Jahre währenden Liegezeit des Pontons im Elbewasser zu erwarten gewesen wäre. „Dort, wo der Stahlkörper an den Dalben reibt, war es ein bisschen dünn geworden. Ansonsten war nur noch an einem Geländer etwas zu reparieren“, resümiert Timmler. Aber natürlich war die technische Überprüfung gleich genutzt worden, um den Schiffsanleger auch optisch wieder aufzupeppen. Obenrum natürlich in der Ortsfarbe Blau, untenrum ist der Schwimmkörper mit einer genormten Unterwasserfarbe beschichtet worden.

Geschehen ist dies übrigens als letzter Schritt der Arbeiten an dem Stahlkoloss in einer Halle des früheren Betonwerkes. Wie berichtet hatte dessen Nachfolger C+P den Standort geschlossen. Dadurch konnte eine dortige Halle genutzt werden.

Nachdem der Schwimmkörper im Wasser liegt, bringt der Tieflader die Hubplattform. Die müssen der Maxikraft-Kran und die Helfer auf dem Ponton in vier Führungen fädeln. An denen wird die Plattform hydraulisch hoch und runter gefahren, je nach der Größe der Schiffe, die anlegen wollen. „Jetzt müssen nur noch die Schiffe kommen“, wünscht sich Ortsbürgermeister Wolfgang Fröbe (Freie Wähler). Die hatten sich aufgrund des geringen Wasserstandes in diesem Jahr rar gemacht. Günstige Gelegenheit also für die Revision des Anlegers. 

 

Text und Fotos: Klaus Adam

 

Klingender Advent

Männermangel beim gemischten Chor in Elster

16.12.2019 

Der Gemischte Chor in Elster besteht schon seit 25 Jahren. 

Warum er mittlerweile gar nicht mehr so gemischt ist und wer hier den Ton angibt.

„Singen macht Freude, singen macht Spaß“, sagt Hannelore Fleck begeistert. Sie ist die stellvertretende Vorsitzende des Gemischten Chors in Elster. Seit 1994 ist sie Mitglied in dem Musikverein. Der Vorsitzende, Klaus-Dieter George ist sich sicher, dass sich das Singen positiv auf die Gesundheit auswirke, was gerade für ältere Menschen ein toller Nebeneffekt ist. Das Durchschnittsalter des Chores liegt bei 73 Jahren. Fünf Mitglieder seien wie er, bereits über 80. Und trotzdem bestreiten die Sängerinnen und Sänger jährlich etwa 22 Auftritte, davon zwei Konzerte.

Ohne Chorleiter geht es nicht

Einen Chorleiter zu finden, der diese Truppe zusammenhält und anspornt war nicht leicht, erklären Fleck und George. Im Februar 1992 gegründet, wurde der Chor viele Jahre von Matthias Franke geleitet. Nachdem dieser aus Altersgründen kürzer treten wollte ging die Suche los und endete 2013 mit Nils Philippeit. „Du machst das wunderbar und motivierst uns“, sagt Fleck zu ihm und ist sich sicher, dass der Chor dank ihm Freude und Wärme ausstrahlt.

Und damit erklärt sich sogleich warum ein Chorleiter so wichtig ist. Denn „einfach nur drauf los singen“ funktioniere nicht. „Die Selbsteinschätzung“, erklärt Philippeit, „ist nicht immer identisch mit der Fremdeinschätzung“. Das dargebotene auch kritisch zu hinterfragen sei seine Aufgabe als Chorleiter. Und vor allem zu motivieren. „Singen kann grundsätzlich jeder“, sagt er und meint damit aber eher das Laiensingen. Dabei geht er auch mit seiner eigenen Gesangsleistung hart ins Gericht.

Ein Profi sei er nicht und er könne sich mit solchen auch nicht messen. Das Klavierspielen und alles andere, was seinen Job als Chorleiter ausmacht habe er sich selbst beigebracht. „Die Herausforderung ist auch immer, was neues zu finden und einzustudieren“, erklärt er. Das Repertoire des Chores reicht von Pop über Klassik bis zu Volksliedern. Jeder hat andere Vorlieben. Er selbst kommt aus dem christlichen Bereich, der Chor wiederum nicht.

