April 2019

Grundschul-Sekretärin geht 

Emotionaler Abschied 

19.04.2019

Für die endgültige Entscheidung lässt sich Anja Müller 14 Tage Zeit. „Der Arzt“, sagt die Sekretärin der Grundschule „Elbkinderland“ Elster, „hat mir am 18. Dezember 2018 ein Stoppzeichen gesetzt.“ Die 55-Jährige nimmt die Warnrufe ihres Körpers ernst, wählt zwischen zwei Jobs und vergießt Tränen. „Ich habe meine Arbeit geliebt und viel Herzblut investiert“, sagt sie mehrmals.

Die Kinder werden ihr fehlen, meint die zweifache Mutter, die an der Schule Sekretärin, Seelsorger und „Notarzt“ in einer Person gewesen ist. Jedes Pflaster, verrät sie, habe einen Smiley bekommen. Anja Müller bleibt in Elster. Hier ist sie aufgewachsen, hier wohnt ihre Familie. Home-Office als Buchhalterin für ein Unternehmen in Nordrhein-Westfalen heißt die Herausforderung.

Der frühere Zweitjob ist künftig ihre Nummer eins. Die Familienbande hat sich im Endeffekt durchgesetzt. „Wir haben hier vor zehn Jahren zusammen angefangen. Das schweißt zusammen“, meint Direktorin Yvonne Höhne, die weiß, dass die 55-Jährige nicht aus der Welt ist. Ganz unter dem Motto: Anruf genügt!

Persönliche Geschenke

Ihren Ausstand unter den Kollegen hat Müller bereits am 15. April gegeben. „Unter Tränen“, gesteht sie und erzählt, dass jeder Platz mit einer Vergissmeinnicht dekoriert gewesen ist. Am letzten Schultag vor den Osterferien sind die 100 Schulkinder dran gewesen. Die Geschenke haben gerade so auf den Stubentisch gepasst. Weggefährtin Yvonne Höhne führt zum Abschied das ganz große Kino auf.

Das Programm der Schüler bewertet Müller mit „super“, Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit lösen in ihr einen „ganzen Schwall von Emotionen“ aus. Die 55-Jährige nimmt nichts mit. Nur die Erinnerungen an eine schöne Zeit mit netten Kollegen und freundlichen Kindern. Selbst wenn 1000 Sachen auf ihrem Schreibtisch gelandet sind, hat sie stets versucht, die Ruhe zu behalten.

Nachfolgerin steht fest

Nach den Ferien übernimmt Nachfolgerin Constanze Remme das Kommando im Büro. Diese betont, dass die 55-Jährige eine riesengroße Lücke hinterlässt. Es wird eine Herausforderung, diese vollständig zu schließen. Die „Neue“ hat bereits ein paar Ratschläge mit auf den Weg bekommen. Die Formulierung „Job mit Herzblut“ taucht dabei immer wieder auf. Müller ist diesen Weg vor zehn Jahren auch gegangen.

„Damals hat es viele Bewerber auf die Stelle gegeben“, blickt sie zurück und erzählt vom anschließenden Eignungstest, den sie gut gemeistert hat. Überzeugt, meint Müller, hat sie das Gremium erst im persönlichen Gespräch, denn die zweite Kandidatin habe es ebenfalls bis zur finalen Runde geschafft.

„Jetzt sind es noch fünf Minuten“, meint sie kurz vor Ultimo und schaut dabei auf die Uhr. Sie weiß, dass ihr die Schritte aus dem Gebäude schwer fallen werden, doch der Rat des Arztes sei eindeutig gewesen. Zehn Jahre Schulbetrieb mit allen Höhen und Tiefen kann sie nicht einfach in den Skat drücken. Solche Entscheidungen müssen reifen.

 

Text und Foto: Thomas Tominski

 

 

Ostergeschenk für den Jugendclub Zuflucht in Elster

18.04.2019

Endlich Ferien. Osterferien und was macht man Ostern?

