August 2016

Kinderkleider- und Spielzeugbörse Elster

Premiere für Chefinnen-Duo
29.08.2016

Vorfreude macht sich beim Team der Kinderkleider-und Spielzeugbörse in Elster langsam breit. Am 17.September öffnet sich um 8 Uhr die Tür des „Elsterland“-Saales zur größten, nunmehr 21. Veranstaltung dieser Art im Landkreis Wittenberg. Vier Stunden läuft dann der Verkauf, ehe nicht veräußerte Ware wieder in die entsprechenden Körbe verpackt und an die jeweiligen Händler zurückgegeben wird. Die Kunden werden feststellen: Es hat sich im Vergleich zu den vergangenen Börsen nichts verändert. Und das ist so gewollt. Denn das neue Führungsduo Peggy Wollschläger (seit der sechsten Börse dabei) und Annika Horbach (kennt die Börse von Beginn an) sieht keinen Grund, etwas anders zu machen als ihre Vorgängerinnen. Sigrun Horbach und Ivonne Kaiser haben ihre Nachfolgerinnen umfangreich informiert, stehen ihnen weiterhin mit Rat und Tat zur Seite und bleiben Mitstreiter der Kleiderbörse. Entsprechend gelassen gehen die neuen Chefs an die Vorbereitung. Peggy Wollschläger bekennt allerdings, etwas Bammel zu haben. Jedoch nicht vor der Börse an sich, sondern vor ihrer ersten Ansprache auf einer Teamversammlung. 20 Frauen sowie fünf Kinder und Jugendliche werden dabei sein. „Vor so vielen Leuten zu reden, bin ich nicht gewöhnt.“ Aber auch diese Hürde wird sie nehmen, schließlich kennt sie alle lange genug und weiß sich Rat, ihre Nervosität etwas zu dämpfen.
Wie gesagt, an dem Erfolgskonzept der Vorgängerinnen wollen die neuen Verantwortlichen nichts ändern. Können sie eigentlich auch nicht, zumindest nicht im Alleingang. Denn alles muss gemeinsam mit den Mitstreitern diskutiert werden. Findet ein Vorschlag eine Mehrheit, wird er umgesetzt. Wenn nicht, dann nicht. So einfach bzw. so kompliziert ist das. Meist, so wissen die beiden Frauen zu berichten, wird über eventuelle Änderungen im Ablauf oder ähnliches sowieso immer bei der Auswertung der zurückliegenden Veranstaltung befunden. Dann sind alle Eindrücke frisch, istnoch nichts in Vergessenheit geraten. Trotzdem, eine Neuheit gibt es schon: Peggy Wollschläger und Annika Horbach werden nicht wie ihre Vorgängerinnen an der Kasse stehen, sondern am 7. September andere Aufgaben übernehmen. Sie haben jemanden gefunden, der die Kassierung übernimmt.
Allerdings gibt es zwei Aufgaben, an die sie mit etwas Bauchgrummeln gehen. Die eine ist die Nummernvergabe. Und die andere die Annahme der Ware am Freitagnachmittag. Bei letzterer werden die Verkäufer gebeten, sich in einer Reihe anzustellen und Geduld zu haben. Entsteht hier Hektik,kann dies zu Fehlern führen - und das wollen die zwei Frauen unbedingt verhindern. Deshalb haben sie sich diesen Part bei der 20. Börse gut angesehen. Sie sind überzeugt, dass sich alles erst einspielen muss und wird. Anderen Teammitgliedern die Sachen-Annahme zu übertragen, wäre nicht gut, denn nur die beiden Chefinnen wissen genau, was bei der Nummernvergabe vereinbart wurde.
Peggy Wollschläger und Annika Hornbach haben auch schon geklärt, wohin Textil- und sonstige Spenden gehen: An die Kleiderstube Annaburg, für die Pfarrerin Viola Hendgen zuständig ist. Im Frühjahr gingen sie auf die weite Reise nach Sumy in die Ukraine.

Foto: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

Text: Boris Canje

 

10. Schifferfest Elster

Spaß am Super-Sommertag

27.08.2016

Die Elsteraner hält anscheinend so schnell nichts davon ab, ihr Schifferfest zu besuchen. Es gab schon fast alles - Sturm, Regen, Kühle und diesmal große Hitze. Es fehlen eigentlich nur noch Schnee oder Hagel, aber die müssen auch nicht sein.

Zu Beginn der Veranstaltung war die Elbpromenade noch recht dürftig besetzt. Mehrere große und kleinere Grüppchen hatten es sich dort bequem gemacht, wo es zumindest etwas Schatten gab. Später sah das dann anders aus, denn selbst alle verfügbaren Sonnenschirme reichten nicht aus. Aber wie gesagt, die Elsteraner sind da hart im Nehmen.

Stimmungsbarometer in Elster steigt rasch

Eröffnet wurde das Fest von der 19. Miss Elbenixe Sandra Hahn und der Heimatvereinsvorsitzenden Sabine John. Und sie begrüßten weit gereiste Gäste, Besuch aus der Partnergemeinde Kaltenbach im Zillertal (Österreich) mit dem dortigen Bürgermeister Klaus Gasteier an der Spitze.

Bauarbeiter unter Hochdruck gearbeitet

Die Bauarbeiter haben Wort gehalten, rechtzeitig zum Schifferfest waren die Elbpromenade in Elster sowie der Platz am Schiffsanleger nach den Hochwasserschutz-Arbeiten fertig geworden. Mehrfach war von Besuchern Lob über die Gestaltung zu hören. Die Bauarbeiter der beteiligten Firmen hatten in den vergangenen Wochen unter Hochdruck gewirkt, damit sich Elster feiergerecht zeigen konnte. Der gesamte Ort wurde in den vergangenen Jahren mit Hochwasserschutzanlagen versehen.

Auch der Gedenkstein zur Erinnerung an den Elbübergang der Schlesischen Armee im Oktober 1813 vor der Schlacht bei Wartenberg hat wieder seinen Platz zwischen der Gaststätte „Zum Anker“ und dem Fähranleger.

Sogar einige Radwanderer nutzten das Fest zu einer kleinen Rast. Die Elbaue-Musikanten gestalteten den Auftakt. Einige Gäste bekannten sich dazu, Fans von ihnen zu sein. So stieg die Stimmung ziemlich schnell. Bald gab es auch die ersten Tanzpaare. Aber zumindest hier war die Hitze offensichtlich eine Spaßbremse, denn es blieb immer eine überschaubare Anzahl.

Zwischendurch tobte eine heftige Windböe. Der Pavillon, unter dem die Musiker Platz genommen hatten, hob ab und eine Hälfte landete auf einer unmittelbar dahinter stehenden Garage. Versuche, das Ganze wieder aufzustellen, scheiterten schließlich. Einige Teile waren gar zu sehr verbogen. Da musste eben ohne ein schützendes Dach weiter gespielt werden.