So, erklärt Philippeit, achtet er stets darauf, Kompromisse zu finden und die Gruppe zusammen zu halten. „Ohne den Nils würde das so alles nicht funktionieren“, betont Hannelore Fleck dankbar. „Wo es lang geht, das sage ich und er ist der künstlerische Leiter des Vereins“, erwähnt Klaus-Dieter George. Zusammenarbeit wird beim Gemischten Chor in Elster groß geschrieben. „Bei uns geht es auch um das Zusammenleben und die Freundschaften, die sich hier gebildet haben“, fügt er hinzu.

Als er vor vielen Jahren mit seiner Frau Renate nach Elster gezogen ist, wurde sie von der früheren Chorleiterin Petra Richter angesprochen. Das ist nun 25 Jahre her. Nicht mehr im Chor zu singen, würde beiden sehr schwer fallen, erzählen sie. Zu dieser Zeit zählte der Chor noch viel mehr Mitglieder - heute sind es 21. Und so gemischt wie sie es sich wünschen würden, ist der Chor auch nicht mehr.

Männer werden gebraucht

Lediglich zwei Männer, einer davon ist George, singen in Elster. „Hurra würden wir schreien, wenn sich ein paar Männer melden würden“, sagt er. Aber nicht nur männliche Verstärkung wird benötigt auch Frauen und vor allem junge Menschen würden sie gern aufnehmen. „Alle Chöre leiden unter Nachwuchsproblemen“, ist sich Philippeit sicher.

Dass die jungen Leute nicht mehr in einer Gruppe singen wollen liegt seiner Einschätzung nach an vielen Faktoren. Zum einen sei die Auswahl an Freizeitangeboten viel zu groß. Zum anderen falle es den Leuten heutzutage schwer, sich verbindlich für etwas zu engagieren. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt die stellvertretende Vereinsvorsitzende. Live zu erleben war der Gemischten Chor Elster am Sonnabend auf dem Möllensdorfer Weihnachtsmarkt. Am morgigen 17. Dezember tritt die Gesangsgruppe außerdem um 18 Uhr in Elster beim Lebendigen Adventskalender auf.

Text: Aline Gorldt

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Weihnachtsmarkt in Elster

Hunde machen Mathe 

12.12.2019

Der Weihnachtsmarkt in Elster ist trotz schlechten Wetters gut besucht. 

Warum „Miss Elbenixe“ einen Mann im roten Mantel tatkräftig unterstützt.

Vom schlechten Wetter ließ sich kein Besucher des Weihnachtsmarkts in Elster beeindrucken. Es war im Übrigen der 21. seiner Art. Für die Besatzung in den „Buden“ sorgten unter anderem auch die Vereine der Schiffergemeinde, die neben Gewerbetreibenden für das leibliche Wohl der Gäste verantwortlich zeichneten. Aber auch Geschenke oder Bücher konnten auf dem Marktplatz gekauft werden.

Leere Stühle sind begehrt

Schon kurz nach der Eröffnung war das Festzelt gut gefüllt. Kein Wunder, denn zum Auftakt führten die Mädchen und Jungen aus der örtlichen Grundschule „Elbkinderland“ ein kleines Programm auf - mit Liedern und einem Gedicht. Bei diesem äußerten sie mit einer Kerze in der Hand ihre Vorstellungen, wie die Welt besser gestaltet werdenkönnte, die Menschen freundlicher und friedlicher miteinander umgehen sollten.

Als sie ihren Auftritt beendet hatten, suchten die Kinder nicht nur ihre Eltern, sondern auch einen Platz möglichst weit vorn an der Bühne. Dort gab es nämlich freie Plätze, weil nun der Gemischte Chor Elster von diesen auf die Bühne gewechselt war. Er sorgte mit seinen Liedern für eine vorweihnachtliche Stimmung im Zelt.

Etwas später folgte der Programmteil, auf den die Mädchen und Jungen sicherlich besonders gespannt waren. Kathleen Behring vom „Hof der lustigen Tiere“ aus Atzendorf (Salzlandkreis) war an der Reihe. Sie hatte vier Hunde mitgebracht. Ihre Namen waren Wolfgang, Amadeus und Mozart sowie Hektor. Letzterer war der kleinste der pfiffigen Vierbeiner.