Natürlich viele viele Eier färben. Wir hatten viel Spaß dabei. Rein ins Töpfchen, raus ins nächste Töpfchen. Schön bunt sahen unsere Ostereier zum Schluss aus. Aber es wurde auch gebastelt, gemalt und geturnt. Einige Kinder holten die Liegestühle raus und sonnten sich. Das super Wetter begeisterte uns natürlich. Fast den ganzen Tag waren wir draußen. Eine ganz große Überraschung bekamen wir am Nachmittag geschenkt. Herr Enrico Sperlich holte uns und wir alle durften mehrere Runden mit dem Riesenrad fahren. Was für ein Ostergeschenk. Die Begeisterung war allen anzumerken. Wir möchten uns auf diesem Wege noch einmal ganz ganz herzlich bedanken für solch ein tolles Ostergeschenk. 

Danke Danke

An alle die uns immer wieder unterstützen und den Kindern wohlgesonnen sind. Danke

Wir wünschen allen ein wunderschönes Osterfest.

 

Text und Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Freiwillige Feuerwehr Elster

Gemeinschaftsausbildung als Taktische Einheit:

12.04.2019

Am Freitag, den 12.04.2019 trafen sich die Kameradinnen und Kameraden der Wehren Gadegast, Listerfehrda, Zemnick-Gielsdorf und Elster (Elbe) zur gemeinsamen Ausbildung.

 

Auf dem Plan stand die Technik der unterschiedlichen Feuerwehrfahrzeuge.

 

FF Gadegast: TSF-W und KLF (B 1000)

FF Listerfehrda: TSF-W

FF Zemnick-Gielsdorf: TSF mit Schlauchhaspel (Nachläufer)

FF Elster (Elbe): HLF 20, RW, TSF-W

 

Jedes Fahrzeug versteckte in seinen Geräteräumen so manches Highlight und noch vieles mehr… für jede Einsatzmöglichkeit ist etwas dabei.

So unterschiedlich die Fahrzeuge auch sind, so verfolgen alle Kameradinnen und die Kameraden der Feuerwehren ein gemeinsames Ziel: „Im Ernstfall schnelle und hervorragende Hilfe leisten zu können.“

In diesem Sinne freuen wir uns auf weitere gemeinsame und interessante Ausbildungseinheiten.

 

Text: Marcel Rückert

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Handwerk in Zahna 

Das Bratwurst-Experiment bei Knoll 

10.04.2019

Es sind unverkennbar Zahnaer Fliesen, mit denen der Flur des Hauses in der Zahnaer Breitenstraße 33 ausgelegt ist. Es ist der Stammsitz der Fleischerei Knoll, gegründet 1927 als Rind- und Schweineschlächterei mit angeschlossener Gaststätte. Die hat Ernst Knoll senior noch bis 1980 betrieben, erzählt Matthias Wartenberg, der seit 2017 die Traditionsfleischerei führt.

„Jeder alte Zahnaer hat bestimmt eine Geschichte aus Knolls Kneipe zu erzählen.“ Das Lokal habe floriert, fast alle örtlichen Vereine hatten dort ihre Heimstatt, und das Frühstück mit Hackepeter und frischer Wurst habe gezogen.

Zur Toilette mussten die Gäste über den Hof, vorbei an der Produktion, und da soll auf dem Rückweg manche Wurst gestohlen worden sein. Der Chef hätte zu viel in den Umbau investieren müssen, weshalb er den Gaststättenbetrieb schließlich einstellte.

Lehrjahre in Wittenberg

In den 1970er/80er Jahren seien die Hygienevorschriften in der DDR strenger geworden. „Als ich 1984 in Wittenberg gelernt habe“, erzählt der 51-Jährige, „haben die wenigsten handwerklichen Betriebe noch selbst geschlachtet. Auch Knoll nicht mehr“. Von den seinerzeit elf handwerklichen Fleischereien, deren Mitarbeiter Matthias Wartenberg durch das Abholen des Fleisches aus den Genossenschaften kannte, sei nur noch sein Betrieb übrig.