Ein Chor-Auftritt ist mittlerweile zu einem unverzichtbaren Schifferfest-Programmpunkt geworden. Diesmal war es ein stimmgewaltiger Klangkörper aus den vier Ensembles: Gemischter Chor Elster, Schweinitzer Männerchor, Sangesfreunde Listerfehrda sowie Echo

Chor aus Elster. Dass dabei maritimes Liedgut zu Gehör gebracht wurde, versteht sich angesichts des Anlasses fast von selbst.

Bunte Angebotspalette zum 10. Schifferfest

Natürlich war auch an die jüngsten Besucher gedacht. Sie hatten die Qual der Wahl: Hüpfburg, Malen oder Freifahrten auf dem Karussell. Vermutlich werden die meisten alles genutzt haben und ein leckeres Eis gab es noch dazu. Aber es lockte auch eine Novität, der Kinder-Flohmarkt. Dessen Organisatorin Sigrun Horbach war mit der Resonanz zufrieden.

Sieben Tische waren besetzt. Einige Mädchen und Jungen trugen ihre neuen Errungenschaften stolz nach Hause. Und die Anbieter von zumeist Spielsachen waren ebenfalls zufrieden. „Wir werden wohl im nächsten Jahr wieder einen Flohmarkt veranstalten, vielleicht mit noch mehr Anbietern und einem günstigeren Platz“, so die Organisatorin.

Am frühen Abend brachte dann die Band „adoxa boreal“ die Stimmung auf der Elbpromenade zum Kochen. Dazu gab es zu späterer Stunde noch ein Bootskorso, gestaltet von Mitgliedern des Elsteraner Kanuvereins „Harmonie“, sowie ein Feuerwerk. Zum Abschluss konnte festgestellt werden: Es war ein gelungenes zehntes Schifferfest auf der Elsteraner Elbpromenade.

Text und Fotos: Boris Canje

 

20. Miss Elbenixe

Biologie-Studentin gekürt
27.08.2016

Nun ist das große Geheimnisgelüftet, 20 .Miss Elbenixe ist die 19-jährige Henrike Tietz aus Elster. Tietz - so wird sich manch einer fragen, gab es das nicht schon einmal. Richtig, vor drei Jahren war es Katharina Tietz, die diesen Titel trug und nun ist es ihre jüngere Schwester. Damals hatte Vater Carsten zu Silke Wolter, die beim Elsteraner Heimatverein für die Auswahl der Elbenixen verantwortlich zeichnet, gesagt: „ Ich habe noch eineTochter und sie kann das dann in drei Jahren als 20. machen.“ Wer Silke Wolter kennt, weiß, dass sie so etwas nicht vergisst. Also griff sie im Juni zum Telefon und fragte bei Henrike an, ob sie sich das vorstellen könnte, und die Biologie-Studentin im dritten Semester stimmte zu, war sogar begeistert.
Hoheitsvoll, wie es sich für eine Miss Elbenixe gehört, fuhr sie am Sonnabend an der Elbpromenade beim zehnten Schifferfest in Elsterv or. Nein, natürlich nicht im Cabrio oder einer Kutsche. Schließlich liegt Elster an der Elbe, also musste es ein Wasserfahrzeug sein. Ein ganz besonders, sagten sich die Motorbootsportler und bastelten gemeinsam mit einigen Freunden ein Floß. Darauf wurde ein Sessel befestigt und dahinter ein mit Grün geschmückter Bogen montiert. So ganz einerlei war es der jungen Elsteranerin nicht, auf das Gefährt zu steigen. Aber sie bekam eine sechs Mann starke,schwimmende Eskorte und wurde sicher an den Fähranleger gebracht. Dort erwarteten sie Bürgermeister Peter Müller und Ortsbürgermeister Wolfgang Fröbe (beide Freie Wähler). Sie halfen Henrike Tietz über ein schwankendes Brett und die anschließenden Steine auf den Anleger. Dort gab es die nächste Überraschung, elf ihrer Vorgängerinnen hatten es sich nicht nehmen lassen, für die Jubiläums-Elbenixe ein Spalier zu bilden. Einige der unmittelbaren Vorgängerin
nen, darunter ihre Schwester, sogar in ihrem „Dienstkleid“. Die acht fehlenden Ex-Hoheiten mussten sichaus ganz unterschiedlichen Gründen leider entschuldigen lassen, hätten ihrer Nachfolgerinnen aber sicher auch gern ihre Aufwartung gemacht.
Henrike Tietz hat sich für ein recht schlichtes Kleid entschieden. Das Oberteil weiß, der Rest blau, ohne jeden Schnickschnack. Vervollständigt wurde das Erscheinungsbild durch ihre Amtsinsignien: eine Kette, die ihr Peter Müller umlegte, sowie die blau-weiße Schärpe, die sie von Wolfgang Fröbe überreicht bekam. Traditionell gibt es obendrein ein riesiges Weinglas, welches Henrike Tietz nun immer als Beweis dafür vorweisen kann, die 20. Elbenixe zu sein beziehungsweise nach Ablauf ihrer einjährigen Amtszeit - gewesen zu sein. Überreicht wurde es von der Heimatvereinsvorsitzenden Sabine John. Auch Sandra Hahn, die 19. Miss Elbenixe, gratulierte. Ihr Part war es, den hübschen Blumenstrauß zu überreichen. Danach ging es zum ersten Fototermin an das Ufer der Elbe.
Und anschließend mussten erst einmal jede Menge Hände geschüttelt werden. Viele wollten gratulieren. Immer in der Nähe ihre stolze Schwester. Für Henrike Tietz beginnt damit eine sicherlich interessante Zeit mit vielen Repräsentations-Terminen, bei denen sie ihren Heimatort würdig vertreten möchte. Und darauf freut sie sich nach eigenem Bekunden schon riesig. Von der anstehenden Kürung verraten hat sie im Vorfeld nur ihren Eltern etwas. Vor allen anderen hat sie geschwiegen. Das war zu Beginn nicht leicht, wurde aber, je näher der Termin rückte, immer einfacher, erzählte sie. Auch ihrer Schwester gegenüber. Sie hat es erst wenige Stunden vor dem Fest erfahren, sei darüber kurz pikiert gewesen, habe sich dann aber sehr gefreut. Und die Eltern sind stolz auf ihre nun zwei Elbenixen.


Text: Boris Canje

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Areal der Likörfabrik Zahna

Neues Leben zieht in Hallen ein

22.08.2016

Genau ein Jahr nach dem endgültigen Aus der Likörfabrik Zahna zieht wieder Leben in die Hallen ein. Als das Objekt im Internet zum Kauf angeboten wurde, unterbreitete Mario Letz nach reiflicher Überlegung ein Angebot. Nun beschäftigt sich ein Notar mit dem Vorgang.