Spezieller Unterricht

Kathleen zeigte mit ihnen Unterricht an der Hundeschule. Die Fächer, um die es ging, waren Mathematik und Sport. Drei plus vier lautete die zu lösende Aufgabe. Kein Problem: Es wurde sieben Mal gebellt! Einer der Hunde hatte auch schon gelernt, wie die Tafel gereinigt wird. Allerdings brauchte er dazu keinen nassen Schwamm, sondern nur seine Pfoten.

Der Sportunterricht wurde dann recht hektisch. Ein Hund, der von der Trainerin als der faulste Vierbeiner charakterisiert wurde, hatte offensichtlich wieder einmal keine Lust. Völlig im Gegensatz zu den anderen Sportskanonen. Sie sprangen durch einen hochgehaltenen Reifen sowie über Hürden, hüpften auf den Hinterbeinen ihrer Trainerin hinterher, klauten dieser sogar ihre Mütze.

Natürlich war auf dem Marktplatz in Elster immer wieder der Weihnachtsmann zu sehen. In seinem großen Jutesack hatte er Überraschungen für die jüngsten Besucher der Veranstaltung dabei. Die ersten gingen selbstverständlich an die Grundschüler, aber auch andere kleine Gäste gingen nicht leer aus. Und weil das für den Mann im roten Mantel eine anstrengende Arbeit war, hatte er sich eine Hilfe mitgebracht, die amtierende „Miss Elbenixe“, Stephanie Ott.

Text: Boris Canje

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Jugendclub und Feuerwehr

Größte Überraschung am Schluss in Elster 

12.12.2019

Elsters Klubbesucher feiern mit der Jugendwehr des Ortes. 

Was die größte Überraschung war.

Der Jugendklub „Zuflucht“ platzte bei seiner diesjährigen Nikolausfeier am gleichnamigen Tag förmlich aus den Nähten. In allen Räumen Jubel, Trubel, Heiterkeit. Lediglich im Bastelraum ging es etwas ruhiger zu. Der Grund war nicht die Feier an und für sich. Vielmehr sorgte dafür, dass der Klub die Kinder- und der Jugendfeuerwehr des Ortes samt Betreuer eingeladen hatte. Schließlich gibt es zwischen ihnen eine gute Zusammenarbeit und so einige Jungen oder Mädchen sind sowohl im Jugendklub zu Hause und wirken ebenso in den Nachwuchsabteilungen der Feuerwehr Elster aktiv mit.

Die Kinder und Jugendlichen kamen nicht nur aus Elster, sondern ebenso aus Zörnigall, Bülzig, Mühlanger, Zemnick, Listerfehrda und Dietrichsdorf. Wer Klubbetreuerin Sabine Hoffmann kennt, der weiß, ein solcher Tag geht nicht ohne Überraschungen über die Bühne. Die erste für die Kinder war, dass diesmal nicht alles gleich auf- oder weggeräumt werden musste.

Da wurden an einer langen Tafel unzählige Kekse mit farbigem Zuckerguss und weiteren Zutaten fertiggestellt. Alles durfte liegen bleiben, wurde später von von Eltern oder Betreuern aufgeräumt. Und die Kekse reichten gerade für den einen Tag. Aber die Adventszeit wird noch genug Gelegenheiten bieten, um weiter zu backen.

Etwas später bekamen die Kinder ihre kleinen Geschenke. Etwa 25 Stunden hatten zumeist Muttis im Klub heimlich gebastelt. Lustige Rudi-das-Rentier-Gesichter wurden ausgeschnitten und beklebt. Allerdings bekamen sie anstelle der Nase einen Lolly. Doch bevor diese übergeben wurden, wertete Sabine Hoffmann erst noch den Luftballonwettbewerb aus, der jedes Jahr am Ende des Sommer-Zeltlagers gestartet wird.