Seinen Meisterbrief hat der Zahnaer bei der Fleischerei Kühnast am Wittenberger Marktplatz gemacht. Als das Unternehmen nach 1992 pleiteging, kam das Angebot von Ernst Knoll jun., bei ihm anzufangen. „Da bin ich richtig glücklich gewesen“, so Wartenberg. Arbeit im Heimatort und das in der Zeit, als die Wirtschaft in Ostdeutschland im Niedergang war!

Trotz des späteren Aufschwungs, der sich auch im Geldbeutel der Kunden bemerkbar macht - leichter geworden sei es für die kleinen Handwerksbetriebe nicht: „Die Konkurrenz ist riesig und der Preisdruck. Wer meint, dass er sich als kleiner Handwerksbetrieb mit den Supermärkten anlegen kann, irrt gewaltig.“ Da müsse jeder seine Nische finden, und die ist für die Fleischerei Knoll der Partyservice.

„Der macht einen nicht unerheblichen Anteil im Geschäft aus“, so der Inhaber. Sein Vorgänger hat das Unternehmen modernisiert, das Ladenlokal befindet sich im Nachbarhaus. 90 Prozent der Waren, die dort sowie im Verkaufswagen über den Tresen gehen, stammen aus eigener Produktion. Das Fleisch kommt aus Belgern und Leipzig.

Er staune selbst, wie sich die Ansprüche der Kunden wandeln, sagt der Fleischermeister. Beispiel Grillerzeugnisse: Reichten früher die klassische gebrühte Bratwurst, Schweinekamm und Schaschlik, seien heutzutage Bratwurstvariationen, verschieden marinierte Nackensteaks bis hin zum hochpreisigen Dry-Aged-Rindersteak gefragt. Für Letztere hat Wartenberg einen Reifeschrank angeschafft. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so gut läuft“, sagt er. „Und wie viele Kunden sich damit beschäftigen.“

Bei der Herstellung von Wurst werde weitgehend nach den von den Firmengründern überlieferten Rezepturen gearbeitet. Ein wenig experimentiert Wartenberg auch. Die Kunden fragten immer, warum die Bratwurst - gemeint ist die Geräucherte - aus dem Laden anders schmeckt als die aus einer Hausschlachtung.

„Das hängt mit der Temperatur des Fleisches bei der Verarbeitung zusammen“, erklärt er, der auch als Hausschlachter unterwegs ist. Jedenfalls meint Wartenberg, dass es die von ihm kreierte Bratwurst „Hausschlachteart“ ziemlich nahe an den von den Kunden gewünschten Geschmack geschafft hat.

Der Geschmack der Kunden soll für den Fleischermeister auch das Maß der Dinge bleiben. Er verstehe zwar die Forderungen der Experten nach gesünderen Lebensmitteln, nach fettärmeren und salzärmeren Produkten. „Aber das ist ein zweischneidiges Schwert. Ich glaube nicht, dass es an der Wurst liegt, dass Übergewicht und Diabetes auf dem Vormarsch sind.

Es liegt daran, wie die Menschen damit umgehen.“ Er sehe das am Mittagsgericht, das seine Fleischerei täglich anbietet. Aus Zeitgründen ist das freitags ein Eintopf. „Es sind fast nur die älteren Kunden, die den nehmen. Bei den jüngeren kann es jeden Tag Schnitzel sein. Der Wohlstand ist Fluch und Segen zugleich.“

Junges Team

Mit dem Chef, der ehrenamtlich mit CDU-Mandat dem Stadtrat von Zahna-Elster angehört und dessen Vorsitzender ist, arbeiten acht Frauen und Männer in der Fleischerei Knoll. Es sei ein relativ junges Team, die beiden Fleischergesellen unter 30, drei der sechs Verkäuferinnen noch keine 40 Jahre alt. Dankbar sei er auch über die beiden Rentner, die sich noch stundenweise etwas dazu verdienen, „und die man immer anrufen kann, wenn man sie braucht.“

Eine Filiale ist für den Betriebsinhaber kein Thema. „Unser zweiter Laden ist der Verkaufswagen, damit erreichen wir deutlich mehr.“ Im Fläming „bis kurz vor Jessen“ und im Hohen Fläming bis Garey und Zixdorf ist das Auto unterwegs. Und weil es auf den Dörfern zunehmend alte Kundschaft ist, habe das auch „ ’ne Tüte Zucker“ mit an Bord.

