Dezember 2019

Offene Tür in Elster 

Von wegen nur Lernen an der Sekundarschule! 

07.12.2019

Neugierige können die Sekundarschule Elster erkunden. 

Welche Unterstützer es gibt und was die Schüler besonders mögen.

 

Mit Schlips und Kragen in Schale geworfen hat sich das Empfangskomitee zum Tag der offenen Tür am Donnerstag in der Sekundarschule Elster. Carlo Peschke, Moritz Elias Kraatz und John Lucca Reinhard verteilen am Eingang nicht nur die Handzettel, auf denen ersichtlich ist, was die Gäste in den Räumen und Fluren erwartet, sie werben auch aktiv für die Mitgliedschaft im Schulförderverein.

„Sie unterstützen uns wirklich sehr“, sagt Moritz. Ob Theaterfahrten, Kanu- und Skilager, Technik oder die Prämierung von aktiven Schülern, der Förderverein um Britta Hoffmann habe immer ein offenes Ohr für die Belange der Bildungseinrichtung mit derzeit 223 Schülern.

Das Schulhaus zeigt sich an diesem Nachmittag ganz weihnachtlich. Sogar die Stuhllehnen haben Weihnachtsmann-Kapuzen bekommen. Der Duft von frisch gebackenen Waffeln lockt ins Hauswirtschaftskabinett. Dort überzuckern Felix und Jonas Röcklebe gerade ihre Leckereien. Jonas ist Viertklässler und wird im nächsten Sommer an die Sekundarschule wechseln.

Was ihm sein großer Bruder über die Schule erzähle? „Gar nichts“, sagt Jonas. „Er sitzt immer nur am Schreibtisch und lernt.“ Chemie und Sport sind die Lieblingsfächer des Siebentklässlers, der in der AG Töpferei mitarbeitet. „Dass die Lehrer so nett sind“, gefalle ihm in der Schule besonders.

Ina Fuß unterrichtet an der Schule Deutsch, Biologie und Hauswirtschaft. Sie zeigt die Kräutermappen der Schüler und den ebenfalls im Unterricht angefertigten Tischschmuck. „Theorie mögen die Schüler nicht so, aber die praktischen Sachen machen ihnen immer Spaß“, erzählt die Lehrerin. Im Flur übt sich Fabian Modlich im Golfen. Mario Prell, Crossgolf-Leiter im UHC Elster, hat zwei Ziele zum Einlochen aufgestellt. „Ich habe schon öfter Crossgolf gespielt“, erzählt der Fünftklässler, für den Mathe zu den Lieblingsfächern zählt.

Die Schüler der Klasse 5 b sind am Ende der Veranstaltung richtig glücklich. 200 Euro hat der Verkauf der von der Oma einer Schülerin gehäkelten Christbaumanhänger sowie von 85 Tüten mit Weihnachtsplätzchen für die Klassenkasse eingebracht. Gabi Schildhauer meint, dass sie eine tolle Fünfte hat: „Ausnahmslos alle Familien der 18 Schüler haben für uns Plätzchen gebacken“, erzählt sie.

Mit dem Weihnachtsprogramm zum Abschluss öffnen die Sekundarschüler zugleich das fünfte Türchen des lebendigen Adventskalenders in Elster.

Text und Foto: Ute Otto

 

Neue Energie in Listerfehrda 

Gigantische Windräder geplant 

07.12.2019

Die Dresdener VSB plant die Modernisierung des Windparks bei Listerfehrda. 

Warum der Ortsbürgermeister gelassen bleibt.

 

Der Windpark bei Listerfehrda soll in naher Zukunft modernisiert werden. Wie Michaela Hausotte, Verantwortliche für Marketing und Kommunikation der Dresdener VSB Holding GmbH mitteilt, wird damit „eines der bedeutendsten und größten Repowering-Projekte in Sachsen-Anhalt“ umgesetzt. Sie nennt es ein „Leuchtturmprojekt für die Energiewende“ im Land.

17 statt 50

Die derzeit 50 Anlagen im Windpark, der auf Gemarkungen der Städte Zahna-Elster und Jessen steht, sollen durch 17 neue und effizientere Windenergieanlagen vom Typ Vestas V-162 ersetzt werden. Obwohl sich die Zahl der Windräder damit mehr als halbiert, könne an dem Standort sechsmal so viel Strom produziert werden. „Jede Anlage hat eine Nennleistung von 5,6 Megawatt. Die Gesamtleistung liegt damit bei 95,2 Megawatt“, erklärt die Pressesprecherin.

Laut Datenblatt des Herstellers beträgt bei diesem Anlagentyp der Durchmesser des dreiblättrigen Rotors 162 Meter. Die Nabenhöhe kann von 119 bis 166 Meter variieren. Die jetzigen Anlagen in Listerfehrda haben zumeist 78 Meter Nabenhöhe.

Die neuen Anlagen laufen laut Michaele Hausotte leiser als die bisherigen Windräder. Da es weniger sind, könnten diese auch optimaler positioniert werden. Die gegenwärtige Diskussion um den von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geforderten Mindestabstand von 1000 Metern zu Wohngebäuden beeinträchtige das Vorhaben nicht.

„VSB plant alle 17 Windenergieanlagen mit einem Mindestabstand von 1000 Metern“, schreibt Michaela Hausotte. So entspreche es auch den Bestimmungen der Regionalplanung. Mit dem Repowering würde sich eine Verbesserung ergeben: Aktuell stehen einige Anlagen nur 600 Meter von Listerfehrda und Gentha entfernt.