23 Karten kamen zurück, die am weitesten entfernte aus Doberlug-Kirchhain. Jeder der Absender eines dieser Ballons erhielt oder, falls er nicht anwesend war, erhält noch ein kleines Präsent. Eines davon wird per Post in Richtung Frankfurt/Main gehen, denn auch von dort kam ein Teilnehmer am Zeltlager.

Dann bat Sabine Hoffmann bat noch einmal alle Mädchen und Jungen nach vorn, sich hinzusetzen und die Augen zu schließen. Dann wurde die größte Überraschung hereingetragen. Groß wurden da die Augen der Kinder, als sie diese wieder öffnen durften. Im Raum stand ein hölzerner Schaukelstuhl mit verschiedenfarbigen Details. Jens Michel, Meister in der Tischlerwerkstatt des Augustinuswerkes in Mühlanger, brachte das Schmuckstück herein.

So schnell hatten sie mit der Lieferung dann doch nicht gerechnet. Bestellt worden war es während einer Besichtigung in der Werkstatt, in der auch Behinderte tätig sind. Und leer sollte das neue Möbelstück den Rest des Abends nicht bleiben.

 

Text: Boris Canje

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann, Sarah Hoffmann, Steffi Nabirei

 

Geschichtsunterricht in Elster

Zehntklässer haben Orte des Grauens besucht 

11.12.2019

35 Zehntklässler der Sekundarschule Elster besuchen die Berliner Mauer-Gedenkstätte und Stasi-Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen. 

Was sie dabei erfahren haben.

Ives Ströhlein wirkt nachdenklich. Das Thema DDR hat in seinem Leben bis zur Fahrt nach Berlin eine Nebenrolle gespielt. Der Besuch in der früheren Stasi-Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen wirkt nach. Er spricht von einer straffen Diktatur, der systematisch psychischen Zerstörung von Häftlingen seitens der Stasi und der extrem hohen Sicherheit innerhalb der Gefängnismauern. „Es ist unglaublich, dass solche Verbrechen in einem Teil Deutschlands passiert sind“, sagt er rückblickend. Allein der spartanisch eingerichtete Verhörraum sei gruselig gewesen.

Das Ziel der Häftlinge hat damals wahrscheinlich nur Überleben gelautet. Der Schüler aus der 10 a der Sekundarschule Elster verrät, dass er bis zu diesem Zeitpunkt nur die Geschichten über die DDR-Mangelwirtschaft gekannt hat. Die extrem langen Wartezeiten beim Kauf eines Autos, Schlange stehen für begehrte Tauschwaren.

Insgesamt 35 Schüler der Klassen 10 a und 10 b der Sekundarschule Elster haben im Rahmen des Geschichtsunterrichts die Gedenkstätte Berliner Mauer in Wedding (Bernauer Straße) und die erwähnte Haftanstalt besucht. Die Klassenlehrerin der 10 a, Andrea Däumichen, erklärt, dass die DDR erst künftig in Geschichte behandelt wird und den Schülern deshalb das Basiswissen fehlt. Bei der Lehrerin hat die Begegnung mit Zeitzeugin Edda Schönherz einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Diese hat ihre Erlebnisse in dem Buch „Die Solistin“ festgehalten. Die ehemalige Fernsehansagerin erkundigte sich 1974 während eines Urlaubs in Budapest in den Botschaften der BRD und der Vereinigten Staaten nach einer Möglichkeit, die DDR zu verlassen. Nach ihrer Verhaftung landete Edda Schönherz in der Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg und kurz darauf in Hohenschönhausen.

Aufgrund ihrer „staatsfeindlichen Verbindungsaufnahme“ verurteilt sie das Gericht zu drei Jahren Zuchthaus. 1979 siedelte Schönherz in die BRD über. Ende 2002 kehrte sie nach Berlin zurück und führt seitdem Besuchergruppen als Zeitzeugenreferentin für Politische Bildung durch die Gedenkstätte Hohenschönhausen. Für ihr Engagement zur Aufarbeitung von SED-Unrecht hat Schönherz 2006 von Bundespräsident Horst Köhler das Bundesverdienstkreuz erhalten. „Ich wäre nicht so mutig gewesen“, gibt Andrea Däumichen zu. Die Lehrerin ist erschüttert, welchen Druck das Regime auf Andersdenkende ausgeübt hat. Für sie persönlich sei es nie eine Option gewesen, die DDR zu verlassen.