Text und Foto: Ute Otto

 

Ferienspaß im Jugendclub „Zuflucht“  Elster

13.04.2019

Einige Vorbereitungen für die Osterferientage im Jugendclub Elster sind erledigt. Das Volleyballnetz ist angebracht, das Trampolin in Position gebracht. Die Bauhofmitarbeiter Ingolf Nitzsche und Steffen Kase haben dabei geholfen. Am ersten Ferientag, 18. April, wird es nach dem gemütlichen Frühstück nicht vorrangig sportlich, sondern österlich zugehen. Das Färben steht an. „Die Kinder freuen sich schon riesig darauf“, so Klubbetreuerin Sabine Hoffmann.

 

Text: MZ und Medientreff  -  Sabine Hoffmann

Foto: Medientreff  -  Sabine Hoffmann

 

Awo in Elster 

Für Kräppelchen früh aufgestanden 

10.04.2019

„Wir sind eine lustige Truppe“, sagt der Vorsitzende Detlef Leppchen über den Ortsverein Elster der Arbeiterwohlfahrt. Das kann am Gründungsdatum liegen.

Am 1. April 2004 hatte Leppchen 22 Elsteraner, die Interesse hatten, unter dem Dach des Sozialverbandes für die Allgemeinheit etwas auf die Beine zu stellen, ins Bootshaus eingeladen und auch schon Angelika Ott als erste Vorsitzende im Blick. Als sie kam, war sie bass erstaunt: „Sie hatte tatsächlich bis zum Schluss geglaubt, dass das ganze nur ein Aprilscherz ist“, erzählt Detlef Leppchen.

15 Jahre später zählt der Ortsverein 67 Mitglieder, „allerdings kriegen wir nie alle zusammen“. Zum Tag der offenen Tür am Sonnabend treffen Gäste auf den so genannten „harten Kern“. Dabei ist die 83-jährige Inge Schintzel, Gründungsmitglied und geschickt in Handarbeit.

„Sie hat früher den Nähkurs geleitet“, erzählt Regina Leppchen. Und immer wenn ein Mitglied ein Kleidungsstück zu reparieren oder zu ändern hatte, sagte sie: „Kannst’e zu mir bringen“. Geburtstagskinder hat sie mit filigranen selbst gehäkelten Blüten oder Schmetterlingen beschenkt. Am Sonnabend überrascht sie mit frischen Kräppelchen. Dafür ist sie morgens um sechs aufgestanden.

Das jüngste Mitglied ist Jonas Baron, 16 Jahre. „Er ist bei uns reingewachsen“, so Detlef Leppchen. Seine Eltern Petra und Maik Baron haben ihn schon als Baby mit zu den Veranstaltungen und Treffen gebracht. Nun gibt der junge Mann den Grillmeister. „Es wird wohl das letzte Mal sein“, sagt seine Mutter wehmütig. Im August beginnt Jonas eine Ausbildung in Berlin. „Da ist er dann weg.“

Beständig bleiben die kreativen und sportlichen Angebote der Ortsgruppe. Über den Malkurs mit Inge Kraszon hatte die MZ bereits berichtet. Nordic-Walking, Minigolf, Kegeln, Tanzkurs, Filmabende stehen ebenso regelmäßig im Programm.

„Wir machen das, worauf die Leute Lust haben“, sagt der Vorsitzende. Sogar Inlinerfahren auf der Fläming-Skate seien sie schon gewesen. Die Nordic-Walking-Gruppe soll jetzt geteilt werden, in die, die zügig gehen, und diejenigen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, sich aber auch bewegen möchten.