Letz, Geschäftsführer des gleichnamigen Möbelunternehmens aus Elster, möchte aus der ehemaligen Likörfabrik Zahna das Zentrallager der Möbel Letz GmbH machen. Schon ab dem 26. September sollen alle Lieferanten diese Adresse ansteuern. Mit einer Grundstücksfläche von 128.000 Quadratmetern, wobei 22.000 Quadratmeter Nutzfläche sind, weist das Areal reichlich Potenzial für diese Zwecke auf und ist auf lange Sicht gesehen erweiterungsfähig. Zugleich bietet es Möbel-Letz die Gelegenheit, sich von kleineren Außenlagern wie dem in Jessen zu trennen.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte Möbel-Letz unabhängig vom nun getätigten Kauf einige der ehemaligen Arbeiter der Likörfabrik übernommen und so eine neue berufliche Chance geboten. Diesen Weg würde Mario Letz gern fortsetzen. „Wir suchen Mitstreiter, die sich in dem Objekt in Zahna bescheid wissen, die unter anderem Kenntnisse über die dort verlegte Elektroanlage besitzen“, betont er.

Wer dieses Wissen und Interesse an einer Beschäftigung hat, könne sich jederzeit mit ihm und dem Unternehmen Möbel Letz in Verbindung setzen, so der Unternehmer weiter. Ein Jobangebot offeriert Möbel-Letz aber auch jedem anderen, der sich beruflich neu orientieren möchte. Das Unternehmen boomt, womit zwangsläufig auch der Bedarf an Mitarbeitern steigt. Stetig gesucht werden unter anderem Lkw-Fahrer, ganz gleich ob sie regional oder überregional zum Einsatz kommen möchten.

Das Problem dabei ist allerdings, dass immer weniger Menschen einen entsprechenden Führerschein vorweisen können. War das Ablegen der Lkw-Schein-Prüfung in vergangenen Zeiten etwa durch die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) oder eine Beschäftigung in der Landwirtschaft einfach zu erreichen, so muss für die entsprechende Fahrerlaubnis heute viel Geld auf den Tisch gelegt werden. „Ich wünsche mir in diesem Punkt deutlich mehr Hilfe und Unterstützung vom Staat, sprich den Arbeitsagenturen“, sagt Letz. Ein aktives Eingreifen der Behörde würde die Wirtschaft fördern und zugleich die Zahl der Arbeitssuchenden weiter minimieren.

 

Text: Sven Gückel

Foto: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Dorffest in Dietrichsdorf

Mit 45 Torten und Kuchen zum Fest

21.08.2016

Diesmal hat das Wetter beim Dietrichsdorfer Dorffest mitgespielt, wenn man von einigen Windböen absieht. Das machte sich auch gleich in der Besucherzahl bemerkbar. Etwa 400 sollen es gewesen sein, war von Sabine Schmidt vom Heimatverein zu erfahren. Darunter waren sehr viele junge Familien mit ihren Kindern. Den Auftakt, das hat schon Tradition, gestalteten die Dietrichsdorfer Jagdhornbläser. Natürlich wurde es nicht bei Jagdsignalen belassen, waren auch andere Kompositionen zu hören, die durchaus mit Jagdhörnern interpretiert werden können.

Ortsbürgermeisterin Bianca Wolf hatte zu diesem Fest allerhand zu berichten über das zurückliegende Jahr. Die Kreisstraße wurde saniert, die Grünanlagen in einen ansehenswerten Zustand versetzt, ebenso das Buswartehäuschen. Eigentlich, so Bianca Wolf, bleibe nur noch ein größeres Vorhaben, die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses, in dem auch die Kindertagesstätte „Lebendiges Dietrichsdorf“ ihr Domizil hat.

Das der Ort wirklich lebendig ist, zeigte das Dorffest. Ein großer Teil der Plätze war schon besetzt, ehe es offiziell losging. Diese wurden eigentlich nur verlassen, um nach der Musik des Blasorchesters Wittenberg zu tanzen. Unterbrochen wurden die Musiker von René Beschnitt. Er hatte Witze, Akkordeon und Trompete sowie auch ein Alphorn mitgebracht.

45 Torten und Kuchen zum Fest gebacken

Während sich die Erwachsenen auf das Programm konzentrierten, oder sich mit Kaffee und Kuchen - von den Dietrichsdorferinnen wurden übrigens 45 Torten und Kuchen zum Fest gebacken - versorgten, hatten auch die Kinder allerhand zu tun. Da gab es die verschiedensten Spiele und der Jugendklub „Zuflucht“ aus Elster hatte Hamsterrolle, Stelzen, Skateboards und Pedalos mitgebracht. Hier konnte auch gemalt werden. Nicht zu vergessen die große Hüpfburg. Auch Go-Karts aus Klöden waren wieder dabei. Gäste haben sich wieder beim Schießen und Kegeln versucht. Und das Jugendrotkreuz war mit einem Informationsstand vertreten.

Text: Boris Canje

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Nach Unfall erfolgt Wiederaufbau

19.08.2016

Fleißig gebaut wird auf dem Grundstück von Helgard Küchler in Listerfehrda. Die bei einem Verkehrsunfall vor einigen Monaten arg in Mitleidenschaft gezogene Garage wurde bereits abgerissen, die neue entsteht derzeit. Die Versicherung habe schnell gearbeitet, erzählt die Listerfehrdaerin. Zunächst habe ein Sachverständiger ein Gutachten erarbeitet, dann sei das Geld überwiesen worden. Etwas länger habe es dann gedauert, Maurer zu finden. Nun stehen die Wände und derzeit wird am Dach gebaut. Bei dem Unfall damals hatte Helgard Küchler großes Glück gehabt. Nur wenige Zentimeterweiter nach rechts und der Verursacher wäre gegen die Wand ihres Schlafzimmers gefahren. Die Situation in Listerfehrda ist aufgrund der vielen Fahrzeuge, die auf der Bundesstraße 187 unterwegs sind, für Einwohner unbefriedigend. Fast alle Grundstücke entlang der Bundesstraße, insbesondere jene in der S-Kurve, waren schon von Unfallfolgen betroffen, weiß Jürgen Witzke zu berichten. Er setzt sich seit längerem für weitere Maßnahmen ein, um die Geschwindigkeit zu verringern. Wie Ortsbürgermeister Eckhard Kase auch, fordert er eine Ampel im Ort, auch um den Kindern einen sicheren Überweg zum Schulbus zu schaffen.

 

Text und Fotos: Boris Canje

 

Sekundarschule Elster

Sicherheit an und im Bus

17.08.2016

Es geht um die Sicherheit. Zu Beginn eines jeden Schuljahrs wird für die Fünftklässler an der Sekundarschule Elster eine Busschulung durchgeführt. Der Aufwand, den die Jessener Personenverkehrsgesellschaft Thier hierfür betreibt, ist nicht gering. Immer hin kommt Tommy Thier, im Reisebüro des Unternehmens tätig, mit dem Disponenten Andreas Hünl sowie zwei Busfahrern samt ihren Fahrzeugen nach Elster. Bereits das dritteJahr in Folge wird das so gehalten.