So rechnet auch der Listerfehrdaer Ortsbürgermeister Eckard Kase nicht mit größeren Widerständen der Einwohner. „Die Anlagen stehen nun schon seit fast 20 Jahren, die Leute haben sich daran gewöhnt“, sagt er. Anfangs waren noch mehrere Investoren im Boot. Die ersten sieben Anlagen waren im Frühjahr 2000 ans Netz gegangen. Die Erweiterung scheiterte zunächst an fehlenden Netzkapazitäten. 2003 hatte der Windpark mit der Installation der letzten Anlagen die volle Kapazität erreicht.

Vor der Umsetzung des Repowering-Projektes steht das Genehmigungsverfahren, zu dem auch die öffentliche Auslegung der Unterlagen gehört. „Das sorgt nicht nur für Transparenz, sondern ermöglicht auch eine Diskussion der Beteiligten auf Grundlage von objektiven Informationen“, heißt es dazu vom Unternehmen. Abhängig vom Verlauf des Verfahrens soll 2022/23 gebaut werden.

Rechtzeitig geplant

Überkapazitäten und Unsicherheit auf dem Windenergiesektor haben dazu geführt, dass mehrere Windanlagenhersteller ihre Produktion gedrosselt oder eingestellt haben. Als regional bekannte Beispiele dafür seien Enercon und Ambau genannt.

Die Dresdener sehen ihr Vorhaben davon nicht gefährdet. „VSB ist in intensiver Abstimmung mit dem Anlagenhersteller Vestas und Dank rechtzeitiger Planung können alle Lieferfristen eingehalten werden.“ Bei der Ausweisung von Windparks sind die Städte in Sachsen-Anhalt außen vor. Zuständig ist der jeweilige Regionale Planungsbeirat, er weist die Eignungsgebiete aus. 

Text und Foto: Ute Otto

 

Elektromobilität in Elster 

Bereit für die Stromer 

06.12.2019

Die Schnellladesäule vor dem Rathaus in Elster ist in Betrieb. 

Betrieben wird sie von Envia-M. 

Was sich der Bürgermeister vom Versorger wünscht.

 

Die Stromer können kommen. Seit Donnerstag ist die Schnellladesäule von Envia-M am Netz. Der Energieversorger hat sie über das Bundesförderprogramm Ladeinfrastruktur auf dem Platz vor dem Elsteraner Rathaus installiert. Zwei Hybrid- oder Elektroautos mit dem europäischen Ladestecker-Typ 2 können hier gleichzeitig mit bis zu 22 Kilowatt „betankt“ werden.

Zur offiziellen Übergabe ist Kommunalbetreuer Hartmut Brand mit einem BMW i3 aus Köthen gekommen. Obwohl er die 60 Kilometer locker zurück schaffen würde - die durchschnittliche Reichweite mit vollgeladener Batterie (42 Kilowatt Leistung) wird mit durchschnittlich 170 Kilometern angegeben - stöpselt er das Auto an die Ladesäule an. Er braucht nur die „envia“-Karte an das Display zu halten, und der Stromfluss ist frei geschaltet.

„Es macht Spaß“, sagt Brand, und meint damit sowohl das Fahren als auch das unkomplizierte „Tanken“. Bei den Kosten kann der Kunde an der Säule wählen: 30 Cent pro Kilowattstunde werden fällig oder ein Pauschalbetrag von 9,50 Euro pro Ladevorgang.

Durchschnittlich 4,50 Euro koste die Fahrt mit diesem Elektroauto auf 100 Kilometer. Gegenüber Kraftstoff mache das eine Einsparung von etwa 40 Prozent aus. Aber wie bei Benzin oder Diesel komme es auch hierbei auf die Fahrweise und auf die Bedingungen an. „Wenn es im Sommer heiß ist und die Klimaanlage auf Hochtouren läuft, wird die Batterie natürlich auch schneller leer“, so Brand.

Am Elsteraner Rathaus ist bereits eine Ladesäule installiert, allerdings nur für den Dienstgebrauch der Verwaltung. Testweise ist Bürgermeister Peter Müller (Freie Wähler) schon mit einem Elektroauto gefahren, die Umweltfreundlichkeit hat ihn überzeugt: „Das nächste Dienstfahrzeug, das wir für die Verwaltung anschaffen, wird auf jeden Fall ein Elektrofahrzeug sein“, sagt er. Toll fände es der Bürgermeister, wenn Envia-M dem Beispiel anderer Energieversorger in Deutschland folgen und den Kommunen im Versorgungsgebiet vergünstigte Leasingangebote unterbreiten würde.

Das blaue Schild mit dem Piktogramm, das den Standort der Ladesäule markiert, werde in den nächsten Tagen angebracht. In zehn bis 14 Tagen soll der Standort auch über die App „e-charge+“ in der Karte der rund 2500 Ladepunkte abrufbar sein. Mit der App kann man auch bezahlen, wenn man nicht Kunde der

Envia-M ist. Eine dritte Möglichkeit gibt es, indem man den QR-Code an der Ladesäule scannt. Die eingangs erwähnte „envia“-Karte wird den Kunden bei Abschluss eines Autostrom-Vertrages mit dem Energieversorger ausgehändigt. Das Formular ist unter anderem in dessen Kundenzentrum in der Wittenberger Straße in Jessen erhältlich.

Die zweite Schnellladesäule im Stadtgebiet von Zahna-Elster steht vor dem Edeka-Markt in Zahna. Sie wird von den Stadtwerken Wittenberg betrieben. 

Text und Foto: Ute Otto


nach oben