Yannik Könnicke wird in der 10 a scherzhaft „DDR-Fan“ genannt. Der 16-Jährige hat sich zu Hause einen Hobbyraum mit Waschmaschine, RFT-Geräten und Schrankwand eingerichtet. „Angefangen hat alles mit einem Stern-Recorder“, sagt der fleißige Sammler, der auch Schwalbe und Trabant zu seinen Schätzen zählt. Trotzdem: Der Blick zurück ist nicht verklärt. Er spricht von Mauertoten, Schießbefehl, fehlender Reisefreiheit, Verhör- und Überwachungsmethoden. „Diese Menschen wollten doch nur ihre Freiheit“, sagt er.

Die Höhe der Berliner Mauer mit der ausgetüftelten Grenzsicherung ringsherum habe ihn ebenso schockiert wie das Sicherheitssystem in Hohenschönhausen. Das Wort Staatsfeind sei menschenverachtend. Zum Glück, klingt es aus der Runde, sind diese Zeiten vorbei.

Text: Thomas Tominski

Foto: Sekundarschule Elster

 

Feuerwehr in Zahna

Die Truppe verjüngt sich 

10.12.2019

Die Freiwillige Feuerwehr Zahna zieht Bilanz. 

Wehrleiter Matthias Schneider lobt die hohe Einsatzbereitschaft. 

Was ihn aber wurmt.

„Die Runde wird von Jahr zu Jahr jünger, und das ist gut so“, sagt Zahna-Elsters Bürgermeister Peter Müller (Freie Wähler) mit Blick auf die zur Jahreshauptversammlung versammelten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Zahna. Zwei neue Kameraden sind erst vor kurzem in die Einsatzabteilung übernommen worden.

Einer ist der 18-jährige John Naumann, der nach absolviertem Grundlehrgang nun an diesem Abend zum Feuerwehrmann befördert wird. „Feuerwehr war schon eine Kinderleidenschaft von mir“, erzählt der junge Mann. Als Sechsjähriger ist er in die Kinderfeuerwehr eingetreten, im Spielmannszug der Feuerwehr ist er mit der Querflöte dabei.

Er könnte sich auch eine Laufbahn in einer Berufsfeuerwehr vorstellen. Aber jetzt erlernt er erst einmal den Beruf des Konstruktionsmechanikers. „Dass man nie weiß, was auf einen zukommt, dass man immer vor neuen Herausforderungen steht“ sei es, was ihn als Feuerwehrmann reize.

53 Einsätze, davon 21 Brände und 32 technische Hilfeleistungen, hatte die Freiwillige Feuerwehr bis Freitagabend zu meistern. Carsten Friede hat alle mitgemacht. Ortswehrleiter Matthias Schneider ehrte ihn dafür mit dem goldenen Feuerwehrwappen und begründete damit eine neue Tradition: Künftig soll jedes Jahr der Kamerad mit den meisten Einsätzen auf diese Weise ausgezeichnet werden.

Von den 38 Mitgliedern der Einsatzabteilung, davon sieben Frauen, waren im Alarmfall werktags 13 Feuerwehrmänner - davon sechs Atemschutzgeräteträger (ATG) - und nachts 19 mit acht ATG verfügbar. Damit sei die Wehr hervorragend aufgestellt, zumal in der Truppe alle berufstätig seien. „Im Einsatzfall seid Ihr da, das ist unstrittig“, sagte der Wehrleiter.

Insgesamt 1080 Stunden haben die Mitglieder der Zahnaer Feuerwehr in ihre Ausbildung investiert. Um die Vorgabe - mindestens 40 Stunden pro Kamerad im Jahr - zu erreichen, müsse also noch gearbeitet werden. Christian Heinz beispielsweise hat mit dem alten W 50 der Wehr an einem ganztägigen Fahrsicherheitstraining teilgenommen.