Ohne Hast und Drängelei

Zunächst jedoch erklärt Lehrerin Heike Stahl, die seitens der Bildungseinrichtung für den Schulbusverkehr zuständig ist, den Mädchen und Jungen, wie sie sich vor dem Einsteigen in die Fahrzeuge zu verhalten haben. Ehe der Schulhof verlassen wird, heißt es sich anstellen und je nach Aufruf dann zu den Bussen zu gehen,ohne Hast und vor allem ohne Drängelei.Busbegleiter und Lehrer sorgen hier Hand in Hand dafür, dass alles ruhig verläuft. Im Bus sollen die Mitfahrenden nicht nur den Fahrer grüßen, sondern auch ihren Schülerfahrschein vorzeigen. Dann geht es ruhig weiter. Dabei, so wurde ihnen erklärt, sei es gut, wenn zunächst die Plätze hinten besetzt werden. Das verhindere Drängelei und Streit um die Plätze. Die Ranzen, so erläutert es ihnen Andreas Hünl, sollen unter den Sitz gestellt oder mit den Beinen eingeklemmt werden. Der Knopf, mit dem signalisiert wird, dass man aussteigen will, kann schon kurz nach dem Verlassen der vorherigen Haltestelle gedrückt werden. Dann wieder setzen, bis der Bus hält. Und der Bereich der Türen sollte immer frei bleiben,weil hier eineLichtschranke das Schließen frei gibt. Um Sicherheit ging es auch beim zweiten Bus. Hier war ein Bereich neben der vorderen Tür mit Flatterband markiert worden. Zum Erstaunen der Kinder, einige durften auf dem Fahrersitz Platz nehmen und in die Spiegel gucken, verschwinden hier alle anderen Kinder im Toten Winkel, sind im Spiegel nicht zu sehen. Mit einem Gerät zum Türschließkraftmessen zeigt Tommy Thier anschaulich, dass die Angst, eingeklemmt zu werden, unbegründet ist. Selbst die Mädchen schafften höhere Werte beim zusammendrücken als die Tür. Ein ganz Mutiger durfte auch den Arm dazwischen halten und verspürte keinen Schmerz, sagte er.

Unangekündigt scharfgebremst

Am Eindrucksvollsten war sicherlich eine kurze Fahrt durch den Ort. Zunächst gab es dabei zwei Bremsungen, die Tommy Thier den Schüler ansagte, dann zwei unangekündigte. Da merkten alle Kinder, dass es schon Sinn macht, sich immer ordentlich festzuhalten. Und die Schüler wissen nun, dass es ratsam ist, die Ranzen nicht in den Gang zu stellen. Bei einer Notbremsung bei einem Tempo von 50 Kilometern pro Stunde schießt jener nämlich von hinten bis ganz nach vorne.
Die Erfahrungen vonTommy Thier und seiner Mannschaftzeigen, dass solche Schulungen durchaus hilfreich sind. „An den Grundschulen haben wir ein Befolgen unserer Hinweise festgestellt.“  Ähnlich ist es bei den Fünftklässlern. Allerdings neigen jene dazu, ihr diesbezügliches Wissen in den höheren Klassen zu vergessen. „Aber die Busfahrer kennen ihre Pappenheimer“, so Tommy Thier.


Text und Fotos: Boris Canje

 

Sommerferien im Jugendclub „Zuflucht“ Elster

Täglich ein Höhepunkt

15.08.2016

Ereignisreiche Tage liegen hinter den Mädchen und Jungen, die in den Sommerferien den Jugendklub „Zuflucht“ in Elster besuchten. Jede Woche gab es einen besonderen Höhepunkt, aber auch an den übrigen Tagen herrschte alles andere als Langeweile.

Essenversorgung gesichert

Bei den vielen Erlebnissen und dem ausgiebigen Toben wurden die Mädchen und Jungen natürlich auch hungrig. Deshalb begann in den Sommerferien der Tag jedes Mal mit einem gemeinsamen Frühstück. Es wurde auch Mittagessen gekocht und es gab Kakao oder Saft am Nachmittag. Zwischendurch griffen die Kinder häufig bei Gurkenscheiben, Möhren und Äpfeln zu. Möglich war das auch dank entsprechender Spenden einiger Eltern. Ab und an gab es Eis. Aber viel Zeit nahm man sich nicht dafür, schließlich ging das muntere Treiben weiter und keiner wollte etwas versäumen.

Am schönsten war es natürlich, wenn die Sonne schien und Wärme verbreitete. Da gab es regelrechte Schlachten mit Wasserbomben, und man konnte über eine entsprechende Folie, die reichlich nass gemacht wurde, rutschen oder es wurde einfach in den kleinen Pool gesprungen. Trocken überstand das Treiben keiner. War aber auch nicht schlimm, denn jeder hatte seine Wechselsachen im Klub und die feuchte Wäsche konnte bis zum nächsten Tag trocknen.

Spielmobil sehr beliebt

Großer Trubel herrschte natürlich, wenn das Spielmobil aus Wittenberg am Jugendklub Station machte. Die verschiedensten ungewöhnlichen Gefährte wurden dann erprobt, was sich als nicht immer leicht herausstellte. Freilich ließen es sich die Jugendklub-Nutzer auch nicht nehmen, zum Tag der offenen Tür dem neuen Rathaus in Elster einen Besuch abzustatten. Selbstverständlich mit einem Geschenk. Die Buchstaben für das Wort „Elster“ wurden als Fotocollage gestaltet mit Bildern aus dem Leben im Jugendklub.

Mit der Eisenbahn ging es nach Wittenberg. Dort stand zunächst ein Besuch bei der Polizei auf dem Programm. Vieles war zu entdecken, sogar Handschellen konnten die Mädchen und Jungen sich aus der Nähe ansehen. Stolz waren dann alle, als sie in einem Streifenwagen Platz nehmen durften. Nach dem Besuch im Revier hieß es bei einem kleinen Stadtrundgang: Unterwegs auf Luthers Spuren. Das letzte Tagesziel war der Spielplatz neben dem Luthergarten, von dem man sich am liebsten gar nicht verabschiedet hätte.

Virtuelle Reise unternommen

Eine Reise in ein fernes Land stand ebenfalls auf dem Plan der Sommerferien. Allerdings nur virtuell. Ägypten war das Ziel. Alle staunten über die Ausmaße der Pyramiden und darüber, wie das alles mit der damaligen Technik geschafft worden war. Zu sehen bekamen die Jugendlichen aber auch einige Tempelanlagen und andere historische Gebäude. Natürlich spielte ebenfalls der Nil immer wieder eine Rolle.