Der Plan, der am Domizil Am Sportplatz 6 a ausgehängt ist, und die Ankündigung des Tages der offenen Tür haben Interesse geweckt. Ein Besucher habe am Sonnabend gleich den Antrag auf Mitgliedschaft gestellt. Jutta Heinze schnupperte mit einigen Vertretern vom Elsteraner Heimatverein herein. Dessen Seniorentreff beschränke sich mehr auf Zusammenkünfte beim Kaffeetrinken, „hier kann man sich auch noch betätigen.“

Traditionell trifft sich die Ortsgruppe am ersten Sonntag im April immer zum Pokalschießen auf dem Schießplatz in Gielsdorf. Detlef Leppchen ist Pokalverteidiger, aber er hat Respekt. „Die schießen alle gut“, sagt er mit Fingerzeig auf die Frauen.

Text und Foto: Ute Otto

 

Jubiläum in Elster 

Sepp Maier kommt zum 100. Geburtstag der SV Eintracht 

09.04.2019

Die Spannung hielt bis zum Schluss. Nur eine Handvoll der 260 Gäste im Saal wusste am Samstagabend, wen sich der SV Eintracht Elster als Ehrengast zum 100. Vereinsjubiläum geladen hat. Um so größer war die Freude bei den Anwesenden, als ein wahrer Strahlemann den Raum betrat.

Er ist Weltmeister, eine Torwart-Legende und trägt zudem das Herz am rechten Fleck. Auch mit 75 Jahren erzielt Sepp Maier noch immer die Wirkung, die man von einem Großen des Sports erwartet. Mit begeisterndem Beifall bereiteten die Gäste der Festveranstaltung dem Münchner einen gebührenden Empfang.

Angebot von den Alten Herren

„Wer so beliebt ist, hätte doch sicher nichts dagegen, künftig hier die Alten Herren zu unterstützen“, band Vereinsvorsitzender Matthias Jänicke Sepp Maier gleich ins Gespräch. Der zeigte sich geehrt, winkte aber umgehend ab. Die Zeiten seien längst vorbei, betonte er.

Und fügte im anschließenden Gespräch mit der MZ noch an, dass auch Stadionbesuche für ihn ein Teil der Vergangenheit sind. Ganz gleich also, ob zur selben Zeit der FC Bayern zuhause gegen Dortmund spielte, Sepp Maier kam gern nach Elster.

Wenngleich er gegenüber der MZ zugab, über Elster (Elbe) nicht viel zu wissen. „Ich kannte immer nur die diebische Elster“, scherzte er auf die für ihn bekannte Art.

Sein Tischnachbar, Reporterlegende Ulli Potofski, der Maier schon seit Jahren kennt, konnte ihm da mehr berichten. Der bekennende Schalke-Fan moderierte den Abend und weilte inzwischen schon dreimal im Ort. Am heutigen Montag wird er zudem an der Grundschule des Ortes aus einem seiner mittlerweile 15 Kinderbücher vorlesen. Alle 15 handeln ebenso wie ein Hörspiel von ihm selbstredend vom Fußball.

Der Sport mit dem runden Leder fand in der Begrüßung von Matthias Jänicke nur kurz Erwähnung. „Wir sind hier zum Feiern, nicht zum Reden“, betonte der 44-Jährige, der dem Verein schon seit 13 Jahren vorsteht. Dennoch verwies Jänicke darauf, dass der Sportverein am 19. Februar 1919 von 22 Fußballenthusiasten gegründet wurde. Zeitgleich mit den FC Valencia. Der spielt zwar in höheren Sphären, doch mit dem aktuell vierten Platz in der Verbandsliga ist man in Elster rundum zufrieden.

 „Wenn ein kleiner Verein es ein Jahrhundert lang schafft, ohne Fusion oder ähnliches Bestand zu haben und dann auch noch sportlich erfolgreich ist, verdient das meinen Respekt“, sagte Sepp Maier. Heute zählt die Eintracht, die zu DDR-Zeiten in BSG Lokomotive Elster umbenannt wurde, 420 Mitglieder, wovon etwa 100 im Kinder- und Jugendbereich trainieren. „Wir sind gut aufgestellt, können Erfolge und einen guten Zusammenhalt in der Truppe vorweisen“, ergänzte Jänicke zufrieden.