Den Lkw ohne Antiblockiersystem über vereiste oder überflutete Straßen zu lenken, „das ist noch richtiges Kraftfahren“ berichtet er. „Ich fühle mich besser gewappnet“, empfiehlt er das Training weiter. 2020 ist es für alle Maschinisten eingeplant.

145 Jahre alt ist der „Fuhrpark“ der Zahnaer Wehr. Der 1978 in Dienst gestellte W 50 hatte vor einem Jahr mit dem Defekt der Hauptpumpe den Dienst quittiert und wurde dank des Einsatzes von Mitgliedern der 13-köpfigen Altersabteilung um Harry Wolf, die Tank und Pumpe reparierten, reanimiert. Im ersten Quartal 2021 soll der Oldtimer durch ein HLF 20 ersetzt werden.

Die Betreuung der Kinder- und Jugendfeuerwehren, die Ausbildung auf Kreisebene und die Einsätze nicht eingerechnet, haben die Kameraden 2019 knapp 2000 Stunden für ihr Ehrenamt aufgebracht. Doch es gibt etwas, was den Wehrleiter richtig wurmt: mangelnde Putzbereitschaft. Zum regelmäßigen Reinemachen fänden sich höchstens drei Leute im Domizil ein. „Wir haben alle viel um die Ohren“, appelliert Schneider an die Kameraden, „aber es ist unser Haus“. 

 

Text und Fotos: Ute Otto

 

Offene Tür in Elster 

Von wegen nur Lernen an der Sekundarschule! 

07.12.2019

Neugierige können die Sekundarschule Elster erkunden. 

Welche Unterstützer es gibt und was die Schüler besonders mögen.

 

Mit Schlips und Kragen in Schale geworfen hat sich das Empfangskomitee zum Tag der offenen Tür am Donnerstag in der Sekundarschule Elster. Carlo Peschke, Moritz Elias Kraatz und John Lucca Reinhard verteilen am Eingang nicht nur die Handzettel, auf denen ersichtlich ist, was die Gäste in den Räumen und Fluren erwartet, sie werben auch aktiv für die Mitgliedschaft im Schulförderverein.

„Sie unterstützen uns wirklich sehr“, sagt Moritz. Ob Theaterfahrten, Kanu- und Skilager, Technik oder die Prämierung von aktiven Schülern, der Förderverein um Britta Hoffmann habe immer ein offenes Ohr für die Belange der Bildungseinrichtung mit derzeit 223 Schülern.

Das Schulhaus zeigt sich an diesem Nachmittag ganz weihnachtlich. Sogar die Stuhllehnen haben Weihnachtsmann-Kapuzen bekommen. Der Duft von frisch gebackenen Waffeln lockt ins Hauswirtschaftskabinett. Dort überzuckern Felix und Jonas Röcklebe gerade ihre Leckereien. Jonas ist Viertklässler und wird im nächsten Sommer an die Sekundarschule wechseln.

Was ihm sein großer Bruder über die Schule erzähle? „Gar nichts“, sagt Jonas. „Er sitzt immer nur am Schreibtisch und lernt.“ Chemie und Sport sind die Lieblingsfächer des Siebentklässlers, der in der AG Töpferei mitarbeitet. „Dass die Lehrer so nett sind“, gefalle ihm in der Schule besonders.

Ina Fuß unterrichtet an der Schule Deutsch, Biologie und Hauswirtschaft. Sie zeigt die Kräutermappen der Schüler und den ebenfalls im Unterricht angefertigten Tischschmuck. „Theorie mögen die Schüler nicht so, aber die praktischen Sachen machen ihnen immer Spaß“, erzählt die Lehrerin. Im Flur übt sich Fabian Modlich im Golfen. Mario Prell, Crossgolf-Leiter im UHC Elster, hat zwei Ziele zum Einlochen aufgestellt. „Ich habe schon öfter Crossgolf gespielt“, erzählt der Fünftklässler, für den Mathe zu den Lieblingsfächern zählt.

Die Schüler der Klasse 5 b sind am Ende der Veranstaltung richtig glücklich. 200 Euro hat der Verkauf der von der Oma einer Schülerin gehäkelten Christbaumanhänger sowie von 85 Tüten mit Weihnachtsplätzchen für die Klassenkasse eingebracht. Gabi Schildhauer meint, dass sie eine tolle Fünfte hat: „Ausnahmslos alle Familien der 18 Schüler haben für uns Plätzchen gebacken“, erzählt sie.