Am emotionalsten war allerdings der Besuch der Elsteraner Feuerwehr, genauer der Jugendfeuerwehr. Dieser fand nämlich in Form einer Übung statt: Der gesamte Klub wurde in Nebel gehüllt, der es dem Feuerwehr-Nachwuchs nicht leicht machte, in die einzelnen Räume zu gelangen. Aber da spielte die Ortskenntnis den jungen Kameraden in die Hände, schließlich gehören einige von der Löschtruppe zu den regelmäßigen Klub-Besuchern.

Einladung nach Zemnick

Jedoch gab es auch einen nicht geplanten Höhepunkt. Die Familie des kleinen Felix lud die gesamte Truppe nach Zemnick ein. Dort durften Pferde und ein Fohlen gestreichelt werden. Vor allem die Mädchen wären gern dort geblieben. Auch Hund Benny und eine kleine, vermutlich ausgesetzte Katze fanden ihre Liebhaber. Der anschließende Besuch des Spielplatzes fiel relativ kurz aus, denn es setzte kräftiger Regen ein. Also hieß es, zurück in den Klub.

Inzwischen hat die Schule wieder begonnen. Aber im Oktober steht die nächste unterrichtsfreie Zeit an und dann heißt es wieder: „Im Jugendklub Elster gibt es alles, nur keine Langeweile.“

 

Text: Boris Canje

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Grundschule Elbkinderland Elster

Abc-Schützen gut vorbereitet

13.08.2016

Für 20 Mädchen und Jungen ging am Sonnabend ein Traum in Erfüllung, der sie sicherlich in den Wochen zuvor intensiv bewegt hat. Sie sind nun Schüler, wollen lesen, schreiben, rechnen und vieles mehr lernen. Entsprechend groß war die Aufregung vor, während und nach der Einschulungsfeier an der Grundschule „Elbkinderland“ in Elster.

Ein dickes Dankeschön richtete Schulleiterin Yvonne Höhne an all jene, welche die Einschulungsfeier mit vorbereitet hatten. Neben den Lehrkräften und den Schülern der dritten und vierten Klasse waren dies insbesondere die Reinigungskraft und der Hausmeister. Noch eine Woche zuvor war das Atrium nämlich vollgestellt mit Tischen, Stühlen und Schränken aus allen Unterrichtsräumen, erklärte Yvonne Höhne. Der Grund dafür war eine ursprünglich vorgesehene Flutsanierungsmaßnahme, die dann aber ins nächste Jahr verschoben werden musste. Nun sei erst mal wieder alles an seinem Platz und die Klassenzimmer frisch geputzt. Davon konnten sich die Eltern im Anschluss an die Einschulungsfeier überzeugen.

Stolz trugen sie ihre Ranzen auf dem Rücken und waren gespannt, was sie erwartete. Die Eltern hatten schon im Atrium Platz genommen, als sich die Tür zum Hof öffnete, die Abc-Schützen gemeinsam herein kamen und, wie es sich für die Hauptpersonen des Tages gehört, in der ersten Reihe ihre Stühle fanden. Die Ranzen wurden natürlich abgenommen. Nun konnte die große Feier beginnen.

Wie es im „Elbkinderland“ Tradition ist, wurden die neuen Mitschüler von jenen begrüßt, die ab dem neuen Unterrichtsjahr zur dritten und vierten Klasse gehören. Sie stellten mit Liedern und Gedichten den Schulalltag vor. Gespannt verfolgten die Neulinge das Geschehen. Sie zeigten sich gut vorbereitet, wussten genau, dass eine Frage nicht einfach beantwortet wird, sondern dass man sich vorher meldet. Auch den Buchstaben „M“ hatten mehrere auf Anhieb erkannt. Und beim anschließenden „Lied über mich“ wurde aus allen Kindern ein großer Chor, denn die nunmehrigen Erstklässler sangen eifrig mit.

Dass die neuen Mädchen und Jungen von Schulleiterin Yvonne Höhne begrüßt wurden, versteht sich von selbst. Sie erinnerte die Eltern und Großeltern daran, dass ihr Kind beziehungsweise ihr Enkel von Geburt an gelernt hat. Das Hören, Sehen, Sprechen, Riechen, Schmecken gehören ebenso dazu wie Spüren, Sitzen, sich Aufrichten und Gehen. „Am meisten lernen die Kinder beim Spielen mit und von anderen Kindern“, erklärte Yvonne Höhne. Sie behauptete ebenfalls, dass alle Kinder gern lernen. Doch dazu bedürfe es bestimmter Voraussetzungen, die aber nicht in zusätzlichem Üben oder zusätzlicher Lernförderung lägen. Die Erstklässler seien wie Schwämme, die Neues aufsaugen, die lernen wollen. Aber Kinder seien auch verschieden und jedes lerne in seinem eigenen Tempo.

Nun wurden die Mädchen und Jungen gruppenweise auf die Bühne im Atrium gebeten, sie wurden offiziell in die Grundschule „Elbkinderland“ aufgenommen, bekamen eine gebastelte Blumenmedaille umgehängt und durften wieder Platz nehmen. So manch einer dürfte sich da sicher gesagt haben: „Dass kann aber wohl nicht alles gewesen sein. Es fehlt doch noch die Zuckertüte.“ Von einer solchen war allerdings weit und breit nichts zu sehen.

Dann geleitete man die Abc-Schützen auch schon nach draußen. Hier hellten sich eventuell lang gewordene Gesichter ganz schnell wieder auf. Eine Bank und mehrere Stühle im Grünen wurden sichtbar und darauf lagen die prall gefüllten, bunten Behältnisse. Jeder bekam seine Zuckertüte und nahm dort Platz, wo sie zuvor gelegen hatte. Dabei wurde eifrig fotografiert, wie man es aus dem Fernsehen von Staatsempfängen oder von großen Sportveranstaltungen kennt.

Anschließend ging es nach Hause, wo in den Familien weiter gefeiert wurde. Den Ranzen trugen die Mädchen und Jungen wieder selbst. Die Zuckertüte wurde meist den Vätern übergeben, waren einige Exemplare doch größer als ihre jungen Besitzer. Deren Inhalt nahmen sie erst zu Hause in Augenschein, und dort gab es bestimmt auch das eine oder andere Geschenk von den Gästen der privaten  Feier obendrauf.

Text: Boris Canje

Fotos: Boris Canje und Heiko Tritschler

 

Sanierung 200.000 Euro für Kirchengelände in Elster

12.08.2016

Gut 200.000 Euro werden im Laufe des verbleibenden Jahres in Erhaltungsmaßnahmen auf dem Kirchengelände in Elster investiert. Das Geld stammt zu 100 Prozent aus dem Flutschadensfonds des Landes Sachsen-Anhalt und fließt in das Beseitigen von Hochwasserfolgen aus dem Jahr 2013 am Gotteshaus, am Pfarrgebäude sowie am Konfirmandensaal.