Er dankte nicht nur den acht federführenden Organisatoren der Festveranstaltung, sondern ausdrücklich auch seinem Amtsvorgänger Dieter Hildebrand. Dieser hatte in mühevoller Arbeit eine umfassende Vereinschronik zusammengestellt. Erst kurz vor der Jubiläumsfeier fand die Arbeit ihren Abschluss. Auf 384 Seiten wird detailliert und bildreich die 100-jährige Geschichte von Eintracht Elster dargestellt.

Potowskis Versprechen

Eine Autogrammstunde mit Sepp Maier, der darüber hinaus für jedes private Bild gern zur Verfügung stand, eine Zaubershow sowie Darbietungen der Berliner Fußball-Rastellies Eileen und Philipp, die auch gestandene Eintracht-Spieler ins Staunen versetzte, sorgten ebenso für einen vergnüglichen Abend wie die Tombola und der spätere Tanz.

Für den hatte Ulli Potofski versprochen, als ehemaliger Teilnehmer der Tanz-Show „Let’s dance“, mit jeder zweiten Frau im Saal eine Runde über das Parkett zu drehen. Schon allein für diese Ankündigung hatte sich seine Verpflichtung für diesen Abend gelohnt. 

 

Text: Sven Gückel

Fotos: Sven Gückel, Medientreff  - Steve Patzek

 

Schulsolzialarbeit in Elster 

Sekundarschule sammelt Unterschriften 

09.04.2019

 „Immer schön freundlich sein“, gibt Lehrerin Anne-Kathrin Höhne den neun Sekundarschülern des Kurses „Moderne Medien“ mit auf den Weg, die mit Kugelschreibern und Listen ausgerüstet am Montag auf dem Netto-Parkplatz stehen, um für den Verbleib von Schulsozialarbeiter Alexander Gräper Unterschriften zu sammeln.

Bei fast allen Kunden des Einkaufsmarktes in Elster stößt das Anliegen der Siebentklässler auf großes Interesse. „Es ist wichtig, in die Bildung unserer Kinder zu investieren“, betont Dieter Kraatz aus Naundorf bei Seyda und fügt an, dass in Deutschland genügend Geld vorhanden sei, um flächendeckend Schulsozialarbeiter zu bezahlen.

Informationen über die Notwendigkeit eines Schulsozialarbeiters an der Bildungseinrichtung eingeholt haben.

Investition in Zukunft

Heidrun Müller aus Elster liest sich den Zettel genau durch, bevor sie ihren Namen auf die Liste setzt. „Haltet meinen Einkaufswagen fest“, bittet die Supermarktbesucherin zwei Mädchen aus der Sekundarschule, die mit Heidrun Müller schnell ins Gespräch kommen. Von der Aktion habe sie in der MZ gelesen und sofort die Entscheidung getroffen: Da mache ich mit!

„Die Jugendlichen sind doch unsere Zukunft. Sie müssen den Staat weiterführen. In dieser Zeit wird der Grundstein gelegt, dass sie zu ordentlichen Menschen erzogen werden“, begründet sie ihre Entscheidung. Es sie wichtig, einen Schulsozialarbeiter dauerhaft anzustellen, der sich der Probleme der Kinder annimmt.

Starkes Bündnis

Ende des Jahres 2018 haben die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Liga der Freien Wohlfahrtspflege, Landeseltern- und Landesschülerrat sowie die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung ein Aktionsbündnis geschlossen, um für den Erhalt der Schulsozialarbeiter über das Jahr 2020 hinaus (Ende EU-Förderung) landesweit 100.000 Unterschriften zu sammeln. Ziel ist, dass die Landesregierung dafür Mittel in den Haushaltsplan einstellt.

Dieser Meinung ist auch Oliver Tietz aus Dietrichsdorf, dessen Tochter in Mühlanger die Grundschule besucht. Es ist die Pflicht des Staates, in die Ausbildung der Kinder zu investieren. Darum sollte jede Schule kämpfen. „Ich unterstütze die Aktion gern“, sagt Tietz.