Mit dem Weihnachtsprogramm zum Abschluss öffnen die Sekundarschüler zugleich das fünfte Türchen des lebendigen Adventskalenders in Elster.

Text und Foto: Ute Otto

 

Neue Energie in Listerfehrda 

Gigantische Windräder geplant 

07.12.2019

Die Dresdener VSB plant die Modernisierung des Windparks bei Listerfehrda. 

Warum der Ortsbürgermeister gelassen bleibt.

 

Der Windpark bei Listerfehrda soll in naher Zukunft modernisiert werden. Wie Michaela Hausotte, Verantwortliche für Marketing und Kommunikation der Dresdener VSB Holding GmbH mitteilt, wird damit „eines der bedeutendsten und größten Repowering-Projekte in Sachsen-Anhalt“ umgesetzt. Sie nennt es ein „Leuchtturmprojekt für die Energiewende“ im Land.

17 statt 50

Die derzeit 50 Anlagen im Windpark, der auf Gemarkungen der Städte Zahna-Elster und Jessen steht, sollen durch 17 neue und effizientere Windenergieanlagen vom Typ Vestas V-162 ersetzt werden. Obwohl sich die Zahl der Windräder damit mehr als halbiert, könne an dem Standort sechsmal so viel Strom produziert werden. „Jede Anlage hat eine Nennleistung von 5,6 Megawatt. Die Gesamtleistung liegt damit bei 95,2 Megawatt“, erklärt die Pressesprecherin.

Laut Datenblatt des Herstellers beträgt bei diesem Anlagentyp der Durchmesser des dreiblättrigen Rotors 162 Meter. Die Nabenhöhe kann von 119 bis 166 Meter variieren. Die jetzigen Anlagen in Listerfehrda haben zumeist 78 Meter Nabenhöhe.

Die neuen Anlagen laufen laut Michaele Hausotte leiser als die bisherigen Windräder. Da es weniger sind, könnten diese auch optimaler positioniert werden. Die gegenwärtige Diskussion um den von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geforderten Mindestabstand von 1000 Metern zu Wohngebäuden beeinträchtige das Vorhaben nicht.

„VSB plant alle 17 Windenergieanlagen mit einem Mindestabstand von 1000 Metern“, schreibt Michaela Hausotte. So entspreche es auch den Bestimmungen der Regionalplanung. Mit dem Repowering würde sich eine Verbesserung ergeben: Aktuell stehen einige Anlagen nur 600 Meter von Listerfehrda und Gentha entfernt.

So rechnet auch der Listerfehrdaer Ortsbürgermeister Eckard Kase nicht mit größeren Widerständen der Einwohner. „Die Anlagen stehen nun schon seit fast 20 Jahren, die Leute haben sich daran gewöhnt“, sagt er. Anfangs waren noch mehrere Investoren im Boot. Die ersten sieben Anlagen waren im Frühjahr 2000 ans Netz gegangen. Die Erweiterung scheiterte zunächst an fehlenden Netzkapazitäten. 2003 hatte der Windpark mit der Installation der letzten Anlagen die volle Kapazität erreicht.

Vor der Umsetzung des Repowering-Projektes steht das Genehmigungsverfahren, zu dem auch die öffentliche Auslegung der Unterlagen gehört. „Das sorgt nicht nur für Transparenz, sondern ermöglicht auch eine Diskussion der Beteiligten auf Grundlage von objektiven Informationen“, heißt es dazu vom Unternehmen. Abhängig vom Verlauf des Verfahrens soll 2022/23 gebaut werden.

Rechtzeitig geplant

Überkapazitäten und Unsicherheit auf dem Windenergiesektor haben dazu geführt, dass mehrere Windanlagenhersteller ihre Produktion gedrosselt oder eingestellt haben. Als regional bekannte Beispiele dafür seien Enercon und Ambau genannt.