Historie: Gotteshaus aus dem 19. Jahrhundert

Die heutige Elsteraner Kirche wird ins Jahr 1867 datiert. Es handelt sich um einen Backsteinkomplex und einen Saalbau. Das Schiff besitzt einen geraden Ostschluss mit drei Apsiden. Ein quadratischer schlanker Turm bildet den Westabschluss. Er ist verschiefert und trägt eine Kugel plus Wetterfahne als Bekrönung. Über dem Portal befindet sich ein Christus-Medaillon.

Der Turm beherbergt ein Läutewerk aus einem Holzglockenstuhl mit zwei Stahlglocken, die größere davon aus dem Jahr 1956, sowie einer Bronzeglocke von 1938. Die Decke des Kirchenschiffs wird von einer satteldachförmigen auf Sparren und Pfetten abgelegten Bretterverschalung gebildet. Vor dem Westgiebel befindet sich eine Empore. Bemerkenswert ist das klassizistische Orgelprospekt mit gotisierenden Schmuckformen. Noch vor der Schule (1859) wurde 1856 Elsters Pfarrhaus errichtet. Es ist ebenfalls ein Backsteinbau. Das trifft auch auf den Konfirmandensaal zu, der wohl ins selbe Entstehungsjahr datiert wie das Pfarrhaus.

Wie Jens Höhne vom Ingenieurbüro Lüddecke in Mühlanger erklärt, soll die Flutschadensbeseitigung eine erste Etappe darstellen. Man hoffe im Folgejahr auf weiteres Geld, dann aus dem Leader-Programm, um die nötigen Sanierungen auf dem Elsteraner Kirchengelände fortführen und abschließen zu können. Vorerst jedoch gehe es ausschließlich darum, Schäden des Hochwassers abzustellen.

Die Kirche selbst betreffend, so der Diplom-Bauingenieur, sei die Ausschreibungsphase durch, man befinde sich in der Submission und werde dann die Arbeiten aufnehmen. Die Maßnahmen am Pfarrhaus kündigte der Fachmann für Oktober an und „der einstige Konfirmandensaal kommt erst im November an die Reihe“. Die Staffelung mache sich auch wegen der begrenzten Kapazitäten von regionalen Baufirmen erforderlich, die denkmalschutzgerechte Vorhaben ausführen können. Im Falle des Konfirmandensaals sei das nicht weiter tragisch, weil sich der gut beheizen lasse.

Die Flut 2013 hatte für einen erhöhten Grundwasserstand gesorgt und wegen der fehlenden Sperrungen im Mauerwerk sei die Nässe dann aufsteigend in die Wände gezogen. Die Folgen könne man im Inneren aller drei Gebäude - in den Kellern (in ihnen stand das Wasser 1,20 Meter hoch) bzw. im Sockelbereich - sehen: Der feuchte Putz löst sich und fällt ab, was Jens Höhne der MZ im Kirchenschiff verdeutlicht.

Im Bodenpflaster und teilweise in den Fundamenten sei es außerdem zu Senkungen gekommen. Die Konsequenz: Der Putz wird bis auf eine Höhe von 80 Zentimetern abgeschlagen, in der Kirche erneuert und farblich an den Bestand angepasst. Die Keller von Pfarrhaus und Konfirmandensaal bleiben künftig ohne Putz.

Die Mauern der Kirche bekommen von außen zudem bis zur Unterkannte des Fundaments eine bindige Erdstoffschicht (gestampfter Lehm) verpasst. Sie soll als vertikale Nässesperre fungieren. Beim Pfarrhauskeller darf ausnahmsweise - der Denkmalschutz hat’s genehmigt - eine moderne Bitumen-Dickbeschichtung diese Funktion übernehmen. Hier muss man außerdem Mauerwerksrisse verpressen und die unterspülte Gründung des Schornsteins erneuern.

Der Keller vom Konfirmandensaal bleibt ohne Sperre. Das abgesackte Ziegelpflaster in den Kellern bzw. im Kirchenschiff wird in Ordnung gebracht und aus den Naturstein-Mauerwerkssockeln sind die Fugen auszuschneiden und mit Kalkmörtel frisch zu schließen. In den 1990er Jahren wurde das laut Jens Höhne schon mal gemacht, allerdings mit Zementmörtel, was den Nachteil habe, dass die Feuchte nicht nach außen austreten könne. Die Sandsteintreppe vor der Kirche bekommt nicht nur neue Stufen, sondern zusätzlich eine Rampe, was den Zugang behindertengerecht macht.

 

Text: Detlef Meyer

Fotos: Medientreff  -  (Archiv) Sabine Hoffmann

 

Jugendklub in Elster - Sommerferien

Realitätsnahe Übung

04.08.2016

Donnerstag, 15 Uhr. Im Jugendklub „Zuflucht“ in Elster scheint alles seinen gewohnten Gang zu gehen. Nur der Sportraum ist erstaunlicherweise verschlossen, was jedoch niemand bemerkt. Klubbetreuerin Sabine Hoffmann meint, im hinteren Teil des Gebäudes etwas Brenzliges gerochen zu haben. Dominic, einer der Klubbesucher, geht ihrem Wunsch gemäß der Sache nach, kann jedoch nichts feststellen. Wenige Minuten später dringt weißer Rauch aus dem Sportraum in den Flur. Nun wird es hektisch.

Die Feuerwehr Elster legt viel Wert auf die Nachwuchsarbeit. Deshalb gibt es nicht nur eine Jugend-, sondern auch eine Kinderfeuerwehr. Letztere trägt den lustigen  Namen „Lösch-Elstern“. Wenn die Jüngsten dann wegen des Alters in die Jugendwehr wechseln, geschieht das immer sehr festlich. Ab kommenden September wird die Jugendwehr so nochmals drei neue Mitglieder bekommen.

Sabine Hoffmann schlägt Alarm, ruft ihre Schützlinge zusammen und gemeinsam geht es zum Stellplatz vor dem Klub. Noch einmal durchgezählt, es fehlt einer, der kleine Arne. Noch einmal ins Gebäude gehen, ist zu gefährlich. Also heißt es warten, bis die bereits alarmierte Feuerwehr kommt. Felix ist sichtlich angespannt, steht kurz vor den Tränen, schließlich ist Arne sein Freund.

Dominic nimmt ihn in den Arm, tröstet den Jungen. Allen ist die Anspannung anzumerken. Immer wieder die Frage: „Wo bleibt denn die Feuerwehr?“ Die Zeit wird zäh, nach einer gefühlten Viertelstunde nähert sich die Feuerwehr - tatsächlich waren es nur sieben Minuten. Als die Feuerwehrleute aussteigen, überraschte Gesichter bei den Klubbesuchern. Die Brandbekämpfer waren nämlich alles Mitglieder der Jugendwehr und der vermeintliche Brand entpuppt sich als Übung.