Timo Habel hält nach 45 Minuten die erste Liste in die Höhe. „Die ist jetzt voll“, ruft er stolz in Richtung Kursleiterin, die schon vor dem Ende der einstündigen Unterschriftensammlung von einem tollen Erfolg spricht. Habel findet es „extrem wichtig“, dass Gräper über das Jahr 2020 hinweg (Ende der EU-Förderung) an der Sekundarschule bleibt.

Er ist ein wichtiger Ansprechpartner, habe stets ein offenes Ohr für Probleme und sei prinzipiell ein patenter Typ. Welche Probleme sind das? Sorgen zu Hause oder Stress mit Mitschülern, sagt der Siebentklässler, der Gräper persönlich noch nicht ins Vertrauen gezogen hat.

Freundliche Menschen

Dieser Satz gilt auch für Leonie Treppesch. Das Mädchen aus der siebenten Klasse findet es dennoch wichtig, dass der Leiter der Schulband bleibt. Sie schätzt seine sachliche Art und die Fähigkeit, den Schülern zuzuhören. Die Aktion vor dem Einkaufsmarkt macht Leonie Treppesch Spaß.

Sie kennt die Bedeutung des Unternehmens und erzählt, dass die Leute sehr nett und freundlich sind. „Sie wünschen uns, dass wir den Schulsozialarbeiter behalten können“, fasst sie ihre Erfahrungen zusammen.

Das Ziel von Direktorin Heike Bräse, mit 350 Unterschriften die landesweite Aktion zu unterstützen, ist zu diesem Zeitpunkt längst überboten. „Es sind jetzt ungefähr 460“, sagt Höhne, die sich über die rege Anteilnahme in Elster freut. „Wir bedanken uns beim Netto-Markt.

Denn es ist nicht selbstverständlich, dass wir das Areal vor der Tür für unsere Zwecke nutzen dürfen.“ Für ihren Fleiß werden die Kinder von der Lehrerin mit einer Runde durch den Markt belohnt.

Text und Foto:  Thomas Tominski

 

Umzug in neue Kita Mühlanger 

Alte Villa hat jetzt noch mehr Charme für Kinder 

09.04.2019

„Unsere Villa mit Charme ist jetzt ganz modern“, sagt die Chefin der Kita „Kinderland“ Mühlanger, Ilona Henfling, die von hervorragenden Arbeitsbedingungen für ihre neun Erzieherinnen spricht. Insgesamt 80 Kinder (Krippe, Kita, Hort) werden in dem umfassend sanierten Gebäude auf zwei Etagen täglich von 6 bis 17 Uhr betreut, Ilona Henfling beschreibt das neue alte Gebäude als hell, freundlich und einladend.

„Nach dem Umzug am vergangenen Freitag haben wir am Montag den Kita-Betrieb in der Villa wieder aufgenommen“, sagt die Chefin und ergänzt, dass die offizielle Eröffnung im Mai über die Bühne geht. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, doch es wird innerhalb der Woche gefeiert.

Die letzten Tage sind sehr ereignisreich gewesen. Henfling bedankt sich beim Bürgermeister der Stadt Zahna-Elster, Peter Müller (Freie Wähler), Bauamtsleiter Reinhard Thaldorf, dem örtlichen Bauhof und Jeannette Guderian-Röder vom Wittenberger N+K Planungsbüro sowie allen Baufirmen für die tolle Arbeit.

Ihr Extralob geht an die Eltern, die ihre Kinder am 5. April zu Hause gelassen haben. „Deshalb konnte ich den Großteil meiner Mitarbeiter mit in den Umzug einbinden. Es ging bis abends“, blickt die Kita-Leiterin zurück. Am gestrigen Montag haben ein paar Restarbeiten auf dem Plan gestanden.

Bis zur Einweihung sollen die Wände gestaltet werden, um den Gästen das nächste Aha-Erlebnis zu verschaffen. „Jetzt geht’s an die Kletterwand“, sagt die Chefin und stellt sich mit Schwung davor.