Die Dresdener sehen ihr Vorhaben davon nicht gefährdet. „VSB ist in intensiver Abstimmung mit dem Anlagenhersteller Vestas und Dank rechtzeitiger Planung können alle Lieferfristen eingehalten werden.“ Bei der Ausweisung von Windparks sind die Städte in Sachsen-Anhalt außen vor. Zuständig ist der jeweilige Regionale Planungsbeirat, er weist die Eignungsgebiete aus. 

Text und Foto: Ute Otto

 

Elektromobilität in Elster 

Bereit für die Stromer 

06.12.2019

Die Schnellladesäule vor dem Rathaus in Elster ist in Betrieb. 

Betrieben wird sie von Envia-M. 

Was sich der Bürgermeister vom Versorger wünscht.

 

Die Stromer können kommen. Seit Donnerstag ist die Schnellladesäule von Envia-M am Netz. Der Energieversorger hat sie über das Bundesförderprogramm Ladeinfrastruktur auf dem Platz vor dem Elsteraner Rathaus installiert. Zwei Hybrid- oder Elektroautos mit dem europäischen Ladestecker-Typ 2 können hier gleichzeitig mit bis zu 22 Kilowatt „betankt“ werden.

Zur offiziellen Übergabe ist Kommunalbetreuer Hartmut Brand mit einem BMW i3 aus Köthen gekommen. Obwohl er die 60 Kilometer locker zurück schaffen würde - die durchschnittliche Reichweite mit vollgeladener Batterie (42 Kilowatt Leistung) wird mit durchschnittlich 170 Kilometern angegeben - stöpselt er das Auto an die Ladesäule an. Er braucht nur die „envia“-Karte an das Display zu halten, und der Stromfluss ist frei geschaltet.

„Es macht Spaß“, sagt Brand, und meint damit sowohl das Fahren als auch das unkomplizierte „Tanken“. Bei den Kosten kann der Kunde an der Säule wählen: 30 Cent pro Kilowattstunde werden fällig oder ein Pauschalbetrag von 9,50 Euro pro Ladevorgang.

Durchschnittlich 4,50 Euro koste die Fahrt mit diesem Elektroauto auf 100 Kilometer. Gegenüber Kraftstoff mache das eine Einsparung von etwa 40 Prozent aus. Aber wie bei Benzin oder Diesel komme es auch hierbei auf die Fahrweise und auf die Bedingungen an. „Wenn es im Sommer heiß ist und die Klimaanlage auf Hochtouren läuft, wird die Batterie natürlich auch schneller leer“, so Brand.

Am Elsteraner Rathaus ist bereits eine Ladesäule installiert, allerdings nur für den Dienstgebrauch der Verwaltung. Testweise ist Bürgermeister Peter Müller (Freie Wähler) schon mit einem Elektroauto gefahren, die Umweltfreundlichkeit hat ihn überzeugt: „Das nächste Dienstfahrzeug, das wir für die Verwaltung anschaffen, wird auf jeden Fall ein Elektrofahrzeug sein“, sagt er. Toll fände es der Bürgermeister, wenn Envia-M dem Beispiel anderer Energieversorger in Deutschland folgen und den Kommunen im Versorgungsgebiet vergünstigte Leasingangebote unterbreiten würde.

Das blaue Schild mit dem Piktogramm, das den Standort der Ladesäule markiert, werde in den nächsten Tagen angebracht. In zehn bis 14 Tagen soll der Standort auch über die App „e-charge+“ in der Karte der rund 2500 Ladepunkte abrufbar sein. Mit der App kann man auch bezahlen, wenn man nicht Kunde der

Envia-M ist. Eine dritte Möglichkeit gibt es, indem man den QR-Code an der Ladesäule scannt. Die eingangs erwähnte „envia“-Karte wird den Kunden bei Abschluss eines Autostrom-Vertrages mit dem Energieversorger ausgehändigt. Das Formular ist unter anderem in dessen Kundenzentrum in der Wittenberger Straße in Jessen erhältlich.

Die zweite Schnellladesäule im Stadtgebiet von Zahna-Elster steht vor dem Edeka-Markt in Zahna. Sie wird von den Stadtwerken Wittenberg betrieben. 

Text und Foto: Ute Otto


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