Einsatzleiter Jan Giersch, Leiter der Jugendwehr, verschafft sich einen Überblick. Laura und Marie werden mit Lampe und Sanikoffer vorgeschickt, sollen Arne finden. Auf allen Vieren kriechen sie durch den Flur, um sie herum nur dichter weißer Nebel. Neben einem Regal hockt der Gesuchte. „Der kann doch nicht so schwer sein“, sei ihr durch den Kopf geschossen, wird Marie hinterher erzählen. Kurz entschlossen nimmt sie den Jungen auf die Arme und trägt ihn nach draußen. Dort wird Arne auf eine Decke gesetzt, die jungen Feuerwehrleute versorgen sein „verletztes“ Bein. Er wird nun den Rest des Tages humpeln, so sehr hat er seine Rolle angenommen. Aber Felix strahlt nun wieder, seinem Freund ist nicht passiert.

So können sich alle weiter darauf konzentrieren, wie die Nachwuchs-Feuerwehrleute den Brand bekämpfen. Bei einer anschließenden Besichtigung des noch verqualmten Sportraumes ist der Übeltäter schnell ausgemacht. Der stellvertretende Ortswehrleiter Marcel Rückert hatte hier eine Nebelmaschine aufgestellt und gezündet. Für beide Seiten war es eine sehr emotionale Übung. Entsprechend groß war auch die Aufregung bei der Jugendwehr. Beide haben übrigens, wie Jan Giersch und Marcel Rückert bestätigten, keine großen Fehler gemacht, wenn auch einiges verbessert werden könnte. Man war sich auch einig, dass eine solche Übung durchaus wiederholt werden sollte.

Der vermisste Arne ist gefunden und wird von Marie aus dem „brennenden“ Jugendklub getragen.

Weil alles so gut geklappt hat, wurde den Klubbesuchern auch ein Wunsch erfüllt. Sie wollten einmal eine richtige Feuerwehrspritze, aus der auch Wasser kommt, in den Händen halten. Doch die 500 Liter im Tank reichten nicht lange, also wurde dieser kurzerhand noch einmal gefüllt.

In der Zwischenzeit zeigten Laura und Marie, dass sie auch sehr gut Verbände anlegen können. Das war eigentlich nicht Bestandteil der Übung, machte aber beiden Seiten ebenfalls viel Spaß. Und so liefen im Anschluss noch mehrere vermeintlich Verletzte durch den Klub, zum Erstaunen der Eltern und Großeltern, als sie die Kinder am Abend abholten.

Danach hieß es für die Jugendwehr und ihre Betreuer, Schläuche zusammenrollen sowie Strahlrohre und Verteiler wieder an ihren Platz im Fahrzeug zu legen und Abrücken ins Gerätehaus.

Text: Boris Canje

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Hochwasserschutz:

Hochwasserschutz Anspruchsvolles Bauprojekt in Elster soll bald abgeschlossen sein

03.08.2016

Mitarbeiter der Firma Kramer GmbH aus Wittenberg, im Bild Ryszard Walczay, sind für den Bau der Hochwasserschutzanlagen an der Elbe in Elster zuständig. Unmittelbar neben der Fährzufahrt wird die Bewehrung eingebracht, bevor betoniert werden kann.

 „Wir sind auf einem guten Weg.“ Barbara Gurschke, Projektleiterin im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) ist optimistisch, dass die umfangreichen Bauarbeiten zum Hochwasserschutz in Elster bis Ende des Monats abgeschlossen werden. Konkreter noch, bis zum traditionellen Schifferfest in dem Elbeort am 27. August soll möglichst Schluss sein.

Mit Zusammenarbeit zufrieden

Ein Schwerpunkt der Arbeiten ist derzeit das Umfeld am Fähranleger. „Nächste Woche sollen die Betonarbeiten hier abgeschlossen werden“, freute sich auch Ortsbürgermeister Wolfgang Fröbe (Freie Wähler). „Es ist doch alles gut gelaufen“, bewertete er die Zusammenarbeit mit LHW und Bauleuten. „Wo wir helfen konnten, haben wir das getan“, etwa beim Bereitstellen von Flächen zur Lagerung von Baustoffen. „Jetzt ist Endspurt angesagt“, fügt er zufrieden an.

Baustart an Schwarze Elster ist im September geplant

Die Arbeiten zum Verbessern des Hochwasserschutzes werden auch an der Schwarzen Elster fortgeführt. Drei Projekte befinden sich in der Ausschreibung, die Abschnitte rechtsseitig von Arnsnesta bis Premsendorf, linksseitig von Löben (Straßenbrücke) in Richtung Klossa und rechtsseitig Mönchenhöfe bis Schweinitz. Die Abschnitte seien jeweils zwei Kilometer lang. An den Elsterdämmen bei Mönchenhöfe und Löben bis Klossa werde wahrscheinlich ab kommenden Monat gebaut. Die Arbeiten sind bis zum November 2017 veranschlagt.

Eine Notsicherung des desolaten Elsterdeichs linksseitig in der Nähe des sogenannten Blauen Wunders (Eisenbahnbrücke) bei Premsendorf ist ebenfalls vorgesehen. Die Absprachen mit dem Naturschutzverantwortlichen sind erfolgt. Vorgesehen ist, auf einer Länge von immerhin 900 Metern Spundwände zu setzen. (mz/gro)

Dazu gehören auch Pflasterarbeiten im Bereich des „Ankers“. Hierbei geht es nicht allein um das Anpassen der Pflasterflächen an die neu gezogene Hochwasserschutzmauer, sondern auch um eine leicht veränderte Trasse des Elberadwegs, erläuterte die Projektleiterin. Aufgrund der Deichscharte sei das erforderlich. Dass es nicht einfach ist, innerhalb einer Ortslage neue Hochwasserschutzanlagen zu schaffen, verhehlte die Fachfrau nicht. „Bauen in der Ortslage ist immer anspruchsvoll, in der Natur wäre das einfacher.“

Wenn die beiden Bauabschnitte drei und vier, an denen jetzt von Elsters Bootshaus bis nach Listerfehrda und weiter bis zu einem höher gelegenen Waldstück an der B 187 gearbeitet wird, fertiggestellt sind, dann werden sich die Kosten einschließlich des Schöpfwerkes bei Listerfehrda auf rund sieben Millionen Euro belaufen.

Im Hochwasserfall können Schutzmauern, etwa jene an der Promenade, mit mobilen Elementen aufgestockt und der Ort noch besser geschützt werden. Wie die Elemente verbaut werden, dafür steht Ende dieses Monats ein spannender Tag an, an dem das in engem Miteinander von Hersteller, Landesbetrieb, Baubetrieb und Zuständigen der Kommune getestet werden soll.