 

Text und Foto: Thomas Tominski

 

Verkehr in Listerfehrda 

Baustart könnte Ende Mai sein 

02.04.2019

 „Wahrscheinlich wird es doch erst zum nächsten Schuljahresbeginn.“ Listerfehrdas Ortsbürgermeister Eckhard Kase (Wählergruppe Listerfehrda) äußerte die Vermutung in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats zur geplanten Fußgängerampel an der viel befahrenen Bundesstraße 187.

Seit Jahren kämpfen die Einwohner, die von Rasern durch den Ort genervt sind und von denen einige im Laufe der Jahre Schäden durch Verkehrsunfälle an ihren Gehöften verzeichnen mussten, um mehr Sicherheit, auch beim Überqueren der Hauptstraße. Sie ist aufgrund von Kurven schlecht einsehbar. Dass die Ampel kommt, ist schon seit Monaten beschlossene Sache. Nur mit dem Termin gibt es offensichtlich Probleme.

Anfangs optimistisch

Im vergangenen Jahr hieß es, dass die Ampel bereits zum Schuljahresanfang im August stehen soll. Doch dann rückte der Termin immer weiter nach hinten. Zuletzt war von Ende März/Anfang April die Rede, aber es bewegt sich nichts am künftigen Standort unweit der Einmündung zur Südstraße. Zumindest nicht im Ort selbst. Zahna-Elsters Bürgermeister Peter Müller (Freie Wähler) legte in der Ortschaftsratssitzung einen Plan auf den Tisch, aus dem die Position der Fußgängerbedarfsampel (wer die Straße überqueren will, drückt einen Knopf) und die Standorte der Vorampeln aus beiden Richtungen ersichtlich sind.

Sie sollen aufgrund der Kurven die Kraftfahrer auf die Fußgängerquerung hinweisen. „Ich rechne mit Sommer“, sagte Peter Müller zum möglichen Bautermin.

Bauzeit fünf Wochen

Vielleicht geht es doch etwas schneller. Die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich Ost, teilte auf Nachfrage der MZ mit, „dass mittlerweile die vertraglichen Voraussetzungen für die bauliche Durchführung zur Errichtung der geplanten Fußgängerlichtsignalanlage in der Ortsdurchfahrt Listerfehrda abgeschlossen sind“. Die Bauarbeiten könnten Ende Mai starten und sie würden etwa fünf Wochen dauern.

Die Baukosten wurden mit rund 80 000 Euro angegeben. Informiert wurde noch, dass geplant sei, mit allen Beteiligten eine Bauanlaufberatung Anfang Mai durchzuführen. Dabei werde über die „terminlichen und baulichen Abläufe“ informiert.

Text: Frank Grommisch

Foto: Thomas Tominski

 

Jugendklub Zuflucht in Elster 

Hasen-Duo sorgt für Bastelpause 

01.04.2019

Großen Zuspruch hat wieder das Osterbasteln im Jugendklub „Zuflucht“ in Elster gefunden. Über 40 Mädchen und Jungen (einige in Begleitung von Eltern bzw. Großeltern) nahmen am Sonnabendnachmittag gern das Angebot an. Einige davon waren schon vor 15 Uhr, dem eigentlichen Starttermin, zur Stelle. Gefertigt wurden bis gegen 18 Uhr neben anderem Türkränze, Holzhasen und Filzblumen.

Kinder konnten sich auch als Hasen schminken lassen und dann dem „echten Langohr“ in die Augen schauen. Denn Hase Hoppel (Steven Grigat war in das Kostüm geschlüpft) schaute gemeinsam mit einem Nachwuchshasen (Mathilda Vorwerg) in der Bastelwerkstatt vorbei.

Da wurde das Basteln und Bemalen mal kurzzeitig unterbrochen, denn um den Jugendklub waren von den Langohren Überraschungen versteckt worden. In ausreichender Zahl, so dass bei dem prächtigen Wetter jeder etwas im Freien finden konnte. 

 

Text: MZ-Jessen

Fotos: Medientreff  -  Sabine Hoffmann


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