Frank Friedrich, Sachgebietsleiter Grundlagen und Planung im LHW, wies auf die immense Verantwortung der Leute in Elster hin, die diese Aufgabe im Hochwasserfall übernehmen. Es sei ein großer Abschnitt, der dann mit mobilen Elementen zu sichern sei.

Schöpfwerk bei Listerfehrda wird komplettiert

Bis zum Jahresende soll auch das Schöpfwerk bei Listerfehrda komplett einsatzfähig sein. Es wird dafür sorgen, dass zusammenlaufendes Wasser aus dem Binnenland im Hochwasserfall in den Strom befördert wird. Bereits jetzt könnten die Pumpen des Schöpfwerkes bei Bedarf per Hand bedient werden, stellte Barbara Gurschke klar. Die Steuerung aus der Ferne ist noch zu installieren.

„Das Bautempo war schon enorm“, meinte Wolfgang Fröbe. Es sei beachtlich, was innerhalb von dreieinhalb Jahren geschafft wurde. Die Leute leben jetzt sicherer. „Und ordentlich sieht es auch aus“, so Wolfgang Fröbe.

Text: Frank Grommisch

Foto: Sven Gückel

 

Fotogeschäft in der Molkereistraße

Existenzgründerin in Elster Viel Platz für Ideen

01.08.2016

Sie haben es geschafft: Sindy Bendigs Pawlack hat in Elster ihr Fotostudio eröffnet. Walter Bittner hat die Räume umgebaut und renoviert.

 „Zeitausschnitt“ hat Sindy Bendigs Pawlack ihr Fotostudio genannt, zu dessen Eröffnung sich am Dienstagmorgen Freunde, Kunden und Verwandte in der Molkereistraße 6 in Elster einfinden und noch viel mehr über die sozialen Netzwerke der 37-Jährigen gratulieren.

Fotos von Menschen erzählen schließlich oft auch etwas über ihre Zeit. „Das hat mich schon als kleines Kind fasziniert“, sagt die Elsteranerin. „Wenn Oma und Opa die alten Fotos ausgepackt haben. Wie viele Emotionen damit verbunden sind...“

Ausreichend Zeit für Shootings

Ungestört will sich Sindy Bendigs Pawlack Fotoshootings mit Familien, Paaren, Schwangeren, Kindern widmen, weshalb sie zwei Tage in der Woche für Terminvereinbarung bereit hält. Aus eigener Erfahrung, dass viele Familien die Woche über getrennt sind, hat sie dafür Montag und Freitag vorgesehen. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag ist das Studio von 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr geöffnet. Ehrenamtlich ist die 37-Jährige für die Vereinigung „Dein Sternenkind“ tätig. Sie fotografiert als Erinnerung für die Eltern Kinder, die tot zur Welt kommen oder die nur wenige Tage zu leben haben. Krankenhäuser stellen dafür die Kontakte her.

Ihr erster Fotoapparat war eine einfache Digitalkamera. „1999 haben ich dann angefangen, mich mit Kameratechnik auseinander zu setzen.“ Die Erziehungszeit für ihre älteste Tochter, damals lebte sie in Bayern und Baden-Württemberg, hat sie für ein Fernstudium in Fotografie und Grafikdesign genutzt. „Meine Familie hat mich dazu ermutigt“, erzählt sie. 2010 kehrte Sindy Bendigs Pawlack mit ihrer Familie in ihre Heimat zurück, zunächst wohnte sie in Mühlanger, dann in Elster. Wieder waren es Freunde und Familie, die sie in ihrem Vorhaben bestätigten, als freie mobile Fotografin zu arbeiten. „An ein Studio habe ich mich noch nicht herangewagt“, gesteht sie.

Nicht weil sie das Zeitmanagement als vierfache quasi allein erziehende Mutter - ihr Ehemann ist die ganze Woche über als Berufskraftfahrer auf Achse - fürchtete. Vielmehr hätten sie die Gedanken beschäftigt, „dass es nicht läuft und ich die Miete nicht zahlen kann“. Sie hat sich aber von Wirtschaftsförderern in Wittenberg beraten lassen, Marktforschung betrieben und einen Businessplan erstellt. Das gab ihr Zuversicht, sich an das Unternehmen heranzuwagen. Der Bürgermeister von Zahna-Elster, Peter Müller (Freie Wähler), habe sie in die Molkereistraße geschickt, wo es einige leerstehende Ladengeschäfte gibt. Eins in der Nachbarschaft des Friseurladens von Jana Wehner-Bittner, die zugleich Vermieterin des Objektes ist.

„Beim Haareschneiden habe ich sie gefragt, ob ich mir das mal anschauen kann“, erzählt die Existenzgründerin. Anfangs seien ihr die Räumlichkeiten etwas zu groß erschienen. Andererseits wollte sie ja gerade Platz haben. Für ein Lager für die ganzen Accessoires - von Kleidern bis Dekoration - aber vor allem für einen Raum, in dem sich Kunden beim Fotoshooting nicht eingeengt fühlen; mit einer Ecke, wo Eltern mit Kleinkindern auch mal eine Auszeit zum Stillen und Wickeln nehmen können. Vor allem wollte sie auch Platz, ihre Vorstellungen und Ideen umzusetzen.

Berühmter Slogan zur Motivation

Für die Aufnahmen mit Babys und Kleinkindern vor verschiedenen Hintergründen sind Kulissen aufgebaut - ein Halbmond etwa oder eine winzige Schulbank. So etwas lässt sie von einem Tischler in Oranienburg anfertigen, an den sie über ein Fotografennetzwerk im Internet gelangt ist. „Ich möchte da auch Unikate haben“, so die Fotografin. Für Shootings mit Erwachsenen lässt sie derzeit eine mobile Stellwand für auswechselbare Hintergründe bauen.

Bei Umbau und Renovieren der Räume hatte sie mit Walter Bittner einen vielseitigen Handwerker zur Seite. Der 74-jährige Rentner, von Beruf Elektriker, war von Anfang an begeistert von dem Vorhaben der jungen Frau und ist am Eröffnungstag ebenso glücklich. „Schon als ich den Flyer gesehen habe, war mir klar, das muss was werden“, sagt er. „Wir schaffen das!“ Der berühmte Satz der Bundeskanzlerin ist zu ihrem gemeinsamen Slogan geworden - mit Augenzwinkern.

Die beiden Geschäftsfrauen erhoffen sich von der Nachbarschaft auch Synergieeffekte, frei nach dem Motto, neue Passbilder mit frischer Frisur. Auch sei es vorstellbar, dass die Fotoreportage von einer Hochzeit schon beim Frisieren der Braut beginnt...

Text: Ute Otto

Foto: Medientreff  -  Sabine Hoffmann